Angebot in Schulen

Spender mit Tampons und Binden für zwei Schulen

Lara Kettenring (v. l.) und Desireé Baretta vom Jugendstadtrat zeigen den Spender an der August-Dicke-Schule.
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Lara Kettenring (v. l.) und Désirée Barretta vom Jugendstadtrat zeigen den Spender an der August-Dicke-Schule.

Jugendstadtrat will flächendeckendes Angebot schaffen – Fals und August-Dicke-Schule machen den Anfang.

Von Kristin Dowe

Solingen. Für Lara Kettenring ist es ein wichtiger Teilerfolg: An zwei Solinger Schulen, an der August-Dicke-Schule (ADS) und an der Friedrich-Albert-Lange-Schule (Fals), befinden sich jetzt Spender für Periodenartikel, jeweils gefüllt mit Damenbinden und Tampons. Auch die Schülervertretung des Humboldtgymnasiums zeigte Eigeninitiative und schaffte laut Angaben der Schulpflegschaft bereits einen Spender für Hygieneartikel „mit eigenen Mitteln“ an. Finanziert haben diese zunächst die Initiative „Demokratie leben“ und der Förderverein des Jugendstadtrats – letzterer hat das Projekt auf den Weg gebracht.

„Bis Ende 2023 sollen möglichst in allen Solinger Schulen solche Spender vorhanden sein“, hofft die 15-Jährige, die durch ein Schulprojekt an der ADS die Idee dazu hatte. Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler war, etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit zu schaffen. Sie habe sich dann mit ihren Freundinnen beraten, wie viel Geld sie eigentlich jeden Monat für eine Notwendigkeit wie Binden und Tampons ausgeben müssen. Allgemeiner Konsens: „Die Periodenartikel sind ziemlich teuer.“ Zwar gebe es auch jetzt schon an den Schulen die Möglichkeit, bei Bedarf im Sekretariat Binde oder Tampon zu erhalten, doch sei dies für die Schülerinnen oft mit Hemmungen verbunden.

Somit brachte Lara Kettenring ihr Anliegen in den Jugendstadtrat ein – ein entsprechender Antrag im Haupt-, Personal- und Gleichstellungsausschuss im März wurde aber abgelehnt. Der Jugendausschuss hielt dennoch weiter an dem Projekt fest, suchte Fördermöglichkeiten und fand in der Fals und der August-Dicke-Schule schließlich geeignete Modellschulen.

„Wir sind froh, dass wir zu den ersten Schulen gehören, die dieses Projekt zusammen mit dem Jugendstadtrat umsetzen“, begrüßt Dr. Stefan Trenner, Leiter der August-Dicke-Schule, die Initiative. Während der Spender dort noch traditionell in der Damentoilette montiert wurde, befindet er sich an der Fals auf dem Flur und soll „für alle menstruierenden Personen“ zugänglich sein, heißt es in der Mitteilung. Die Initiatorinnen wollten das Angebot bewusst auch an transidente oder non-binäre Personen richten, erklärt Lara Kettenring im Gespräch mit dem ST. Hinweisschilder machen nun an den Modellschulen auf die Spender aufmerksam.

Da die langfristige Finanzierung noch nicht gesichert ist, kümmern sich die Schülervertretungen der Schulen zunächst selbst um die Beschaffung der Artikel. Eine dauerhafte Lösung sei dies nicht, wird Sinja Waldmann, Vorstandsmitglied im Jugendstadtrat in der Mitteilung zitiert. „Wir hoffen, dass in zukünftigen Haushalten die Periodenartikel genauso wie Toilettenpapier und Papierhandtücher eingekauft und abgerechnet werden, damit nicht weiter die Schülerinnen und Schüler, der Schulverein, Lehrkräfte oder Sekretärinnen die Finanzierung übernehmen.“

Neben den Schulen setzt sich der Jugendstadtrat auch für Spender in Jugendzentren und Kulturstätten ein. Als nächstes sei dies in der Cobra und im Haus der Jugend geplant.

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