Stadt fördert Entsieglung grauer Flächen

Online-Seminar befasste sich mit klimaangepassten Vorgärten und Dächern

Von Moritz Berger

Es kann leicht aus dem Blick geraten, dass der Klimawandel uns nicht nur als globales Problem betrifft. Die konkreten Auswirkungen lassen sich bereits vor Ort nachvollziehen. So werden die Hitzeperioden im Sommer länger und umgekehrt setzt Starkregen alles unter Wasser. Dabei bleibt auch das eigene Haus nicht verschont, wie auch viele Solinger im vergangenen Juli leidvoll feststellen mussten.

Um die Auswirkungen dieser Wetterextreme etwas abzumildern, kann vor allem Begrünung rund ums Haus helfen. Diese Botschaft wurde am Donnerstagabend bei einem digitalen Seminar vermittelt. Zusammen mit der Verbraucherzentrale hatte die Stadt zur Informationsveranstaltung unter dem Titel „Starkregen und Dachbegrünung – Klimaangepasste Dächer und Vorgärten“ geladen.

Das Online-Seminar komme zur richtigen Zeit, betont Claudia Wackerl vom Stadtdienst Natur und Umwelt. Denn gerade mit Blick auf den Frühling „richtet sich der Fokus an Gebäuden wieder nach außen“. Damit keine Überflutungen drohen, müssten sich Besitzer der Lage ihres Hauses und der damit verbundenen Gefahren bewusstwerden.

„Ein besonderes Risiko sind ebenerdige Fenster und Türen“, sagt Fatma Özkan von der Verbraucherzentrale. Zudem betont die Referentin, dass versiegelte Flächen die Gefahr einer Überflutung erhöhen. „Dadurch kann Wasser kaum versickern und auch nicht so gut verdunsten“, so Özkan. Letzteres begünstige im urbanen Bereich die Bildung von sogenannten Hitzeinseln.

Dächer können oft in Eigenregie bepflanzt werden

Vor diesem Hintergrund sollten möglichst wenige Flächen versiegelt werden. Mit Blick auf Vorgärten mache Schotter auch nicht unbedingt weniger Arbeit. „Bepflanzung bietet stattdessen Schatten und sorgt für Kühlung“, betont Katharina Koßmann von der Verbraucherzentrale. Weiterhin böten sich auch Dächer als Flächen zur Begrünung an. Sowohl Schräg- als auch Flachdächer könnten mit niedrigen Pflanzen bestellt werden. Darüber hinaus sei der Aufbau relativ simpel und in Eigenarbeit möglich, sagt Koßmann. „Dabei ist aber immer an die Statik zu denken.“

Um die Entsiegelung im Privaten zu fördern, unterstützt die Stadt die Umwandlung von Schottergärten und weiteren Flächen rund ums Haus. Etwa durch die Förderung für Pflanzen und Mutterboden. Bis zu 80 Prozent der Kosten, maximal 1000 Euro, könnten Hausbesitzer für die Umgestaltung von der Stadt erhalten. Das gilt insbesondere für mehrere Quartiere mit besonderem Bedarf. Dort werden die Förderanträge priorisiert. „Wir wollen, dass Grün immer öfter das Grau unterbricht“, verdeutlicht Claudia Wackerl.

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