Betreuung

Stadt Solingen: Kein weiterer Kita-Bedarf in Burg

Die Stadt sieht keinen Bedarf, aus der früheren Jugendherberge in Oberburg eine Kita zu machen. Foto: Michael Schütz
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Die Stadt sieht keinen Bedarf, aus der früheren Jugendherberge in Oberburg eine Kita zu machen.

Verwaltung lehnt Pläne eines privaten Trägers für Kindertageseinrichtungen ab.

Solingen. Keinen Bedarf für eine Kita unter privater Trägerschaft für Oberburg – eingebunden in die gesetzlichen Vorgaben – sieht die Stadt Solingen. Dies hatte der Solinger Immobilienkaufmann Sam Jordan für die ehemalige Jugendherberge in Oberburg vorgeschlagen. Ein Partner von ihm habe die Idee der Verwaltung vorgeschlagen und sei nun ebenfalls enttäuscht, dass das Projekt keine Zustimmung bekommen habe.

„Den Zuschlag erhält, wer die beste Idee hat, die auch Burg weiterbringt.“

Sam Jordan, Immobilienkaufmann, über zukünftige Ideen für die Jugendherberge

Jordan hatte die Immobilie vom Deutschen Jugendherbergswerk erworben. Seit knapp zwei Jahren sucht er jetzt nach einer Idee, das alte Gebäude und die rund 10 000 Quadratmeter des Grundstücks weiter zu entwickeln. Er wird dabei jetzt auch Geduld aufwenden müssen, denn die Politik hatte auf Wunsch der Verwaltung beschlossen, für das Grundstück einen neuen Bebauungsplan aufzustellen. Dabei steht der Naturschutz im Mittelpunkt. Inzwischen gibt es eine Liste mit einigen Bäumen auf dem Areal, die als Naturdenkmal ausgewiesen werden sollen.

Das sei so auch in Ordnung, erklärt Jordan auf Tageblatt-Nachfrage. Er habe nie im Sinn gehabt, die Bäume zu fällen. Das war ihm vor allem aus den Reihen der Nachbarschaft vorgeworfen worden.

Die Kita am Standort Oberburg sei aus Gründen der Gesamtplanung nicht möglich, erklärt die Stadt. Der Träger der Kita habe sich mit Architekten-Plänen an den zuständigen Stadtdienst Jugend gewandt, berichtet Stadtsprecherin Sabine Rische. Sie erklärt zur Ablehnung der Kindertagesstätte: „Grundlage für unsere Kita-Ausbaustrategie ist die Bedarfsplanung.“ In Unterburg gebe es bereits eine zweigruppige Einrichtung, die bis zu 45 Kinder aufnehmen kann.

Ein Großteil der Kinder komme nicht aus Burg selbst, sondern bereits jetzt aus Solingen-Mitte. Die Kita würden 30 Prozent Kinder aus Burg besuchen, 43 Prozent aus Mitte, 18 Prozent aus Höhscheid und 10 Prozent aus anderen Stadtteilen. Das Fazit laute daher: „Während in der Innenstadt der Bedarf zurzeit nicht gedeckt werden kann, gibt es in Burg immer freie Plätze, obwohl die Kinder aus Burg versorgt sind.“ Zudem plane die Stadt den Bedarf nach diesen Grundsätzen für Kitas: Wohnortnähe und Nähe zur späteren Grundschule nach dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“. Denn die Kita sei ein wichtiger sozialer Kontaktraum: „Eine Kita für alle Kinder der Umgebung – egal, aus welchem Milieu sie kommen.“

Trotz des laufenden Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplans will Jordan nun andere Ideen, die er für Oberburg hat, auf die Machbarkeit hin prüfen. Ob es sich dabei auch um weitere Einfamilienhäuser handeln werde, sei weiter offen. Er und sein Geschäftspartner Olaf Koppenhagen bieten Grundstück und Jugendherberge zum Weiterverkauf an. „Den Zuschlag erhält, wer die beste Idee hat, die auch Burg weiterbringt“, betont er.

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