Stadt konkretisiert Pläne für Smart City

Die Solingen-App ist Teil der Smart-City-Strategie. Zukünftig sollen die Dienstleistungen der Stadt noch stärker vernetzt und den Bürgern zugänglich gemacht werden. Foto: Christian Beier
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Die Solingen-App ist Teil der Smart-City-Strategie. Zukünftig sollen die Dienstleistungen der Stadt noch stärker vernetzt und den Bürgern zugänglich gemacht werden. Foto: Christian Beier

Solingen erhält mehrere Millionen Euro von Land und Bund für die Digitalisierung der Verwaltung

Von Alexandra Dulinski

Solingen wird smarter. Das sieht zumindest die Digitalisierungsstrategie der Stadt vor. Zum einen baut die Stadt ihr Projekt Smart City – die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien auf kommunaler Ebene – aus, zum anderen wird der Bereich des E-Governments erweitert. Durch die Verknüpfung von Datenbanken soll dabei Solingern ermöglicht werden, unkompliziert Leistungen der Stadt online in Anspruch zu nehmen.

Für beide Projekte müssen bestehende Angebote im digitalen Bereich verbessert werden, erklärt Geschäftsführer des Ressorts 1 Dirk Wagner. Dazu gehöre beispielsweise das Serviceportal der Stadt, dem eine Datenbank zugrunde liegt. Um beispielsweise eine Meldebescheinigung auszufüllen, müsse das Portal Zugriff haben auf das Einwohnerverfahren. Deswegen brauche es eine Basis, auf der weitere Serviceangebot der Stadt aufbauen können.

„Unser Ziel ist, irgendwann komplett digital zu arbeiten.“

Dirk Wagner, Ressortleiter

Die Zahlungsmöglichkeiten im Bereich des E-Payments – das bargeldlose Zahlen über den Computer – müssen ebenso erweitert werden. „Das ist für uns als Behörde etwas komplizierter, weil die Anforderungen an den Datenschutz hoch sind“, so Wagner. Das sogenannte Dokumentenmanagement soll sicherstellen, dass Akten und Dokumente unkompliziert von allen städtischen Behörden aus einsehbar sind, ebenso soll Post einfach über die Poststelle eingescannt und an die richtigen Fachbereiche verschickt werden. „Unser Ziel ist, irgendwann komplett digital zu arbeiten“, so Wagner.

Für die Smart City Solingen ist solch eine Basisinfrastruktur ebenfalls vonnöten. Ein Baustein dieser Basis ist beispielsweise die Sensorentechnik, die über Temperaturwerte, Niederschläge oder Ampelsteuerungen Daten liefert. Diese Daten müssten mit Datenbanken anderer Fachrichtungen wie dem Einzelhandel in Einklang gebracht werden.

„Die Idee ist, die Daten so zusammenzusetzen, dass der Bürger sie nutzen kann“, erklärt Nils Gerken, Leiter der Stabstelle Solingen digital. Konkret soll so zukünftig eine Datenplattform geschaffen werden, über die gebündelt nach Restaurants, Bushaltestellen, Spielplätzen und vielem mehr gesucht werden kann. Ein Beispiel: Nach einem Regenguss könne über die Datenbank geschaut werden, welcher Spielplatz trocken und somit für ein Kind sicher ist. Über die App „Mensch, Solingen“, die seit Freitag in überarbeiteter Version herunterzuladen ist, sind viele Auskünfte schon möglich.

Außerdem soll die Smart City eine wirtschaftlich effektivere Planung ermöglichen, berichtet Dirk Wagner. So könne dank der Datenbankinformationen der Winterdienst frühzeitiger dort eingesetzt werden, wo die Sensoren Kälte-Hotspots anzeigen. Oder die Müllabfuhr könne effizientere Routen fahren, wenn ein Sensor leere Mülltonnen anzeigt. Auch bei Starkregenereignissen könnte genauer vorhergesagt werden, welche Stadtgebiete besonders gefährdet sind.

Beim Thema Schule spielt die Digitalisierung ebenfalls eine Rolle. „Die Anforderungen an den digitalen Unterricht sind während der Corona-Krise groß geworden“, so Wagner. 41 Solinger Schulen an 56 Schulstandorten seien schon mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet worden. Die Konzepte der Stadt sehen die Ausstattung mit Wlan und entsprechender Technik in allen Schulen bis Ende des Jahres vor.

Finanziert werden das E-Government und die Smart City über Förderprojekte. Zur Stärkung des E-Governments hat die Stadt einen Antrag an das Landeswirtschaftsministerium über zwei Millionen Euro gestellt, von denen 90 Prozent gefördert werden.

Ebenfalls vom Land gefördert wird die Smart City mit 400 000 Euro, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Mobilität unterstützen. Das größte Projekt „Smart City 2030“ wird vom Bundesinnenministerium mit zehn Millionen Euro gefördert. Dabei sollen beispielsweise Verkehrsplattformen entwickelt werden, deren Beleuchtung witterungsabhängig gesteuert wird. Als eine von fünf Städten bundesweit erhält Solingen zusätzlich Unterstützung bei der Erarbeitung von Sicherheitsrichtlinien, denn „eine Smart City ist ein potenzielles Ziel für Angriffe“, erklärt Wagner.

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