Stadt lehnt A-3-Ausbau ab und fordert Freigabe der Standstreifen

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Rat beschließt Stellungnahme zu geplantem Autobahnprojekt entlang der Ohligser Heide

Von Andreas Tews

Gegen einen Ausbau der Autobahn 3 nahe der Ohligser Heide und für die Forderung, stattdessen die Standstreifen als Fahrspuren zu nutzen, hat sich der Stadtrat mehrheitlich ausgesprochen. Die Stadt soll sich demnach bei der Autobahn GmbH für entsprechende Lösungen einsetzen, bei denen der Eingriff in die angrenzenden Naturschutzgebiete so gering wie möglich ausfällt.

Über die Art des Ausbaus entscheidet am Ende die Autobahn GmbH. Die bundeseigene Gesellschaft favorisiert eine Erweiterung auf acht Fahrspuren. Die Baustelle zwischen Leverkusen-Opladen und Kreuz Hilden soll ab 2030 kommen.

Die Stadt setzt sich hingegen für ein Festhalten an sechs Fahrspuren, Verkehrssteuerungsanlagen und eine Ertüchtigung der Standstreifen ein, damit diese bei starkem Verkehr als Fahrspuren freigegeben werden können. Dies ist nach Auffassung der Autobahn GmbH nur in Verbindung mit einem späteren Ausbau zulässig. Laut Ratsbeschluss fordert die Stadt aber eine solche Lösung auf Dauer. Dafür stimmten 26 Ratsmitglieder von SPD, Grünen und Linke/Die Partei. 18 Vertreter von CDU, FDP und RD votierten dagegen, zwei BfS/ABI-Vertreter enthielten sich. Im Umweltausschuss hatte es noch ein einstimmiges Votum gegeben.

Der Ausbau sei nicht nötig, erklärte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Thilo Schnor (Grüne). Er betonte: „Für die Verkehrswende braucht es nicht mehr Beton, sondern neue Systeme.“ Er begründete die Haltung seiner Fraktion vor allem mit dem Naturschutz. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz bezeichnete die Standstreifenfreigabe als eine gute Übergangslösung, bis Zukunftskonzepte vorlägen.

Dem widersprach FDP-Fraktionschef Jürgen Albermann. Standstreifen seien für Notfälle da, nicht für den rollenden Verkehr. Für den Ausbau spreche, dass es auf der A 3 bereits jetzt viele Staus gebe, und das Verkehrsaufkommen steige weiter. Autos werden nach seiner Ansicht in Zukunft klimafreundlicher, aber nicht weniger. Der Verzicht auf einen Ausbau würde laut Albermann den Pendlern und der Wirtschaft schaden. | Standpunkt

Standpunkt

Von Andreas Tews

Die Stellungnahme der Stadt zum Ausbau der Autobahn 3 ist deutlich formuliert. Solingen lehnt – wie auch Hilden, Langenfeld und Leichlingen – die Erweiterung auf acht Fahrspuren ab und will die Auswirkungen auf die Ohligser Heide und andere umliegende Naturschutzgebiete eingrenzen. Abgeschwächt wird das Statement jedoch dadurch, dass im Rat deutlich mehr als ein Drittel der Politiker gegen diese Stellungnahme stimmte. Der Weg zur Verkehrswende ist eben umstritten. Aber auch ein einstimmiges Votum, das zudem mit den Nachbarstädten abgestimmt ist, hätte nichts daran geändert, dass die Autobahn GmbH bei der Entscheidung, wie der Ausbau der A 3 ausfallen wird, am längeren Hebel sitzt. Es dürfte klar sein, dass es beim durchgehenden achtstreifigen Ausbau von 85 Kilometern A 3 keine Ausnahme mit Engpass auf dem 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Opladen und Hilden geben wird. Jetzt ist es wichtig, in Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH nach Wegen zu suchen, den Naturschutz und die Interessen der Autofahrer soweit es geht miteinander zu vereinbaren.

| Stadt lehnt A-3-Ausbau ab. . .

andreas.tews@ solinger-tageblatt.de

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