Versammlungsverbot gilt weiterhin

Solingen hebt Sperrung der Parks auf

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Das Kontaktverbot muss aber unbedingt weiterhin befolgt werden. Die Zahl der Kranken in Solingen steigt weiter.

Von Stefan Prinz

Solingen lockert die Corona-Verbote. Zwar gilt weiterhin ein Versammlungsverbot von mehr als zwei Personen. Aber: Die Stadt hebt die Sperrung der großen Parks und Grünanlagen wie Engelsberger Hof, Malteser Grund, Coppelpark oder Botanischer Garten wieder auf. Sie dürfen ab sofort wieder genutzt werden, sofern das Kontaktverbot beachtet und der Abstand zu anderen Personen gehalten wird. Einem Spaziergang allein oder zu zweit in schöner Frühlingssonne stehe damit nichts mehr im Weg, heißt es aus dem Rathaus. Weiterhin geschlossen bleiben jedoch die Spielplätze. Das Risiko, dass sich dort größere Gruppen aufhalten und Kinder miteinander spielen, sei einfach zu groß. Der städtische Ordnungsdienst und die Polizei kontrollieren im gesamten Stadtgebiet, ob das Kontaktverbot eingehalten wird.

„Die Solinger sind im Großen und Ganzen sehr diszipliniert.“ Alexander Kresta, Polizeisprecher

Ordnungsamt und Polizei ziehen eine positive Zwischenbilanz der ersten Tage mit den besonders strengen Corona-Regeln. Seit Beginn dieser Woche sind Ansammlungen mit mehr als zwei Personen verboten. Seither gehen Polizei und die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes besonders oft Streife im Stadtgebiet. „Die Solinger sind im Großen und Ganzen sehr diszipliniert“, lobt Polizeisprecher Alexander Kresta im Gespräch mit unserer Zeitung. Insgesamt 13 Mal rückte die Polizei aus, um Verstöße gegen dieses Versammlungsverbot zu ahnden. Darunter waren Sportler, die gemeinsam aktiv sein wollten und Jugendliche, die sich am frühen Morgen auf ein Bier getroffen haben. Einige Male habe man deshalb Platzverweise aussprechen müssen. Zudem wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet. Es gab allerdings in keinem Fall sogenannte Corona-Partys, bei denen mutwillig gegen das Versammlungsverbot verstoßen worden wäre.

Lob für das Verhalten der Bevölkerung kommt auch aus dem Rathaus: „Wir kontrollieren derzeit besonders an Orten mit erhöhten Publikumsverkehr“, sagt Stadtsprecherin Sabine Rische auf Nachfrage. So stünden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch vor Supermärkten. Sollte es dort zu einer Traubenbildung kommen, würden die Personen angesprochen und aufgefordert, auseinanderzugehen. „Die Leute sind in fast allen Fällen einsichtig“, betont die Stadtsprecherin.

Währendessen steigt die Zahl der Corona-Kranken in Solingen weiter an. Gestern waren 71 Menschen im Stadtgebiet positiv auf das Virus getestet. Am Vortag waren es 60. In Quarantäne befinden sich derzeit 591 Personen, weitere 153 konnten bisher die Quarantäne verlassen. Am 20. März gab es den ersten und bislang einzigen Toten. In der Lungenfachklinik Bethanien war ein stationär aufgenommener Erkrankter verstorben, der mit dem Coronavirus infiziert war.

Besuchsverbote in Krankenhäusern und Altenzentren

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise beinhalten auch ein Besuchsverbot in allen Krankenhäusern und Altenzentren. Darauf weist die Stadt noch einmal ausdrücklich hin. Es gebe in dringenden Einzelfällen nach Absprache Ausnahmen von dieser generellen Bestimmung. Über diese Ausnahmen würde in den jeweiligen Häusern entscheiden.

SPARDA-BANK

SCHLIESSUNG Als Auswirkung auf die Corona-Pandemie hat der Vorstand der Sparda-Bank West gestern entschieden, alle Filialen der Genossenschaftsbank vorläufig zu schließen. Das betrifft auch die beiden Solinger Filialen in der Hauptstraße (Stadtteil Mitte) und in der Düsseldorfer Straße (Stadtteil Ohligs). Das Bankgeschäft laufe aber weiter, alle Kundenaufträge würden wie gewohnt bearbeitet. Weitere Infos unter Tel. (02 11) 23 93 23 93.

STANDPUNKT Eine überfällige Entscheidung

Von Stefan Prinz

Die Stadt hebt die Sperrung der großen Parks auf. Diese Entscheidung ist richtig und längst überfällig.

Denn von Anfang an hatte kaum ein Solinger dafür Verständnis, dass gerade die schönen Parks während der Kontaktsperre nicht zugänglich sein sollten. Zugegeben: Es besteht immer noch die Gefahr, dass sich dort Menschen versammeln. Aber mit der gleichen Begründung hätte man auch alle Wege und Bürgersteige sperren müssen. 

Die Menschen unserer Stadt haben die Öffnung der Parks in dieser schweren Zeit auch verdient. Denn die Solinger haben in den vergangen Tagen bewiesen, dass sie den Ernst der Lage verstanden haben und die Regeln befolgen. Dafür gibt es sogar ein offizielles Lob der Polizei. Mittlerweile spüren Politiker wie Bürger, dass die strengen Verbote ein absehbares Ende haben müssen. Ewig kann man die Bevölkerung unserer Stadt nicht einsperren – auch wenn es dafür noch so gute Gründe gibt.

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