Investition

Die Stadt saniert 22 Schulen bis 2022

Der Altbau der Schule Zweigstraße kann von den Höhscheider Gesamtschülern nächste Woche bezogen werden. Nach Abschluss der Sanierung und der Neubauten finden dort 800 Schüler Platz. Fotos: Christian Beier
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Der Altbau der Schule Zweigstraße kann von den Höhscheider Gesamtschülern nächste Woche bezogen werden. Nach Abschluss der Sanierung und der Neubauten finden dort 800 Schüler Platz.

Mit 106,2 Millionen Euro sei dies die größte Investition im Bereich der Bildung seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte OB Tim Kurzbach.

Von Philipp Müller

Den Baufortschritt schauten sich Schulleiter Dirk Braun (von links), Guido Heller und Matthias Knospe vom städtischen Gebäudemanagement und OB Tim Kurzbach an.

Gut eine Woche vor dem Schulstart wird an der Gesamtschule Höhscheid im Gebäude Zweigstraße noch heftig gebohrt. Doch der vordere Gebäudetrakt ist bereit, nach den Sommerferien zunächst 208 Schüler aus zwei Jahrgängen aufzunehmen. In einem der modernen Klassenräume stellte die Verwaltung mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) das Sanierungsprogramm an Schulen der Stadt vor. 22 Schulen werden zu modernen Pädagogik-Standorten. Bis zum Sommer 2022 sollen die Bauarbeiten dauern. Das werde am Ende 106,2 Millionen Euro kosten, erklärte Matthias Knospe, der Leiter des kommunalen Gebäudemanagements. Dazu stecke die Stadt 16 Millionen in den digitalen Ausbau der 41 Schulen mit ihren 56 Standorten, ergänzte Dirk Wagner vom Büro des Oberbürgermeisters.

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Standpunkt von Philipp Müller

Kurzbach erklärte, das sei alles nur möglich, weil man für den Haushalt ein generelles Umdenken erreicht habe. „Wir haben viele Jahre zu wenig für die Schulstandorte getan.“ Mit breitem politischen Konsens im Stadtrat wurden 60 Millionen Euro an Eigenmitteln beschlossen, die über den Zeitraum bis 2022 ausgegeben werden. 46 weitere Millionen Euro kommen aus Landes- und Bundestöpfen wie „Gute Schule 2020“, der Städtebauförderung und der Kommunalinvestitionsförderung. Unter dem Strich sei dies die größte Investition in den Bereich der Bildungsstandorte seit dem Zweiten Weltkrieg, erklärte Kurzbach.

Konkrete Planungen ermöglichten frühe Zuschusszusagen

Davon fließen 15.3 Millionen Euro in den Trakt Zweigstraße der Gesamtschule Höhscheid. Dort stehen bis zum Sommer 2020 noch weitere Arbeiten an. Eine Zweifachturnhalle wird errichtet, die erhält im Anbau Räume für naturwissenschaftlichen Unterricht. Das Hinterhaus wird kernsaniert, gerade läuft dazu die Arbeit, alles bis auf das Mauerwerk freizulegen. Den Umbau werde man auch während des laufenden Unterrichts leise genug schaffen, versicherte Knospe.

Er ist seit dem 1. März bei der Stadt in leitender Funktion tätig. Er sei auf motivierte, emsige Mitarbeiter getroffen. Außerdem wisse jeder, was er tue. Das sei auch nötig: Um an Fördermittel zu kommen, müsse man sehr konkrete Planung vorlegen. Das sei gelungen.

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Bundesweit liege man damit ganz weit vorne, erklärte Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne), die berichtete, dass sich auch andere Kommunen erkundigten, wie Solingen das schwierige Feld Schulgebäudesanierung beackere. Für Kurzbach zählt ein weiteres Argument, das Thema entschlossen anzugehen: Wir verschaffen uns einen Standortvorteil gegenüber Kommunen, mit denen wir beim Thema Zuzug in Konkurrenz stehen.“

Eine solche moderne und digitale Schule ermögliche völlig neue Unterrichtsformen, erklärte Schulleiter Dirk Braun. Einige der insgesamt 4000 mobilen Computer aus dem Programm kommen zum Einsatz. Der Schüler erhalte das Angebot, digital zu lernen oder auch aus Büchern. Ein Wlan-Netz ermöglicht auch den Einsatz vielfältiger Lernangebote. Das werde die Schüler deutlich mehr motivieren, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Stadt saniert 22 Schulen

 © Christian Beier
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SCHUL-SANIERUNG

UMFANG Zehn Grundschulen (22 Mio, Euro) , sieben weiterführende Schulen (47 Mio. – 25 Millionen Euro fließen bis Sommer 2020 ins Gymnasium Schwertstraße), je eine Förder- (2,6 Mio.) und Sekundaschule (3,7 Mio.) sowie drei Berufskollegs (30,9 Mio.) werden saniert.

Bei der Digitalisierung und dem Anschluss ans Breitbandnetz sei man ebenfalls bundesweit an der Spitze, erklärte Dirk Wagner vom OB-Büro. Das sei zum Jahresende, damit ein Jahr früher als geplant abgeschlossen. Kurzbach kündigte für den Herbst Details an, wie das Schulzentrum Vogelsang erneuert werde, das soll abgerissen werden. 

In Schulen und Bildung zu investieren, das hat sich die Stadtspitze in Solingen zu einer ihrer Hauptaufgaben gemacht. Im Mittelpunkt des Ausbaus steht neben der Sanierung der Gebäude auch die Digitalisierung der Schulen. Damit sind bald alle Schulen im schnellen Netz.

Für 14 Schulen nennt Stadt Details

Für 87 der 106 Millionen Euro für die Schulsanierung benennt die Stadt Details. Dies betrifft 14 Schulen, an denen bereits gearbeitet wird. 

  • Grundschule Am Rosenkamp: Erweiterungsbau. Gesamtkosten 4,5 Millionen Euro. Fertig Ende der Sommerferien 2019. 
  • Grundschule Bogenstraße: Erweiterung und energetische Sanierung. Gesamtkosten: 3,6 Millionen Euro. Voraussichtliches Ende im August 2021. 
  • Grundschule Uhlandstraße: Energetische Sanierung für 4,6 Millionen Euro bis Frühjahr 2021. 
  • Grundschule Klauberg: Erweiterung Gebäude 1 und energetische Sanierung Gebäude 3. Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro. Fertig im Mai 2020. 
  • Grundschule Westersburg: Neubau und Abbruch der Pavillons. Gesamtkosten: 3,5 Millionen Euro. Fertig im März 2021. 
  • Grundschule Am Rosenkamp und Grundschule Erholungsstraße: Räume für den Offenen Ganztag hergerichten. Gesamtkosten: 30 000 Euro. Ist fast fertig. 
  • Theodor-Heuss-Realschule: Energetische Sanierung. Gesamtkosten 2,2 Millionen Euro. Bauende steht kurz bevor. 
  • Gymnasium Schwertstraße: Sanierung des Altbaus. Gesamtkosten: 25 Millionen Euro. Voraussichtlich fertig im Juli 2022. 
  • Gesamtschule Höhscheid, Zweigstraße: Erweiterungsbau, Sanierung Altbau. Gesamtkosten: 15,3 Millionen Euro. Voraussichtlich fertig in den Sommerferien 2020. 
  • Erika-Rothstein-Schule, Gebäude Deller Straße 19: Beseitigung des Instandhaltungsstaus an den Gebäuden 1 und 2. Gesamtkosten; 2,6 Millionen Euro. Fertig im August 2020. 
  • Erika Rothstein-Schule, Gebäude Fritz-Reuter-Straße 42: Räumen für den offenen Ganztag herrichten. Gesamtkosten: 20 000 Euro. Fertig.
  • Mildred-Scheel-Berufskolleg: Erweiterung der Schule. Gesamtkosten: 11,4 Millionen Euro. Fertig im Februar 2022. 
  • Technisches Berufskolleg: Beseitigung des Instandhaltungsstaus, Gesamtkosten 1,4 Millionen Euro. Fertig. 
  • Technisches Berufskolleg: Erneuerung der Galvanik und der Gebäude. 12,6 Millionen Euro. Fertig im März 2022.

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