Prozess

Drogenhandel in Gräfrath: Staatsanwaltschaft beantragt lange Haft

Gegen das härtere Urteil des Amtsgerichts Velbert hatte der Angeklagte Berufung vor dem Landgericht Wuppertal eingelegt.
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Gegen das härtere Urteil des Amtsgerichts Velbert hatte der Angeklagte Berufung vor dem Landgericht Wuppertal eingelegt.

Nach Drogenhandel aus einem Wohnhaus in Gräfrath soll das Landgericht Wuppertal einen Angeklagten als Drahtzieher zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilen.

Von Dirk Lotze

Solingen. Das hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch beantragt. Der 30-Jährige konsumiert selbst Drogen und soll in eine Entzugsklinik eingewiesen werden. Er hat die Taten gestanden. Er war aufgefallen, nachdem er im Mai 2020 Amphetamin für 10 000 Euro an eine Scheinankäuferin der Polizei geliefert hatte. In einem Fall soll der Mann in der Nähe seiner Betäubungsmittel Waffen griffbereit gehalten haben.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft betrieb der Mann einen professionellen Drogenvertrieb. Hintergrund war laut Geständnis eine Internet-Gruppe zu illegalen Geschäften auf Basis von Handy-Nachrichten. Sie besteht weiter und umfasst Tausende Mitglieder. Per Handy soll die Scheinankäuferin Kontakt mit dem Angeklagten aufgenommen haben. Nach einem Probekauf einer kleinen Menge sei es zur großen Bestellung gekommen. Die Übergabe der Betäubungsmittel erfolgte an der Adresse des Angeklagten. Einsatzkräfte nahmen den Mann anschließend fest.

Bei weiteren Drogengeschäften soll der 30-Jährige seine Ware teils an der Haustür übergeben, teils mit Paketen verschickt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass insgesamt mindestens fünf Kilogramm Betäubungsmittel in Umlauf gelangten. Das von der Scheinankäuferin bestellte Amphetamin hatte der Mann hingegen – unwissend – direkt in die Hände von Beamten abgegeben: Ein Umstand, den die Staatsanwaltschaft strafmildernd wertete.

Mindeststrafe beträgt bereits fünf Jahre Haft

Bei bewaffnetem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln beträgt die Mindeststrafe bereits fünf Jahre Gefängnis. Der Verteidiger des Mannes beantragte in seinem Plädoyer, dass das Urteil das Strafmaß der Staatsanwaltschaft nicht überschreiten solle. Wesentlich sei die Unterbringung seines Mandanten in einer Entzugsklinik.

Der Prozess wird am 7. Mai fortgesetzt. Dann will das Gericht noch eine frühere, geringfügige Verurteilung des 30-Jährigen einbeziehen. Danach können Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Anträge falls nötig anpassen, bevor das Gericht entscheidet.

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