Gedenken

Die Spurensuche setzt deutliche Zeichen gegen rechte Gewalt

Teilnehmer gingen unter anderem auf dem jüdischen Friedhof auf Spurensuche.
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Teilnehmer gingen unter anderem auf dem jüdischen Friedhof auf Spurensuche.

An vier Gedenkstätten wurde der Opfern von Hass, Verbrechen und Rassismus gedacht.

Von Susan Jörges

Erinnern ist wichtig, um aus der Vergangenheit zu lernen. Ankämpfen gegen rechte Gewalt, Hass und Rassismus stand im Mittelpunkt der "Spurensuche", auf die sich viele Solinger am Freitagabend begaben. Das Theaterprojekt „Alte Spuren - neue Wege“ der Cobra erinnerte anlässlich des 25. Jahrestags des Solinger Brandanschlags an vier Solinger „Tatorten“ an Menschheitsverbrechen. 

Schon zum 20. Gedenktag veranstalteten Volker Eigemann und Anja Stock im Rahmen des Jugendtheaters „Trying Babylon“ die Spurensuche - dieses Jahr in zweiter Auflage mit neuen Gruppen, Projekten und Ensembles. Mit Bussen wurden die Spurensucher zu vier Spielorten gebracht, die aufgrund des schlechten Wetters größtenteils ins Trockene verlegt werden mussten. So fiel es teilweise schwer, den Bezug zu den Verbrechen in der Stadtgeschichte herzustellen. 

In der wirkungsvollen Atmosphäre des jüdischen Friedhofs trugen Schüler der Alexander-Coppel-Gesamtschule Briefwechsel mit Hinterbliebenen jüdischer Naziopfer vor. Begleitet wurden sie von der Musikgruppe „Odessa-Projekt“, die durchdringende Lieder aus Zeiten des Holocausts spielten. Ein Ausschnitt des Theaterprojekts des Mildred-Scheel Berufskollegs, bei gutem Wetter vorgeführt am Mahnmal, gab erschreckende Einblicke in Gewalt, Unterdrückung und Verzweiflung in Flüchtlingsstaaten. Auch die nächste Inszenierung der Geschwister-Scholl Schule setzte ein Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Was eigentlich am Rathaus Ohligs zum Gedenken der Opfer am Wenzelnberg hätte stattfinden sollen, wurde nun in der Schulaula vorgeführt. Doch auch hier setzte der kreative Ausdruckstanz, zusammen mit Gedichten aus Ausschwitz, ein klares Statement: Solingen steht für Courage, Integration und Zusammenhalt. 

Mehr als 100 Besucher kamen zur Abschlussveranstaltung

Den Einsatz der jungen Menschen lobten viele Besucher. „Es ist schon besonders, dass sich so viele Jugendliche mit diesen Themen intensiv auseinandersetzen“, betonten die Besucherinnen Petra Kau und Michaela Wunschelmeier. Die Abschlussveranstaltung in der großen Halle der Musikschule, in der die über 100 Beteiligten zusammen kamen, bildete das Finale der Spurensuche. Volker Eigemann, Organisator des Gedenkprojektes, freute sich über die vielfältigen Endergebnisse der einzelnen Projekte. „Viele der Inszenierungen nehmen Bezug auf Entwicklungen und Probleme von heute und sind somit aktuelle Versionen von den damaligen Geschehnissen.“ Auch wenn an diesem Abend die intensiven Auseinandersetzungen mit Gewaltverbrechen ein bedrückendes Gefühl hinterlassen mögen – Solinger haben einmal mehr gezeigt, dass es in ihrer Stadt keinen Platz für Rassismus gibt.

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