Asyl

Stadt mietet Wohnungen im Eckhaus am Central

Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (l.) und sein Stellvertreter Reinhard Burski schauten sich das Eckhaus am Central von innen an. Foto: Christian Beier
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Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (l.) und sein Stellvertreter Reinhard Burski schauten sich das Eckhaus am Central von innen an.

In den Altbau in Gräfrath sollen bald Flüchtlinge einziehen. Das Gebäudeinnere wurde innerhalb von gut zwei Jahren aufwendig saniert.

Von Andreas Tews

Wenn das leerstehende Eckhaus am Central sich wieder mit Leben füllt, könnte hiervon eine Aufbruchstimmung für das Stadtviertel ausgehen, hofft Gräfraths Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD). Zusammen mit seinem Stellvertreter Reinhard Burski und dem Tageblatt besichtigte er die frisch sanierten zwölf Wohnungen in dem Gebäude. Diese werden von der Stadt komplett angemietet, um sie an Flüchtlinge weiterzugeben.

Das Haus wurde vor drei Jahren verkauft. Die neue Eigentümerfamilie hat das Gebäudeinnere seither grundlegend sanieren lassen. Der Aufwand sei deutlich größer gewesen, als vorher gedacht, erklärte eine Vertreterin der Eigentümer bei dem Rundgang. Darum habe die Sanierung länger gedauert.

Die Zusage, dass die Stadt alle Wohnungen selbst anmietet, stammt aus dem Jahr 2015, als dringend Wohnraum für Flüchtlinge gesucht wurde. Seither ist die Zahl der neu ankommenden Asylsuchenden zwar deutlich zurückgegangen. An den Plänen der Stadtverwaltung für das Gebäude an der Ecke Focher- / Schlagbaumer Straße hat sich aber nichts geändert.

Auch die Innentüren wurden saniert. Für neue Glasscheiben an den Wohnungseingängen mussten die Handwerker weite Wege fahren.

Insgesamt sind nach Rathaus-Angaben derzeit knapp 2300 Flüchtlinge in Wohnungen untergekommen. Weitere Wohnungen für 105 neu Angekommene stehen noch zur Verfügung. Das Ziel ist es laut Rathaus-Sprecherin Sabine Rische, Geflüchtete möglichst in Wohnhäusern unterzubringen und die Sammelunterkünfte leerzuziehen. In solchen Einrichtungen leben nach einem Bericht der Stadtverwaltung derzeit rund 580 Menschen.

Außerdem, betonte Rische, müsse die Stadt dafür gewappnet sein, dass die Zahl der Flüchtlinge wieder stärker steigen könnte. Diese Entwicklung sei nicht vorherzusehen. Darum strebe die Verwaltung an, einen „Vorrat“ an Wohnungen zur Verfügung zu haben. Zwölf Wohnungen kommen jetzt am Central hinzu.

Auch in den früheren Läden sind im Erdgeschoss jetzt Apartments

Die Wohnungen in dem Eckhaus haben durchaus Charme. Kleinere Einheiten sind in den früheren Ladenlokalen im Erdgeschoss entstanden. Die Wohnungen in den oberen Etagen sind von der Größe her für Familien geeignet. Bei den Arbeiten habe man eng mit der Denkmalschutzbehörde zusammengearbeitet, erklärte die Eigentümerin. Für die Fenster an mehreren Wohnungstüren hätten die Handwerker sogar bis nach Dortmund fahren müssen.

Wie viel sie investiert hat, will sie nicht sagen, verriet aber, dass die Sanierungskosten den Kaufpreis überschritten hätten. Das Haus war seinerzeit für rund 300 000 Euro angeboten worden. Wie hoch der Preis am Ende wirklich lag, ist nicht bekannt.

DER CENTRAL

BEGRIFF Als Central wird das Stadtviertel rund um die Kreuzung Schlagbaumer- / Focher- / Wuppertaler Straße bezeichnet. 

SITUATION Teile dieses Quartiers sind von Leerständen und Verwahrlosung gekennzeichnet. Ideen für eine positive Entwicklung erarbeiten derzeit Architekturstudenten der Bergischen Uni. Deren Vorschläge werden für März erwartet.

Der Mietvertrag der Stadt für die zwölf Wohnungen läuft über mehrere Jahre. Was danach kommt, ist noch nicht klar. Erklärtes Ziel der Eigentümer ist es, bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Dies sei nicht zwangsläufig auf Flüchtlinge beschränkt. Bezirksvertreter Burski bezeichnete es als wichtig, Wohnungen nicht nur für Gutverdiener anzubieten.

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