Heirat

Späte Liebe – großes Glück

Ingrid Puslat und Hans Kuno Kurt Fink wurden im Haus Kirschheide getraut. Foto: Christian Beier
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Ingrid Puslat und Hans Kuno Kurt Fink wurden im Haus Kirschheide getraut.

Ingrid Puslat (78) und Hans Kuno Kurt Fink (80) gaben sich das Jawort.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Einige Gratulanten hatten sich im Garten von Haus Kirschheide eingefunden als die Frischvermählten, die 78–jährige Ingrid Puslat-Fink und Hans Kuno Kurt Fink (80) das Trauzimmer verließen – durch die Hintertür denn die frischgebackene Ehefrau ist auf den Rollstuhl angewiesen. Blumensträuße und herzliche Glückwünsche erwarteten das Paar, bei der Braut rollten ein paar Tränen über die Wangen.

„Die meisten haben den Kopf geschüttelt.“

Ingrid Puslat-Fink

Coronabedingt waren bei der Zeremonie selbst nur abgezählte Personen zugelassen, so dass nur der enge Familien- und Freundeskreis das Jawort live erlebte. Aber andere liebe Menschen hatten draußen in einer Rhododendron-Nische des Parks dafür gesorgt, dass zumindest mit mehreren angestoßen werden konnte.

„Die meisten haben über mich und meine Entscheidung, mit fast 80 Jahren noch mal zu heiraten, den Kopf geschüttelt, sagte Ingrid Puslat-Fink schmunzelnd. Ihren Ehemann lernte sie vor fünf Jahren kennen – und verliebte sich.

Die alte Dame lebt seit März in der Evangelischen Altenpflege Solingen, möchte aber so schnell es geht, dort ausziehen und wieder mit ihrem Mann zusammenleben. Die beiden hatten schon vorher ein gemeinsames Zuhause. Jetzt hofft Ingrid Puslat-Finks, dass sie den „verflixten Rollstuhl“ bald wieder los ist und zu ihrem Mann ziehen kann. Ihr ganzes Bestreben ist es, so schnell es geht wieder so fit zu werden, dass das möglich ist. Wie fit sie ist, stellte auch ST-Fotograf Christian Beier fest. Als sie ihn bat, ihr Fotos von der Hochzeit zukommen zu lassen, antwortete er: Dass sei aber leider nur auf digitalem Weg möglich. „Kein Problem“, erwiderte sie. „Ich hab doch ein Handy und kann Bilder empfangen.“

Für Regina Geisler eine sie in der Altenpflege betreuende Mitarbeiterin, ist es das erste Mal, dass einer ihrer betagten Schützlinge heiratet. „Das ist absolut bemerkenswert und wir finden das hier alle toll.“ Auch, dass ein Bewohner oder eine Bewohnerin die Einrichtung verlässt und wieder zurück in die eigenen vier Wände zieht, sei höchst außergewöhnlich und komme ausgesprochen selten vor. Natürlich freue sie sich sehr mit dem Paar, insbesondere darüber, dass der Blick der beiden so ausdrücklich nach vorne gerichtet sei und nicht, wie bei vielen älteren Menschen im hohen Lebensalter, fast nur noch rückwärts. „Frau Puslat ist in der hauseigenen Physiotherapie sehr diszipliniert und willensstark und wird ihr Ziel, wieder selbstständiger zu sein, bestimmt schnell erreichen“, ist sie sich sicher.

Zunächst aber wurde am Dienstag erst einmal die Hochzeit gefeiert – im kleinen Kreis versteht sich.

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