Neues Gewerbegebiet

Stadt gibt Startschuss für Rasspe-Sanierung

Die Stadt will das frühere Gelände der Firma Rasspe neu beleben. In den Gebäuden direkt an der Straße Stöcken wird bereits gearbeitet. Weil Metalldiebe am Werk waren, müssen sie abgedichtet werden. Foto: Uli Preuss
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Die Stadt will das frühere Gelände der Firma Rasspe neu beleben. In den Gebäuden direkt an der Straße Stöcken wird bereits gearbeitet. Weil Metalldiebe am Werk waren, müssen sie abgedichtet werden.

Vertrag über Altlasten-Gutachten auf dem Gelände in Stöcken ist unterschrieben. Mit den Arbeiten soll es ab 2017 richtig losgehen.

Von Andreas Tews

Bei Flächen, die jahrzehntelang industriell genutzt wurden, sei immer damit zu rechnen, dass der Boden durch Schadstoffe belastet ist, betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Das frühere Rasspe-Gelände an der Straße Stöcken bilde keine Ausnahme. Um das Risiko bei der Sanierung der Fläche möglichst gering zu halten, arbeitet die Stadt mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) zusammen. Den Vertrag haben dessen Geschäftsführer Dr. Roland Arnz und Vertreter der Stadt am Dienstag unterschrieben.

Die städtische Wirtschaftsförderung will das ehemalige Gelände der Firma Rasspe wiederbeleben, damit sich dort auf 6,5 Hektar Fläche neue Firmen ansiedeln können. Nach Plänen der Stadt sollen nur die Gebäude direkt an der Straße erhalten bleiben. Alle anderen sollen zum Abriss freigegeben werden. Eine anschließende Nutzung soll sowohl für große, als auch für kleine Firmen möglich sein.

Die Grundstücke waren nach der Insolvenz der Voreigentümer herrenlos geworden und wurden vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW verwaltet. Bei einem Bieterverfahren des Landesbetriebs erhielt die Wirtschaftsförderung den Zuschlag. Ein potenzieller Investor, der das Gelände auf eigene Kosten sanieren und erschließen wollte, hatte das Nachsehen.

Frank Balkenhol, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, sprach von einer „Revitalisierung der Fläche mit allem drum und dran“. Es gehe darum, das Gelände so aufzubereiten und zu erschließen, dass es für künftige Investoren attraktiv ist. Dass die Stadt dabei einen Gewinn macht, ist nach seinen Angaben vorerst nicht zu erwarten.

OB Kurzbach rechnet aber mit jährlich rund 1,1 Millionen Euro Gewerbesteuer, die die neu angesiedelten Unternehmen zahlen könnten. Er legt dabei die Durchschnittswerte für Solinger Gewerbegebiete zugrunde. Hinzu käme die Lohnsteuer der bis zu 500 Beschäftigten. Langfristig könnte sich das Projekt laut Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) also doch rechnen.

Die Stadt will für einen möglichst schnellen Breitband-Anschluss sorgen

Das Ziel sei es, die letzte größere Brache Solingens so wiederzubeleben, dass dort nachhaltig Arbeitsplätze entstünden, sagte Kurzbach. Darum sei es auch wichtig, für einen möglichst guten Breitband-Anschluss zu sorgen. Logistik-Unternehmen und solche „mit einem großen Flächenfraß“ scheiden laut Balkenhol aus.

Kurzbach rechnet damit, dass allein die Sanierung des Untergrunds rund fünf Millionen Euro kosten wird. Das Risiko über Kosten, die darüber hinausgehen, teile man mit dem AAV, der von Kommunen und dem Land NRW finanziert wird.

Der AAV lässt die Belastung des Bodens detailliert untersuchen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Arnz für Anfang 2017. Bisherige Untersuchungen bezogen sich auf den aktuellen Zustand. Wenn jetzt Gebäude abgerissen und versiegelte Flächen aufgebrochen werden, könnten laut Arnz neue Gefahren für den Boden entstehen. Diese Risiken gelte es abzuklären. Der AAV-Geschäftsführer geht davon aus, dass einige Bereiche des Geländes mit relativ hohem Aufwand saniert werden müssen.

BÜRGERBETEILIGUNG 

INFORMATIONEN

Ab sofort können sich Interessierte telefonisch bei der Wirtschaftsförderung (P 2 49 41 30) informieren und Anregungen geben. Im Januar geht die Internet-Seite „Stöcken 17“ online. Ab Februar wird in einem Container vor Ort alle 14 Tage eine Sprechstunde abgehalten. Für das Frühjahr ist ein „Tag der offenen Tür“ geplant. „Bei Bedarf“ soll es eine Bürgerversammlung geben.

Aktuell laufen bereits Arbeiten an den Gebäuden direkt an der Straße Stöcken. Davon zeugen Baugerüste. Metalldiebe haben das Dachgeschoss laut Balkenhol so ausgeschlachtet, dass Regenwasser eindringt. Jetzt sei man dabei, das Gebäude zu stabilisieren.  Wann die ersten neuen Firmen auf dem Gelände neu bauen können, ist noch nicht bekannt. Balkenhol versprach aber, die Bürger und mögliche Investoren zeitnah und ausführlich zu informieren (siehe Kasten).

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