ST vor Ort

Der Sportring ist ein wichtiger sozialer Faktor

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Die teiloffene Hallen-Arena ist ein Pfund, mit dem der Sportring wuchern kann. Vor allem jüngere Sportler finden den Weg zum Verein.

Verein setzt auf Kinderförderung und Inklusion. Kicker wollen mit dem TSV fusionieren.

Von Timo Lemmer

Höhscheid. Das „kleine Tal“, wie es auch Udo Steinheuer nennt, haben in den letzten Jahren fast alle Sportvereine in ihrer Mitgliederstruktur zu verzeichnen. So auch der Sportring Höhscheid und sein Vorsitzender. Doch an der Neuenkamper Straße scheint die Talsohle durchschritten. Mehr als 500 Mitglieder habe sein Verein. „Ich schätze aber, es sind mittlerweile deutlich mehr. Erst im September kommt die neue Mitgliederliste.“

Es bleibt beim Sportring zwar dabei, dass die höheren Jugend-Spielklassen schwach besetzt sind, Grund zur Sorge ist das aber nicht mehr. Zum einen, weil die Fußballer ohnehin bald mit dem TSV Aufderhöhe verschmelzen werden. „Unser Ziel ist es ganz klar“, sagt Steinheuer, „dass es zur Saison 2019/20 den TSV Solingen geben soll. Das Vorhaben ist sehr, sehr weit gediehen.“

Er verweist auf die umgekehrte Alterspyramide in Aufderhöhe - weniger junge, mehr ältere Jugendliche. Und das ist auch der zweite Grund, warum man sich beim Sportring keine Sorgen um die Zukunft macht: Der kleinste Nachwuchs kommt. Teilweise in Scharen. Es sind die Veränderungen, die der Sportring in den vergangenen Jahren angestoßen hat, die für den Zulauf sorgen. Insbesondere sozial engagiert sich der Verein immer stärker. „Etwa 80 Leute gehören dazu“, blickt Steinheuer auf immer größer werdende Inklusions-Gruppen im Sportring.

Kopf hinter vielen guten Ideen ist Thorsten Marks: Er ist auch Initiator der Handicap-Liga, die bald anlaufen soll, und der Mini-Kicker. „Das sind Ballgewöhnungsgruppen für Kinder bis fünf Jahren“, erklärt Geschäftsführer Hans-Peter Wupper. Die ebenfalls neu hinzugekommene Freilufthalle, einmalig in der Stadt und bestens ausgelastet, bietet hierzu auch baulich und sportlich den perfekten Rahmen. Zwei Gruppen Mini-Kicker spielen schon mit zwei Jahren das erste Mal mit dem Ball. „Die haben richtig Spaß“, sagt Steinheuer.

Mit seinen Mitstreitern ist er stolz auf das Erreichte der letzten Jahre. Denn: Zahlreiche Umbauten und Modernisierungen sowie die Neubauten und das neu erschlossene Feld des sozialen Engagements „ergänzen sich einfach optimal“. Zwei Inklusions-Teams gibt es im Jugendbereich, inzwischen auch eines für ältere - die ersten Teilnehmer aus Anfangszeiten seien eben „rausgewachsen“. Die Freilufthalle wird derweil komplett barrierefrei. Zudem steht das top-modernisierte Vereinsheim an der Neuenkamper Straße, das Burger-Haus, in dem sich gut essen, trinken, Fußball schauen lässt. Wupper: „Eine Höhscheider Begegnungsstätte.“ Auch, wenn Steinheuer das gerne noch weiter ausgebaut sähe. „Da geht noch mehr.“ Neben den Kickern oder den vielen Freizeittruppen, die die Freilufthalle mieten, treffen sich im Burger-Haus regelmäßig Dart-Freunde.

DER VEREIN

HISTORIE Der Sportring Höhscheid ist einer der ältesten Solinger Sportvereine. Gegründet wurde er 1880 als Arbeitersportverein. Inzwischen hat man mit den Sportfreunden Widdert und kurz darauf auch mit dem SSC 95/98 fusioniert.

Die Fußballer machen im Sportring den klar größten Teil aus. Zwei Herren- und zwei Damen-Teams, eines davon schon in Kooperation mit dem TSV Aufderhöhe, gehen im Seniorenbereich in die Spielzeit. Dazu kommen vier weibliche und 18 männliche Jugend-Teams. Hierbei gibt es schon zahlreiche Kooperationen mit dem TSV: Ein Jugendförderverein wurde inzwischen gegründet und wird um Punkte spielen: „Es ist eine Vorstufe zur angedachten Verschmelzung.“

Steinheuer und seine Mitstreiter, allen voran Jugendleiter Michael Rutkowski, mussten anfangs gegen einige Widerstände kämpfen. „Einfach war es nicht, aber im Mädchen-Bereich hat sich die neue Struktur sehr bewährt.“ Inzwischen sind die Mitglieder, die jeweils beim Stammverein bleiben, überzeugt. „Der TSV Solingen wird ein ganz interessanter Verein. Mit den Aufderhöhern verstehen wir uns extrem gut, und zwischen den Plätzen liegen nur zwei Bushaltestellen.“

Freizeitabteilung rundet das Vereinsangebot ab

Zudem will der Sportring den Damenbereich ausbauen. Die Seniorinnen spielen in der Bezirksliga, die Herren sind gerade in die Kreisliga A zurückgekehrt. Auch die Freizeitabteilung um Eleonore Meis gehört zum Verein, der ein Anker im Stadtteil ist. Gymnastik, Turnen und mehr – 35 Mitglieder hat die Freizeitabteilung. Lediglich der Kontakt zu anderen Vereinen im Stadtteil hat zuletzt gelitten. „Ein Stadtteilfest wird absolut vermisst“, sagt Steinheuer, der gerne wieder eine Fete am Denkmol oder Vergleichbares sähe.

Bis dahin versucht man beim Sportring, das Pfingstturnier im Rahmenprogramm größer aufzuziehen. Bei der letzten Auflage spielten an zwei Tagen Bands. Das Highlight lieferte Sonntagabend „See You“ mit über 1000 Besuchern. „Das war schon ein kleiner Ersatz mit Stadtteilfest-Charakter.“

Hier erfahren Sie alles über unsere Stadtteilserie "ST vor Ort".

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