Pandemie

Strengere Corona-Regeln in Solingen - Veranstaltungen der Stadt nur mit 2G plus

Wer zu einer Veranstaltung ins Theater und Konzerthaus möchte, muss vollständig geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen. Archivfoto: Christian Beier
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Wer zu einer Veranstaltung ins Theater und Konzerthaus möchte, muss vollständig geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen.

Vollständig Geimpfte und Genesene müssen einen negativen Test vorlegen. Das empfiehlt die Stadt auch den Gastronomen. Die Kontaktverfolgung macht Probleme.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Die Stadt Solingen setzt bei eigenen Veranstaltungen ab sofort die 2G-plus-Regel um. Das heißt, Zugang erhalten nur noch vollständig geimpfte oder genesene Besucher, die zudem einen negativen Antigen-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Ungeimpfte dürfen nicht mehr rein. Man empfehle allen Gastronomen und Veranstaltern, diese Regelung ebenfalls ab sofort anzuwenden, hieß es am Nachmittag in einer Pressemitteilung. Die Stadt will zudem Räume im ehemaligen Gebäude von Peek & Cloppenburg anmieten, um mehr Impfungen durchführen zu können.

Hintergrund für die Maßnahmen sind die rasant steigenden Infektionszahlen. Die Inzidenz in Solingen ist am Dienstag auf 224,3 hochgeschnellt. Die festgestellten Coronainfektionen betreffen inzwischen auch viele immunisierte Personen. Unter den positiv Getesteten sei derzeit jeder zweite vollständig geimpft, stellte das Gesundheitsamt fest. Aber offenbar mildere die Impfung die Folgen ganz überwiegend stark ab. „Die Situation in den Solinger Krankenhäusern spitzt sich bislang nicht zu“, erklärte Stadtsprecher Thomas Kraft.

Die am Dienstag verkündete 2G-plus-Regel habe für private Veranstalter und Gastronomen derzeit noch empfehlenden Charakter, hieß es aus dem Rathaus. Ab der kommenden Woche soll die Regel verbindlich vorgeschrieben werden – eine entsprechende Allgemeinverfügung sei in Vorbereitung. Diese müsse allerdings noch mit den endgültigen Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz abgeglichen werden, die am Donnerstag tagt.

Vor dem Besuch einer städtischen Veranstaltung – zum Beispiel im Theater und Konzerthaus – müssen sich vollständig Geimpfte und Genesene dagegen ab sofort in einer offiziellen Corona-Teststelle testen lassen. „Die Infrastruktur in Solingen verfügt nach wie vor über knapp 60 solcher Teststellen. Ein entsprechendes Angebot ist vorhanden.“ Seit vergangenen Samstag sind die Bürgertests wieder für alle kostenlos. Die Zahl der Tests sei bereits von zuletzt 1500 pro Woche auf 3875 gestiegen.

Solingen: Stadtdienst Gesundheit mit Amtshilfe-Ersuchen an Bundeswehr

Wegen der steigenden Infektionszahlen und der zunehmenden Belastung im Stadtdienst Gesundheit hat die Stadt erneut ein Amtshilfe-Ersuchen an die Bundeswehr gestellt. „Damit ergeht die Bitte, der Stadt Solingen kurzfristig zehn Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung zu stellen, die das Team im Gesundheitsamt verstärken.“ Angesichts von 506 aktuell Infizierten – allein gestern kamen 89 dazu – können Kontakte nicht mehr nachvollzogen werden: „Eine ausführliche Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt wie während der dritten Welle findet derzeit nicht statt.“

Beschleunigen will die Stadtverwaltung die Impfungen. Die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen, den „Boostern“, sei ungebremst stark. Allein am Montag wurden in der Impfstelle in den Clemens-Galerien 229 Menschen geimpft, teilte Thomas Kraft mit. 162 von ihnen erhielten die dritte Spritze.

Weil sich vor dem Ladenlokal regelmäßig eine lange Warteschlange bildet, soll ab 1. Dezember ein größeres Impfzentrum im ehemaligen P&C an den Start gehen. Geplant sei, dass dort drei Ärzte bis zu 450 Impfungen am Tag durchführen – mit und ohne Termin. Bei Bedarf könnte die Zahl der Mediziner und der Impfungen verdoppelt werden. Die Vorbereitungen für diese Lösung seien bereits angelaufen. Eine zweite Impfstelle ist in Aufderhöhe vorgesehen – auf dem Gelände des Fachkrankenhauses Bethanien. Gespräche laufen.

Laut Stadtverwaltung sind 71 Prozent der Solingerinnen und Solinger vollständig geimpft. Bei den über 60-Jährigen sind es 88 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung haben erst 5,4 Prozent bekommen. In Solingen leben 18 178 Kinder unter zwölf Jahren, für die bisher kein Impfstoff zugelassen ist.

3G-Regel am Arbeitsplatz

Reaktion: Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt die geplante 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Sie sieht vor, dass künftig nur noch geimpfte, genesene oder getestete Beschäftigte zur Arbeit in den Betrieb kommen können. „Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen der Unternehmerinnen und Unternehmer. Angesichts der sich erneut zuspitzenden Corona-Situation sind klare Regelungen dringend notwendig“, so Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK. Aus Sicht der Wirtschaft hätten die politisch Verantwortlichen viel früher handeln müssen.

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