Prozess

Messerangriffe: 42-Jähriger wegen 22 Taten angeklagt

Am Wuppertaler Landgericht gibt es seit Jahresanfang wieder eine 10. Große Strafkammer. Foto: Leon Hohmann
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Am Wuppertaler Landgericht gibt es seit Jahresanfang wieder eine 10. Große Strafkammer.

Der Mann soll unter Einfluss einer schweren psychischen Erkrankung und Suchtmittelabhängigkeit mit Messerangriffen gedroht und um sich geschlagen haben.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nun steht ein 42 Jahre alter Solinger vor dem Landgericht Wuppertal. Hintergrund mehrerer Taten waren Diebstähle, die laut Staatsanwaltschaft der Finanzierung von Drogen und Lebensunterhalt dienten. Die Richter haben zu prüfen, ob sie den Mann auf Dauer in eine psychiatrische Klinik einweisen müssen. Zum Prozessbeginn erklärte er: „Das mit den Messern war eher so im Scherz. Ich würde nie einen Menschen mit einem Messer angreifen oder verletzen.“

Es geht um 22 mögliche Straftaten des Mannes ab Sommer 2020: Eine Drohung „Ich stech’ Dich ab“ gegen einen Mitarbeiter der städtischen Notschlafstelle, wo er vorübergehend Gast war, Beleidigungen und Schläge gegen eine Verwandte, ein Streit in einem Juweliergeschäft, das er ohne Maske betreten haben soll, um den Inhaber schließlich als „Dreckskanaken“ zu beschimpfen und mit einem Messer zu bedrohen. Dazu kommen verschiedene Diebstähle aus Läden. Seine Beute soll er kurz nach den Taten bei An- und Verkaufsläden angeboten haben. Laut vorläufigem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann unter Wahn durch Verfolgungsängste und ist von unterschiedlichen Drogen abhängig. Die Vorwürfe bestreitet er teilweise. Die Begebenheit aus der Notschlafstelle sei „glatt gelogen“, erklärte der Mann den Richtern.

Mit einer Cousine seiner Mutter habe er Schwierigkeiten: „Die guckt so komisch und gibt immer Kommentare ab.“ Laut Anklage soll er die Frau geschlagen und sie unter anderem als „Hure“ und „Nazischlampe“ beschimpft haben. Der 42-Jährige gab dazu an: „Nazi kann sein. Die hat mich mal zu so einer AfD-Veranstaltung mitgenommen.“ Das andere allerdings habe er nicht gesagt. Die Episode beim Juwelier hat eine beinahe skurrile Note: Der Mann habe erst gedroht, dann aber gemerkt, dass er kein Messer dabei hatte. Er habe das Geschäft verlassen und versucht, von einem Imbiss auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Messer zu erhalten.

Das Landgericht Wuppertal hat drei Verhandlungstage für Zeugenvernehmungen vorgesehen.

Auch interessant: Solingerin muss nach Messerattacke in Alkohol-Entzug

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