Bundestagswahl 2021

SPD nimmt Folgen des Klimawandels in den Blick

Heidemarie Wieczorek-Zeul diskutierte unter anderem mit Solinger SPD-Politikern. Foto: Marco Urban
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Heidemarie Wieczorek-Zeul diskutierte unter anderem mit Solinger SPD-Politikern.

Runde um Heidemarie Wieczorek-Zeul diskutierte über die Zukunft der Wirtschaft

Von Anna Lauterjung

Solingen. Zum Klimawandel und den Folgen diskutierten am Mittwochabend die Sozialdemokraten Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ingo Schäfer und Josef Neumann (alle SPD) sowie der Geschäftsführer des Instituts für Soziale Innovation Hans Wietert-Wehkamp. Die Veranstaltung fand als Onlineveranstaltung statt.

„Das Klima destabilisiert zukünftiges Leben“, sagte Wieczorek-Zeul, die von 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war. Bereits jetzt zeige sich, dass die Folgen des Klimawandels für die Unternehmen weltweit teuer werden, berichtet Wieczorek-Zeul. Neumann fügt hinzu: „Alles, was man jetzt nicht in Richtung von Klimaneutralität macht, wird hinterher die Unternehmen viel mehr kosten.“ Wieczorek-Zeul versicherte zudem, dass durch eine nachhaltige Klimapolitik sogar neue Chancen für Investitionen und Investitionsmärkte entstehen würden.

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Noch geht es für Wietert-Wehkamp zu langsam voran: „Was hindert uns daran, dynamischer voranzugehen?“ Wieczorek-Zeul sieht in dem Bereich auch die langsame Bürokratie in Verantwortung. „Wir haben während der Pandemie bemerkt, es geht auch schneller als auf den üblichen Wegen“, sagt sie.

Das notwendige Umdenken für eine nachhaltige Klimapolitik hört für die Sozialdemokraten nicht bei der Politik und der Wirtschaft auf. Auch im Privaten müsste ein Umdenken angeregt werden. „Für die Erstellung von grünem Wasserstoff unter anderem für die Stahl- und Chemieindustrie wird eine große Menge an erneuerbarer Energie benötigt“, berichtet Wieczorek-Zeul. Das bedeutet auch der Ausbau von Windrädern. Neumann bemängelt: „Aber dann heißt es ,Bitte nicht bei uns!‘.“ Es wäre an der Zeit, den Lebensstil in den Bereichen Wohnen, Reisen, Mobilität, Konsumverhalten und Energieverbrauch zu überdenken und zu verändern. „In der Bevölkerung ist das Potenzial dafür vorhanden“, findet Wietert-Wehkamp.

Neuman sieht das Vertrauen in die Politik in Gefahr

Die Teilnehmer waren sich in einem Punkt einig: „Wir müssen es schaffen, jeden mit realistischen Zielen und Maßnahmen mitzunehmen und nicht zu vergraulen“, betonte Schäfer. Sollten sich nicht alle mitgenommen fühlen und mitunter sogar der Eindruck entstehen, dass die Zukunft der Menschheit verspielt werden würde, sieht Neumann das Vertrauen in die Politik und die Demokratie in Gefahr.

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