Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft

Kindesmisshandlung

Von Dirk Lotze

In einem Prozess um gewalttätige Kindesmisshandlung hat die Staatsanwaltschaft gegen den 40 Jahre alten Angeklagten fünf Jahre Freiheitsstrafe beantragt. Bewährung ist bei dieser Höhe ausgeschlossen. Der Mann habe den sieben Jahre alten Sohn seiner früheren Freundin geschlagen, gedemütigt und gequält, während er genau wusste, was er tat.

Die Übergriffe habe er 2017 begangen, sie sollen unter dem Thema „Bestrafungen“ gestanden haben. Auslöser seien Alltagssituationen gewesen, wie Fehler bei den Hausaufgaben. Seit vergangener Woche befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft: Es gibt neue Vorwürfe gegen ihn. Er soll einem weiteren Opfer gewaltsam ein Bein gebrochen haben – dem im Kindesalter befindlichen Sohn einer neuen Lebensgefährtin. Dazu ermittelt die Polizei.

Das Landgericht Wuppertal muss im aktuellen Verfahren unabhängig und ausschließlich über Anklagepunkte aus 2017 urteilen. Zu den Vorwürfen zählen Prügel und das Einklemmen des Kopfes in einer Schranktür. Der Angeklagte soll sein Opfer im Treppenhaus ans Geländer gefesselt und im Keller eingesperrt haben. Er habe dem Jungen den Kopf in die Toilettenschüssel gedrückt und abgespült. Die Richter haben nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zehn Tage Bedenkzeit. Sie haben bereits klar gemacht: Die Aussage des Geschädigten ist das wesentliche Beweismittel in diesem Verfahren.

Zum Schutz des Opfers wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen

Der weiter im Kindesalter befindliche Junge wurde zu Prozessbeginn im August 2021 von Angehörigen ins Gericht begleitet. Zu seinem Schutz war die Öffentlichkeit ausgeschlossen, während er aussagte. Er soll durch die Gewalt schwere Entwicklungsschäden erlitten haben. Zur Aussage stellte ein Psychologe klar: In den vier Jahren seit dem Geschehen haben sich die Schilderungen verändert. Der Kern vieler Vorwürfe sei aber aus psychologischer Sicht immer gleich geblieben.

Die Anzeige stammt aus 2017, die Anklage der Staatsanwaltschaft ging Anfang 2021 bei Gericht ein. Zusätzliche Vorwürfe gegen den Angeklagten zu zwei gewaltsamen Übergriffen auf die frühere Lebensgefährtin, die ihren Sohn schützen wollte, hat das Gericht eingestellt, weil sie die Strafe nicht wesentlich erhöhen würden.

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