Von stabilen Stühlchen der Güteklasse Baumarkt

Der Alpinist Dr. Karl Maria Herrligkoffer nahm 1954 stabile Kortenbach-Stühlchen mit zum Nanga Parbat. Foto: ST-Archiv/Thomas Herriger
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Der Alpinist Dr. Karl Maria Herrligkoffer nahm 1954 stabile Kortenbach-Stühlchen mit zum Nanga Parbat. Foto: ST-Archiv/Thomas Herriger

Das ST veröffentlicht in einer Mini-Serie Anekdoten aus dem neuen Buch von Wilhelm Rosenbaum

Anekdoten aus der Klingenstadt hat der Autor Wilhelm Rosenbaum in seinem neuen „Kurios! Geschichten aus Solingen“ zusammengestellt – eine Kooperation von ST und Wartberg-Verlag. Einige der unterhaltsamen Häppchen stellt das Tageblatt in den kommenden Wochen in einer Mini-Serie vor. Den Anfang macht heute die Geschichte „Calli und der Klappstuhl“.

Er ist mit seiner stattlichen Leibesfülle – die Schätzwerte bewegen sich in kundigen Kreisen locker von 120 bis 180 Kilogramm Lebendgewicht – einfach nicht zu übersehen, und da der fröhliche Rheinländer nicht auf den Kopf gefallen ist, macht er ständig von sich reden: Das ist Reiner „Calli“ Calmund, ein Bundesliga-Original unterm Bayer-Kreuz, wo er für seine Leverkusener Elf zur Symbolfigur des immer mobilen Managers wurde.

Calli, bis heute ein zuverlässiger Garant für flapsig-flotte Sprüche, war im Sommer 2003 Gast im Walder Stadion, wo die Bayer-Kicker vor 4000 Zuschauern ein Freundschaftsspiel gegen Union Solingen bestritten und standesgemäß mit 5:0 gewannen. Ein Höhepunkt des Spektakels allerdings spielte sich in der Halbzeitpause ab, als ein erstklassiger Platzregen losging und Calli von Guido Rohn, dem „Motor“ des Walder Stadions, ins Clubhaus gelotst wurde. Hier nahm Calli Platz auf einem stabilen Stühlchen der Güteklasse Baumarkt und verspeiste zwei Würstchen.

Genau dieser Stuhl war nach Callis Intermezzo für Guido Rohn mehr als nur irgendein hölzernes Sitzmöbel. Er rettete also den Calli-Stuhl und hängte das sportliche Unikat werbewirksam hinter der Theke an die Wand, mit der pfiffigen Begründung, damit sei der erste Schritt zu einem „Sportmuseum“ im Walder Stadion bereits getan.

Vielleicht wird ja auch noch ein exquisites Stuhl-Museum draus. Denn ein anderer „Vierbeiner“ aus dem bekannten Solinger Unternehmen Kortenbach & Rauh am Weyer hat seine Premiere vor gut 60 Jahren feiern können. Da nahm der Alpinist Dr. Karl Maria Herrligkoffer auf einer Himalaya-Expedition einen ganzen Satz Walder Klappstühle mit in das Kletterabenteuer zum Nanga Parbat. Und er bedankte sich nach der Rückkehr mit einem Foto, das ihn in der asiatischen Bergwelt bei seiner Siesta auf einem wetterfesten, stabilen Kortenbach-Stühlchen zeigt.

Die Geschichte beweist: Walder wollten schon immer hoch hinaus.

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