Trotz Tempo 30

Spielbruch-Anwohner beklagen Raserei

Straße Spielbruch in Solingen, Tempo 30
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Rainer Birkendahl (v. l.), Andrea Kluit und Hans-Gerd Kampf hoffen auf Verkehrsberuhigung für den Spielbruch.

Seit 2014 kämpft die Bürgerinitiative um Verkehrsberuhigung.

Von Philipp Müller

Solingen. Der große Hinweis „Zone 30“ auf der Fahrbahn der Straße Spielbruch zeigt an: Hier soll nicht gerast werden. Doch die Wahrheit sei eine andere, sagt Rainer Birkendahl. Zusammen mit den Anwohnern Andrea Kluit und Hans-Gerd Kampf pocht er auf verkehrsberuhigende Maßnahmen. Temposchwellen an der Einfahrt von der Grünbaumstraße und vor der ersten Kurve nach 150 Metern wünschen sich die drei.

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. Viel Hoffnung macht Stadtsprecherin Sabine Rische daher nicht, dass die Schwellen kommen könnten. Die Bürgerinitiative ist mit Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul (SPD) und dessen Stellvertreter Paul Westeppe (CDU) im Gespräch und hofft, dass das Thema noch einmal auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung kommt.

Kluit, Kampf und Birkendahl berichten, dass es besonders in den Morgenstunden und am Nachmittag zu Verkehrsverstößen komme. Die Straße werde als Abkürzung genutzt, um die Kreuzung Ritterstraße mit der Schützenstraße zu umfahren. „Das sind alles keine Anlieger“, klagt Birkendahl. Wenn im nahen Kleingarten eine Party stattfinde, werde der Spielbruch zum „Nürburgring“, sagt Kampf. Aber auch einige Anlieger selbst seien keine Unschuldslämmer, gibt Kluit zu.

In den vergangenen Jahren hätten sich die verkehrslenkenden Stellen der Stadt die Situation in der Anliegerstraße und Tempo-30-Zone mehrfach angeschaut und geprüft, berichtet Stadtsprecherin Rische. Zuletzt sei ein Vertreter der Stadt im November 2019 vor Ort gewesen.

„Bereits in der Vergangenheit sind dort kleine Anpassungen vorgenommen worden. So wurden etwa Parkstreifen markiert, die die Straße optisch einengen und die Tempo-30-Beschilderung wurde angepasst, so dass sie noch deutlicher erkennbar ist“, erklärt Sabine Rische.

Stadt sieht keinen weiteren Handlungsbedarf im Spielbruch

Außerdem sei bereits das große Tempo-30-Piktogramm auf die Fahrbahn aufgetragen worden. „Weiterer Handlungsbedarf wurde jedoch nicht festgestellt. Zu diesem Ergebnis führte auch der Termin im November.“

Auch die Frage der Raserei auf der Straße sei schon länger Thema im Rathaus. „Bereits 2014 wurden Geschwindigkeitsmessungen vor Ort durchgeführt“, sagt die Stadtsprecherin. Sie hätten aber gezeigt, dass 75 Prozent der Fahrzeuge eine Geschwindigkeit unter 30 km/h und 95 Prozent unter 40 km/h fuhren.

Die erneuerte Forderung der Bürgerinitiative habe dies als Folge: „Eine solche Messung könnte noch einmal wiederholt werden. Es wird deshalb jetzt auch geklärt, wann das Tempo-Display noch einmal aufgestellt werden kann.“

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