Sport

Christoph-Kramer-Tribüne: Weltmeister will in Solingen einsteigen

Auf der Gegengeraden wird die zweite Tribüne entstehen, der derzeit zentale Flutlichtmast wird versetzt.
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Auf der Gegengeraden wird die zweite Tribüne entstehen, der derzeit zentale Flutlichtmast wird versetzt.

Fußball-Profi Christoph Kramer aus Solingen gibt der nächsten Errungenschaft im Walder Stadion seinen Namen. Was seine Spende für den Förderkreis bedeutet und was in der Jahnkampfbahn geplant ist.

Solingen. Enorm viel ist über mittlerweile 27 Jahre hinweg in der Jahnkampfbahn erreicht worden. Dank des nimmermüden Förderkreises, der nun die kommenden Maßnahmen präsentierte – natürlich an Ort und Stelle.

Christoph Kramer ist bereits länger Förderkreis-Mitglied.

Die eingeladenen Referenten Andreas Budde (Beigeordneter), Miriam Macdonald (Abteilungsleiterin Stadtentwicklung), Detlef Wagner (Präsident Sportbund) und Ernst Lauterjung (Vorsitzender Sportausschuss) bildeten wahrlich ein prominentes Podium, das dann aber noch überstrahlt wurde. Christoph Kramer, Fußball-Weltmeister von 2014, war nach Wald gekommen, um seine Hilfsbereitschaft in doppelter Hinsicht zu verdeutlichen.

„Christoph wird uns helfen, die Planungen für die Gegentribüne fortschreiten zu lassen“, sprach Förderkreis-Chef Guido Rohn von einer Spende, die unter anderem in die Gutachten-Kosten fließt. Ein Schallschutzgutachten hat keine Bedenken mit Blick auf die Anwohner ergeben.

Christoph Kramers erste Bundesjugendspiele

Mittlerweile sind weitere Hürden auf dem Weg zur zweiten Tribüne mit dann insgesamt 1200 überdachten Plätzen genommen worden. Was auch den Fußball-Profi von Borussia Mönchengladbach freut: „Hier hatte ich meine ersten Bundesjugendspiele und Kleinfeldturniere. Da ist es für mich eine Riesenehre, etwas tun zu können“, sagt Christoph Kramer.

„Mit einem Solinger Verein aufzusteigen, wäre grandios.“

Weltmeister Christoph Kramer

Der 31-Jährige will sich zudem nach seiner aktiven Karriere dem Fußball in seiner Heimatstadt widmen. Noch am vergangenen Samstag sprach er beim 3:0-Sieg über RB Leipzig mit dem anderen Solinger Bundesliga-Spieler, Kevin Kampl. „Ich bin noch nie aufgestiegen. Mit einem Solinger Verein das schaffen und dann mit dem Flieger nach Malle, das wäre grandios“, plauderte Kramer wie gewohnt höchst unterhaltsam.

Bringen Kampl und Kramer die Klingenstadt fußballerisch nach vorn?

Dass sich er und Leipzigs Kampl in wenigen Jahren zusammen tun und die Klingenstadt fußballerisch nach oben führen, bezeichnet Christoph Kramer auch dank vieler Kontakte in Solingen durchaus als sehr konkret. „Es wäre der rundeste Abschluss, den ich mir vorstellen kann.“ Kampl hat im ST-Interview vor wenigen Monaten verraten, dass er in Solingen ein Haus gekauft hat.

Natürlich sollen dann auch Spiele ihres noch zu ermittelnden Clubs auf dem Naturrasen der Jahnkampfbahn stattfinden. „Trotz bester Pflege durch die Stadt muss hier etwas geschehen“, spricht Rohn vom letzten Schwachpunkt des Stadions. 1928 entstanden, seien es besonders die Buckel, die höherklassige Gäste abschrecken. Und auch für die Paladins-Footballer ist es hemmend, Schiedsrichter wie Gegner rümpfen ob des Untergrunds regelmäßig die Nase. Sogar Verbandsklagen liegen vor.

Ernst Lauterjung versprach für den Sportausschuss, über Bundes- und Landesmittel hinaus Möglichkeiten abzuklopfen – auch bezüglich Geldern aus der Sportpauschale.

Nahezu Vollzug konnte Andreas Budde hingegen bei der Sanierung des Kunstrasenplatzes an der Adolf-Clarenbach-Straße vermelden, der maßgeblich aus dem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept finanziert wurde. Sukzessive seien für Wald weitere Maßnahmen geplant.

Neben der Freude über die zukünftige Tribüne, für die Baurecht gilt und deren Kosten Budde aufgrund der derzeit schwierigen Kalkulation nicht beziffern wollte, sowie dem Frust über den Rasen gab es eine Reihe weiterer Ausführungen zu Veränderungen.

„Aktivband“: Miriam Macdonald stellte die Aufwertung des Bolzplatzes an der Menzelstraße zum Multifunktionsfeld mit Möglichkeiten zur Bewegung und zum Rehasport vor. Zur Sportpark-Achse hin zum Marktplatz zähle auch die Zwergstraße, die beleuchtet und als „Aktivband“ ausgestattet werden soll. Eine aktuelle Übersicht zum „Sportpark Wald“ ist am Haupteingang zu finden, erstellt durch den Wald-Merscheider TV mit Daniel Konrad.

Nordkurve: In Kooperation mit der Stadt wird der Abschnitt rund ums Denkmal zum Schulhof hin deutlicher als Teil des Stadions herausgearbeitet – mehr Licht und Einsehbarkeit sollen auch dazu beitragen, diesen „Angstbereich“ zu beseitigen. Der Förderkreis steuert 6500 Euro bei.

Turnbar: Hervorragend angenommen wurde die Möglichkeit, vor der Nordkurve Fitness zu erlangen. Zu den vorhandenen Geräten gesellen sich weitere, zum Beispiel eine Slackline („Seiltanzen“). „Wir wollen damit auch die Rehasport-Maßnahmen erweitern“, freut sich Detlef Wagner über den Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro aus dem NRW-Programm „Moderne Sportstätte“.

Paladins-Kicker Yannic Schorn nimmt Maß. Das tun die Solinger Zweitliga-Footballer demnächst vor zwei Tribünen. Noch ist die Seite an der Zwergstraße ohne Überdachung, auch in anderer Hinsicht gibt es im und am Walder Stadion Aufwertungen.

Paladins: Nicht nur für die Footballer als einer der Hauptnutzer, aber auch für sie, soll eine extern zu finanzierende Event-Lounge hinter der Haupttribüne entstehen. „Damit können wir die Infrastruktur optimieren und erreichen eine Ausstattung, die an die Bedürfnisse angepasst ist“, sagt Gerd König, 2. Vorsitzender des Förderkreises.

Vermieden wird dadurch der ständige Auf- und Abbau von Catering-Ständen. Was dem Football-Zweitligisten ebenso hilft wie der Neubau anstelle der bisherigen „maroden Vereinshütte“, so Vereinsvorsitzender Ingo Hübner Silva. „Abreißen, neu bauen und einen wichtigen Schritt weiter gehen“, fasst er den mit 90.000 Euro vom Landesprogramm unterstützten Vorgang zusammen.

Tribüne: Zum Kernstück der Maßnahmen-Serie, vom Förderkreis mit einer „hohen fünfstelligen Summe“ bedacht, äußerte sich noch der Architekt. „Wir haben die Haupttribüne praktisch gespiegelt, um dem Wunsch nach Symmetrie gerecht zu werden“, sagte Gerhard Pfeil, der wie andere an die enge Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erinnerte. Die bisherigen Plätze auf der noch freien Seite werden beibehalten, ein Flutlichtmast muss verrückt werden. Zudem wird der Weg vom Haupteingang Richtung neuer Tribüne gepflastert. Es ist eine Facette des „Master-Plans“ rund um Solingens bedeutendste Sport- und Kulturstätte.

Hintergrund: Warum die Tribüne nicht so heißen darf

Eigentlich darf eine Tribüne nur nach Menschen benannt werden, die nicht mehr leben. Durch den Hinweis „mit Unterstützung von“ wird diese Vorschrift zum Projekt von Land, Stadt und Förderkreis umgangen. „Und im Volksmund wird es sicher ohnehin Christoph-Kramer-Tribüne heißen“, sagt Guido Rohn.

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