Sommer

Spezialsack gießt Wasser auf junge Bäume

Andreas Brühne (links) vom Stadtdienst Stadtgrün und Stadtbildpflege testet einen Gießrand. Er versorgt die städtischen Bäume mit 80 Litern Wasser, die beispielsweise der Gartenhelfer der Technischen Betriebe, Thadäuß Miotke, einfüllt. Nach rund 30 Minuten ist das Nass in den Boden eingesickert.
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Andreas Brühne (links) vom Stadtdienst Stadtgrün und Stadtbildpflege testet einen Gießrand. Er versorgt die städtischen Bäume mit 80 Litern Wasser, die beispielsweise der Gartenhelfer der Technischen Betriebe, Thadäuß Miotke, einfüllt. Nach rund 30 Minuten ist das Nass in den Boden eingesickert.

Mit einem Gießrand wird das Nass ebenfalls gezielt an die Wurzeln der Pflanzen gebracht. Die Testphase für beides startete diese Woche.

Von Philipp Müller

Zwei Modelle testen die Technischen Betriebe der Stadt seit ein paar Tagen, um besonders den jungen Bäumen über die Hitzeperiode ohne Niederschläge mit Wasser hinwegzuhelfen. Der stellvertretende Abteilungsleiter des Dienstes Stadtgrün und Stadtbildpflege, Andreas Brühne, erklärt, dass man jetzt einen Kunststoffsack mit 60 Litern Wasser einsetze. Daraus tropfe etwa 48 Stunden lang das Wasser durch eine Perforation auf den Boden. Zugleich prüfe man, ob mit Gießrändern, die in eine Rille um den Baumstamm herumgelegt werden, auch geholfen werden könne. Dabei werden 80 Liter Wasser in den kleinen Swimmingpool eingefüllt. Sie brauchen rund 30 Minuten, bis sie eingesickert sind. Dann kann der Gießrand am nächsten Baum eingesetzt werden.

Der Wassersack gießt städtische Bäume mit 60 Litern Wasser.

Schon seit dem vergangenen Wochenende sind Stadt, von ihr beauftragte Firmen und auch acht Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr helfend im Einsatz. Regelmäßig und möglichst flächendeckens sollen vor allem die ein- bis zweijährigen Bäume gegossen werden. Die drohen sonst zu vertrocknen. Alleine die Feuerwehr verteile rund 25 Kubikmeter Wasser täglich, berichtet Andreas Brühne. Die Mitarbeiter des Stadtdienstes Grün bringen außerdem gerade 50 der neu angeschafften Säcke an jungen Bäumen an. Sie seien etwa an der Straße Schwarze Pfähle sinnvoll, weil dort die Pflanzstreifen mitten in der Straße eher klein ausfallen, dort kontinuierlich Wasser für die Bäume benötigt werde. Funktioniere das mit den Säcken, die in der Anschaffung bei 16 Euro liegen, dann wolle man davon mehr kaufen.

8000 Bäume stehen an der Straße, 16 000 in Parkanlagen

Doch auf den klassischen Schlauch wird die Stadt nicht verzichten können. Denn alleine am Straßenrand stehen 8000 Bäume. Dazu kommen 16 000 Bäume in Parkanlagen und auf den kommunalen Friedhöfen. Natürlich seien das nicht alles junge Bäume, die jetzt besondere Pflege erhalten. Aber man sei schon von morgens bis abends im Einsatz, um das Pensum des Gießens überhaupt zu schaffen.

Und nicht nur die Bäume erhielten Wasser, erklärt Brühne. Auch die Beete entlang und in den Straßen werden während der heißen und trockenen Tage mit Frischwasser versorgt. Wasser gibt es dafür übrigens ausreichend. Obwohl die Hitzewelle schon länger andauert, sind die Talsperren deutlich besser gefüllt als im Vorjahr. Die Sengbachtalsperre beispielsweise ist noch zu fast 70 Prozent gefüllt.

Doch bei der Stadt denkt man in Sachen Bäume und deren Wasserbedarf im Sommer langfristig. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der nicht nur öfter zu Starkregen, sondern vor allem auch häufiger zu Trockenperioden führen werde, achteten die Grün-Experten der Stadt schon heute darauf, in der Stadt vor allem Bäume zu setzen, die damit gut klar kommen, teilt die Pressestelle der Stadt mit. So sei bei der Umgestaltung der Konrad-Adenauer-Straße die Wahl auf Blumeneschen gefallen, auf der Korkenziehertrasse beispielsweise auf Robinien.

Bäume werfen Borke ab, aber nicht wegen der Trockenheit

Einige Leser des Tageblatts fragten in den vergangenen Tagen, ob die zunehmende Trockenheit dazu führt, dass manche Straßenbäume ihre Rinde abwerfen. Dem sei nicht so, erklärt Stadtsprecherin Sabine Rische: „Dass Platanen zurzeit ihre Rinde abwerfen, hängt nicht mit der Trockenheit zusammen: Die Borke löst sich grundsätzlich durch das Wachstum in großen Platten ab. Der Baum wird buntscheckig und gefleckt, ist aber deshalb nicht krank.“ 2018 gelte als „Mastjahr“ , das Wachstum der Bäume falle dabei besonders üppig aus. Deshalb sei das Phänomen in diesem Jahr stärker auffällig als sonst.

BÄUME GIESSEN

MENGE Andreas Brühne vom Stadtdienst Stadtgrün und Stadtbildpflege erklärt: „Junge Bäume benötigen etwa 30 bis 40 Liter Wasser täglich.“ Die jungen Bäume benötigen jetzt deshalb Hilfe, weil ihr Wurzelwerk noch nicht so tief in den Boden gewachsen ist, dass sie die noch feuchten Bereiche erreichen. Stehen die Pflanzen lange trocken, verwelken erst die Blätter, dann stirbt der ganze Baum.

Die Platanen werden in Städten übrigens gerne gepflanzt, weil sie recht tolerant gegenüber negativen Umwelteinflüssen wie etwa Schadstoffen in der Luft sind.

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