Brauchtum

St. Martin darf wohl durch Solingen reiten

Der Gräfrather Martinszug ist einer der größten in Solingen. Er soll in diesem Jahr wieder stattfinden. Archivfoto: Andreas Horn
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Der Gräfrather Martinszug ist einer der größten in Solingen. Er soll in diesem Jahr wieder stattfinden. Archivfoto: Andreas Horn

In Gräfrath ist ein Umzug geplant, Wald setzt wie im Vorjahr wegen der Coronavirus-Pandemie aus.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Reiter, Pferd und Kapelle sind angefragt, knapp 600 Weckmänner bestellt. Bei der Arbeitsgemeinschaft Gräfrather Vereine und ihrem Vorsitzenden Helmut Schurr laufen die Vorbereitungen für den diesjährigen Martinszug durch den Stadtteil. Genehmigt das Ordnungsamt die in dieser Woche eingereichten Anträge, findet die Veranstaltung am Mittwoch, 10. November, statt. „Wir würden uns sehr freuen, wenn das klappt“, sagt Schurr.

Im Rathaus geht man derzeit davon aus, dass Martinszüge in diesem Jahr planbar sind, bestätigt Sprecherin Sabine Rische. Zwar sei die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes nur bis zum 29. Oktober gültig. Momentan deute jedoch wenig auf eine erhebliche Verschärfung der Regeln hin.

Nach den derzeit gültigen Vorgaben dürfen Großveranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Bei mehr als 2500 Besuchern greift die 3G-Regel. Unabhängig davon erinnert Rische daran, dass Martinsfeuer beim Ordnungsamt anzeigepflichtig seien, in der Regel zwei Wochen im Voraus. Veranstalter können Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Organisationen, Vereine, Schulen sowie Kitas sein.

In Gräfrath möchten die Verantwortlichen die Gelegenheit nutzen und die Freiluftveranstaltung durchführen. Die aktuellen Pläne sehen am späten Nachmittag wie gewohnt das Eugen-Maurer-Haus als Startpunkt vor. Von dort aus soll der Tross in Richtung Brandteich ziehen, wo ein gemeinsames Martinsfeuer geplant ist. Rund 2000 Besucher kamen vor zwei Jahren zum Gräfrather Martinszug.

St. Martin in Solingen: Viele Schulen und Kitas planen interne Feiern – bislang

Bis zu 5000 wurden im selben Jahr in Wald gezählt. Dort fällt die Veranstaltung in diesem Herbst aus. Die Entscheidung dazu sei bereits im Frühjahr gefallen, erklärt Organisator Bernd Reinzhagen. „Wegen der fehlenden Planungssicherheit stand eine Durchführung nie wirklich zur Debatte.“

Das Einhalten von Abständen sei spätestens im Walder Stadion, wo die Veranstaltung traditionell endet, nicht möglich. „Wir haben leider kein Konzept gefunden, wie man den Umzug für alle Beteiligten sicher durchführen kann.“ Stattdessen habe er von Schulen gehört, die kleine Feiern auf dem eigenen Gelände planen.

Das scheint nicht nur in Wald der Fall zu sein. Vor einigen Wochen habe das Ordnungsamt 90 Personen und Institutionen angeschrieben, die in den vergangenen Jahren Martinszüge angemeldet hatten, berichtet Sabine Rische. Darunter befanden sich vor allem Schulen und Kitas. Rund die Hälfte habe erklärt, dass bereits die Entscheidung gegen einen Martinszug gefallen sei. Stattdessen feiere man in kleinen Gruppen.

„Inzwischen hat das Familienbüro noch einmal alle Kitas angeschrieben und darauf hingewiesen, dass es für Veranstaltungen draußen kaum noch coronabedingte Hürden gibt“, erklärt Rische. Deshalb sei vorstellbar, dass es nach den Herbstferien doch noch Planungen in Kitas und Grundschulen gibt.

Das ST möchte seinen Lesern in diesem Jahr eine Übersicht der öffentlichen Martinszüge in Solingen bieten. Veranstalter werden deshalb gebeten, die Termine per E-Mai mitzuteilen.

redaktion@solinger-tageblatt.de

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