Solingen pocht offenbar auf Vorkaufsrecht

Stadt und Eigentümer streiten über frühere Festhalle

Seit gut einem Jahr heißt die ehemalige Festhalle Ohligs „Reyna Event Center“. Seit März gab es dort coronabedingt keine Veranstaltungen mehr. Das Außengelände wirkt ungepflegt. Foto: Christian Beier
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Seit gut einem Jahr heißt die ehemalige Festhalle Ohligs „Reyna Event Center“. Seit März gab es dort coronabedingt keine Veranstaltungen mehr. Das Außengelände wirkt ungepflegt.

Der Betreiber hat einen Partner mit ins Boot geholt, die Stadt pocht jetzt offenbar auf ihr Vorkaufsrecht.

Von Andreas Tews

Solingen. Große Pläne hat Betreiber Mehmet Atilla Yildizgörer mit dem Reyna-Event-Center, der früheren Ohligser Festhalle. Einen sechsstelligen Betrag will er investieren, um den in die Jahre gekommenen Veranstaltungsort wieder aufzuwerten. Davon zeugt der äußere Zustand des Grundstücks derzeit nicht. Am ST-Telefon häufen sich die Beschwerden über Müll, Dreck und Unkraut. Die Ursache dafür liegt nicht nur in der Corona-Krise, die laut Yildizgörer die Einnahmen hat wegbrechen lassen. Auch ein Streit mit der Stadt über ein Vorkaufsrecht lässt seine Aktivitäten derzeit offenbar ruhen.

Die Stadt hatte sich 2011 von der Festhalle getrennt und sie an die Ohligser Gastronomen André und René Hitzegrad verkauft. Vertraglich waren die beiden bis 2018 daran gebunden, die Halle als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte zu erhalten. Zudem behält sich die Stadt bei Eigentümerwechseln ein Vorkaufsrecht vor. 2019 haben die Hitzegrads an den Kölner Yildizgörer verkauft. Er war als Veranstalter bis dahin vor allem in der Domstadt aktiv.

Solingen: Investitionen in Innenausbau und neue Bestuhlung sind geplant

Bis März war die Halle laut Betreiber unter anderem durch Karnevalsveranstaltungen, sowie 90er-Jahre- und Rock-Partys gut ausgelastet. Dann kam die Corona-Krise, und die Einnahmen brachen weg. Dies stellte Yildizgörer angesichts geplanter Investitionen von mehr als 200 000 Euro in Innenausbau und Bestuhlung vor finanzielle Probleme. Darum bemühte er sich um einen Investor – und fand ihn auch in einer Duisburger Firma.

Der Preis, den der Betreiber von dem neuen Anteilseigner erhielt, brachte nach seinen Angaben die Stadt Solingen auf den Plan. Sie hatte beim Verkauf durch die Hitzegrads ihr Vorkaufsrecht nicht gezogen, weil ihr der Verkaufspreis seinerzeit zu hoch war. Jetzt streiten das Rathaus und Yildizgörer mit juristischen Mitteln darum, ob das aktuelle Einbinden des neuen Investors mit dem Vorkaufsrecht der Stadt vereinbar ist.

Angesichts dieser Unsicherheiten und wegen der weiter laufenden Fixkosten wirbt der Betreiber um Verständnis dafür, dass er in das Außengelände derzeit nicht viel investiere. Der äußere Zustand, so heißt es aus dem Rathaus, gefalle den zuständigen Stellen dort zwar nicht. Sicherheitsbedenken gebe es aber nicht. Zu dem juristischen Streit wolle man sich derzeit nicht äußern.

Der mögliche Verkauf der Festhalle Ohligs ist seit Jahren Gesprächsthema in dem Stadtteil.

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