Aktion

Spendebereitschaft nimmt in der Krise zu

Marcus Hök ließ sich von Nadine Springer vom Deutschen Roten Kreuz Blut abnehmen. Neben ihm kamen viele weitere Solinger zum Clemenssaal. Foto: Michael Schütz
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Marcus Hök ließ sich von Nadine Springer vom Deutschen Roten Kreuz Blut abnehmen. Neben ihm kamen viele weitere Solinger zum Clemenssaal.

Vor dem Clemenssaal bildete sich am Mittwoch eine lange Schlange. Nicht alle Solinger konnten gleichzeitig ihr Blut abgeben.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Routiniert und dennoch umsichtig setzte Krankenschwester Nadine Springer die Nadel in die Arm-Vene von Marcus Hök. Dann lief schon sein Blut durch die Schlauchkanüle. Viele Male wiederholte Springer das Prozedere bei unterschiedlichen Patienten. Denn schon nach zehn Minuten hatte sich am Mittwochnachmittag eine lange Warteschlange zum Blutspenden vor dem Clemenssaal gebildet.

Gut gelaunt plauschte man im geforderten und inzwischen schon vielfach geübten Zwei-Meter-Abstand miteinander, bis der Eingang mit der Anmeldung erreicht war. „Ich habe gerade Urlaub, wenn nicht jetzt, wann sonst“, begründete Hök seinen Entschluss, ein viertes Mal in seinem Leben einen halben Liter Blut für Notfälle zur Verfügung zu stellen. Er habe mit „AB negativ“ eine seltene Blutgruppe, die besonders geschätzt werde, sagte der 51-Jährige, der entspannt auf seiner Pritsche lag, und das Prozedere beinahe zu genießen schien.

Angst, sich ausgerechnet beim Blutspenden mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anzustecken, habe er gar nicht. „Wie man sieht, ist hier der sowieso immer hohe Hygiene-Standard noch mal hochgefahren worden“, sagt er.

Solingen: Helfer konnten nur weniger Liegen als sonst aufstellen

In der Tat, nicht nur Mund- und Nasenschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel waren bei den Helfern im Einsatz, die den Spendern Blut abnahmen. Viele trugen auch Visiere aus Acrylglas – und selbstverständlich wuschen sich alle regelmäßig die Hände und wechselten die Einmal-Handschuhe.

Es seien fast ein bisschen viele Spender da, sagte Einsatz-Leiterin Eva Bundemann. „Wir können nicht so viele Menschen wie sonst zeitgleich hier reinlassen, denn die Liegen müssen ja im gebotenen Mindestabstand stehen.“ Aber natürlich sei sie hocherfreut, dass die Bereitschaft zur Spende eher zu- als abgenommen habe und die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus nicht auch noch einen Mangel an dringend benötigten Blutkonserven nach sich ziehe. „Vielleicht spielt uns da in die Hände, dass viele Bürger in Kurzarbeit sind oder sich im Homeoffice die Zeit besser einteilen können.“

Ungünstig sei hingegen, dass der DRK-Blutspendedienst West durch viele Hilfseinsätze während der Pandemie personell zu dünn besetzt sei. „Deshalb ist das gerade ein Balance-Akt: Zu viele Spender auf einmal können wir bei den Terminen nicht bewältigen, andererseits darf natürlich der Nachschub an Blutkonserven nicht schmal werden.“

Marcus Hök jedenfalls war bald von seiner dünnen Schlauchnadel befreit und durfte sich aus dem Nebenraum noch ein Kaltgetränk und ein Lunchpaket mitnehmen, bevor er auf die Straße trat.

BLUTSPENDE-MARATHON

ST-AKTION Blutspendedienst, DRK und Solinger Tageblatt halten nach derzeitigem Stand auch an dem Termin für den Blutspende-Marathon am Pfingstmontag fest. „Wir brauchen die Blutspenden dringender denn je“, appelliert Vera Sievert, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit.

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