Genossenschaft

Spar- und Bauverein investiert 21 Millionen Euro

Sind zufrieden mit dem Jahresergebnis des Spar- und Bauvereins (v. l.): Hans-Werner Bertl, Jürgen Dingel und Manfred Krause. Foto: Manuel Böhnke
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Sind zufrieden mit dem Jahresergebnis des Spar- und Bauvereins (v. l.): Hans-Werner Bertl, Jürgen Dingel und Manfred Krause.

Genossenschaft schließt 2020 mit einem „außerordentlich guten Jahresergebnis“ ab.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Verantwortlichen des Spar- und Bauvereins sind zufrieden. 2020 habe die Genossenschaft mit einem „außerordentlich guten Jahresergebnis“ von 7,1 Millionen Euro abgeschlossen, erklärte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Dingel bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz. Für die 14 032 Mitglieder bedeutet das: Die nach der Satzung maximale Dividende von vier Prozent wird ausgeschüttet. Einen Wermutstropfen gebe es aber: „Das gute Ergebnis ist zum Teil der Pandemie geschuldet.“

Denn der Spar- und Bauverein konnte im vergangenen Jahr nicht alle geplanten Instandhaltungsmaßnahmen umsetzen. Die Kontaktbeschränkungen erschwerten die Arbeit der Handwerksbetriebe, vor allem in bewohnten Wohnungen. 1,3 Millionen Euro weniger als vorgesehen wurden investiert. Nichtsdestotrotz flossen fast 21 Millionen Euro in Neubau und Bestand. Ein Fokus lag dabei auf energetischer Sanierung.

Ein Großprojekt konnte im Corona-Jahr abgeschlossen werden: Die seit 2014 laufende Modernisierung der Siedlung Wasserturm mit ihren etwa 500 Wohnungen. Fortschritte macht auch das Mehrgenerationenvorhaben an der Ecke Argonner Weg/Wittekindstraße. 2020 wurden die ersten 33 Wohnungen – neun davon öffentlich gefördert – bezogen.

Derweil laufen in der Siedlung Böckerhof die Arbeiten für die nächsten Bauabschnitte. Für 2,5 Millionen Euro entsteht in Kooperation mit der Awo eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen und U3-Betreuung. Der Betrieb soll Anfang 2022 starten. Ende des selben Jahres sollen in dem Bereich drei weitere neue Häuser entstehen. Sie bieten Platz für 27 barrierefreie Wohnungen. Bei einem Drittel handelt es sich um öffentlich geförderten Wohnraum.

„Bei einem so guten Jahresergebnis können wir nicht über Mieterhöhungen sprechen.“

Jürgen Dingel, Vorstandsvorsitzender

„Wir setzen bei unseren Projekten auf Barrierefreiheit – egal, wer dort einzieht“, betonte Jürgen Dingel. Das gilt auch für die geplanten Vorhaben. Sobald die Arbeiten im Bereich Argonner Weg abgeschlossen sind, richten sich die Blicke auf die Rudolf-Schwarz-Straße. Dort sind – ähnlich wie in der Siedlung Böckerhof – vier dreigeschossige Neubauten mit insgesamt 60 barrierefreien Wohnungen vorgesehen. Zudem existieren Pläne für neun öffentlich geförderte Wohnungen an der Raabestraße.

Hinzu kommen zahlreiche Modernisierungen im Bestand. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Klimaschutz. Bis 2025 plant der Spar- und Bauverein, jährlich 3,8 Millionen Euro für Wärmedämmung, 300 000 Euro für Photovoltaikanlagen und eine halbe Million Euro für Klimaschutzmaßnahmen wie neue Heizungen auszugeben.

„Wir können sehr solide Zahlen vorweisen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Bertl die hohen Investitionen. Die aktuelle Bilanzsumme der Genossenschaft liegt bei 308 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg auf knapp 40 Prozent (124,1 Millionen Euro).

Dank der stabilen Finanzierung und dem geringen Zinsaufwand verzichtet die Genossenschaft seit 2013 auf Mieterhöhungen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 5,86 Euro. „Bei einem so guten Jahresergebnis können wir nicht über Mieterhöhungen sprechen“, betonte Jürgen Dingel. Damit sei auch in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht zu rechnen. Perspektivisch müsse man die allgemeine Mietpreisentwicklung und die Anforderungen an modernes Wohnen jedoch im Blick behalten. „Es braucht bezahlbaren Wohnraum, gleichzeitig müssen die Wohnungen attraktiv bleiben“, sagte Hans-Werner Bertl.

Wie schon im vergangenen Jahr findet die Vertreterversammlung des Spar- und Bauvereins 2021 als schriftliches Verfahren statt. Es endet am 21. Juni. In einem größeren Rahmen soll dagegen die Feier anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Genossenschaft im kommenden Jahr stattfinden. Vorstandsmitglied Manfred Krause gab einen Ausblick: „Corona hat unsere Planungen verschoben. Jetzt wagen wir einen neuen Anlauf.“

Genossenschaft

In den 6903 Wohnungen des Spar- und Bauvereins leben rund 16 000 Menschen, ein Zehntel der Solinger Bevölkerung. Die Genossenschaft mit ihren 14 032 Mitgliedern hat in den vergangenen zehn Jahren rund 200 Millionen Euro in der Klingenstadt investiert.

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