Schule

Stadt plant große Sporthalle in Höhscheid

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Gebäude soll von zwei Schulen genutzt werden. Verwaltung will Millionen in Mildred-Scheel-Kolleg und Gesamtschule Höhscheid stecken.

Von Anja Kriskofski

Die Stadtverwaltung will Millionen in das Mildred-Scheel-Berufskolleg und die Gesamtschule Höhscheid investieren. An der Neuenhofer Straße soll zudem eine Dreifachturnhalle gebaut werden – für die Gesamtschule und die Grundschule Wiener Straße. Die Planungen wurden am Dienstag im Schulausschuss vorgestellt. Ob sie tatsächlich umgesetzt werden, ist offen. Denn die Finanzierung ist bislang nicht geklärt. „Wir brauchen eine Genehmigung für weitere Sonderkredite“, sagte Schuldezernentin Dagmar Becker.

Schulleiter Dirk Braun begrüßt die geplante Halle.

Überraschend kommt vor allem die Ankündigung einer Dreifachturnhalle an der Neuenhofer Straße. Sie könnte auf einem städtischen Grundstück gebaut werden, das etwas zurückversetzt liegt: zwischen dem Gebäudekomplex an der Neuenhofer Straße 42, in dem unter anderem ein Fitnessstudio untergebracht ist, und dem Imbiss einige Häuser weiter, wie Lutz Blum, Abteilungsleiter beim städtischen Immobilienmanagement, ausführte. Kostenpunkt: rund vier Millionen Euro. Die Dreifachsporthalle soll nicht nur von der Gesamtschule genutzt werden. Sie wäre gleichzeitig ein Ersatz für die nahe gelegene Halle der Grundschule Wiener Straße: Diese ist wegen Schadstoffbelastung seit Monaten gesperrt und muss abgerissen werden.

Von der Gesamtschule Höhscheid läge die Dreifachhalle allerdings 800 Meter entfernt. „Hier könnte man über eine Shuttlelösung nachdenken“, sagte Blum. Schulleiter Dirk Braun hält die Halle trotz der Entfernung „für eine tolle Lösung. Näher dran wäre uns natürlich lieber, aber es gibt wohl keine anderen Möglichkeiten.“

Bei der Gesamtschule will die Stadt auch an anderer Stelle „Gas geben“, wie Lutz Blum sagte. Die 2014 gegründete Schule hat bislang zwei Jahrgänge im Gebäude an der Kanalstraße. Fest eingeplant ist hier ein Mensa-Neubau für 3,5 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen laut Schulleiter im Frühjahr 2017 starten. Ab August nächsten Jahres braucht die Schule zudem das wenige Minuten Fußweg entfernte Gebäude Zweigstraße als zweiten Standort, um dann vier Jahrgänge unterbringen zu können. Für 10,6 Millionen Euro soll der denkmalgeschützte Backsteinbau modernisiert und umgebaut werden. Zudem sei auf dem Platz der alten Turnhalle ein Neubau geplant – für Naturwissenschaftsräume und die spätere Oberstufe.

Mildred-Scheel-Berufskolleg mit künftig nur noch einem Standort

Eigentlich sollte das Gebäude der Pestalozzischule an der Fritz-Reuter-Straße für die Oberstufe der Gesamtschule umgebaut werden. Diese Idee ist wohl vom Tisch. Die Variante sei nur wenig günstiger (10,4 Millionen Euro) als ein Neubau an der Zweigstraße. Blum: „Zudem sparen wir so 50 000 Euro jährlich an Betriebskosten.“

Standpunkt von Andreas Tews

Eine ähnliche Rechnung haben die Immobilienleute der Stadt für das Mildred-Scheel-Berufskolleg aufgemacht. Dessen Verwaltungsgebäude ist so marode, dass es abgerissen werden muss. Drei Möglichkeiten gebe es, darunter zwei, die mehrere Standorte für das Kolleg vorsehen. Alle seien in etwa gleich teuer, führte Lutz Blum aus. Um Betriebskosten zu sparen, empfehlen die Fachleute jedoch die Ein-Standort-Lösung mit einem Neubau an der Beethovenstraße. Kosten inklusive des Abrisses und einer Übergangslösung mit Containern: rund 11,4 Millionen Euro. Gabriele Stobbe-Dibbert, Leiterin des Mildred-Scheel-Berufskollegs, ist von den Plänen begeistert: „Ein Neubau ist die optimale Lösung für Schüler und Lehrer, weil Schule als Lern- und Lebensraum an einem Standort gewährleistet ist.“ Angepeilt ist die Maßnahme für 2018 und 2019. Doch zunächst muss die Finanzierung geklärt werden.

BERUFSKOLLEG

STANDORTE Das Mildred-Scheel-Berufskolleg unterrichtet derzeit an drei Standorten: an der Beethovenstraße, am Rennpatt (ehemals Hauptschule Ohligs) und am Wahnenkamp (ehemals Diesterwegschule). Kommt die Ein-Standort-Lösung nicht, soll das Gebäude Rennpatt umgebaut werden.

Angesichts der Niedrigzinsen sei die Zeit für Kommunen ideal, um zu investieren, sagte Iris Preuß-Buchholz, schulpolitische Sprecherin der SPD. Solingen brauche dafür eine Sonderkreditermächtigung. „Aber ich bin guter Hoffnung, dass wir die kriegen.“

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