Mehr Verkehr - weniger Stau

Stadt: Freigabe der A-3-Standstreifen soll Dauerlösung sein

Die Autobahn 3 ist eine der meist befahrenen Straßen Deutschlands. Darum sollen sie und die Raststätte Ohligser Heide West (links) ausgebaut werden. Foto: Tim Oelbermann
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Die Autobahn 3 ist eine der meist befahrenen Straßen Deutschlands. Darum sollen sie und die Raststätte Ohligser Heide West (links) ausgebaut werden.

Solingen lehnt Ausbau der A 3 auf acht Spuren ab – für einen Kompromiss wären Vorgaben des Bundes zu ändern.

Von Andreas Tews

Solingen. Beim geplanten Ausbau der Autobahn 3 will die Stadt die Auswirkungen auf umliegende Naturschutzgebiete so gering wie möglich halten. Deswegen lehnen Rathaus und Politik die Erweiterung auf acht Fahrspuren plus Standstreifen prinzipiell ab. Einstimmig stellte der städtische Verkehrs- und Umweltausschuss zudem klar, dass Solingen höchstens einer Kompromisslösung mit einer Freigabe der Standstreifen bei hohem Verkehrsaufkommen zustimmen würde.

Für eine solche Regelung müsste laut Planungsdezernent Andreas Budde (parteilos) aber ein bundesweit geltendes Regelwerk geändert werden. Das sieht vor, dass eine Standstreifenfreigabe zwingend mit einem späteren achtstreifigen Ausbau verbunden wäre.

Die Autobahn-GmbH des Bundes will die A 3 zwischen dem Kreuz-Hilden und der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen ab 2030 auf vier Fahrspuren je Fahrtrichtung ausbauen. So will sie dem steigenden Verkehrsaufkommen gerecht werden und Staus vermeiden. 2015 waren dort täglich rund 100.000 Fahrzeuge unterwegs, laut Autobahn-GmbH werden es in acht Jahren 135.000 sein.

Aktuell sollen die betroffenen Kommunen Stellung zum neuen Planungsstand nehmen. Die Autobahn-GmbH will die Ausbauvariante mit dem vollen achtstreifigen Ausbau verfolgen. Die neuen Fahr- und Standstreifen würden demnach jeweils an beiden Seiten der Autobahn angebaut.

Autobahn: Vier betroffene Städte haben sich abgestimmt

Mit anderen betroffenen Städten hatte sich Budde kurz vor der Ausschusssitzung auf eine gemeinsame Linie verständigt. Bereits in der Vergangenheit hatten sich Hilden, Langenfeld, Leichlingen und Solingen gegen den Ausbau ausgesprochen. Mit Blick auf die angestrebte Verkehrswende bezweifeln die vier Kommunen, dass der Ausbau überhaupt nötig sei. Stattdessen sprachen sie sich für eine Freigabe der vorhandenen Standstreifen aus: Dabei sollen die Seitenstreifen mit Kameras überwacht und durch eine Verkehrssteuerungsanlage bei Bedarf für den rollenden Verkehr freigegeben werden.

Aber auch dies wäre mit einer Baustelle und Eingriffen in die Umwelt verbunden, erklärte Budde. Der Flächenverbrauch wäre gegenüber einem achtstreifigen Ausbau aber deutlich geringer. Demnach müssten die Tragfähigkeit der Standstreifen den Belastungen des rollenden Verkehrs angepasst, Nothaltebuchten angelegt und Anschlussstellen umgebaut werden.

Über die Haltung der Autobahn-GmbH wunderte sich im Ausschuss Jonathan Bürger (CDU). An manchen anderen Autobahnen seien die Standstreifenfreigaben seit Jahrzehnten in Betrieb – ohne einen Ausbau, gaben er und Rainer Knecht (SPD) zu bedenken. Bürger und Finn Grimsehl Schmitz betonten, ein möglichst geringer Eingriff in die Natur müsste oberstes Ziel sein. Rolf Osthoff (BfS/ABI) forderte, vor einem Ausbau oder der Installation neuer Verkehrssteuerungsanlagen zunächst Tempo 100 und ein Lkw-Überholverbot zu prüfen.

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