Ausschuss für Schule und Weiterbildung

Soziale Herkunft soll bei der Bildung in Solingen keine Rolle spielen

Ausschuss berät über Förderung von Schulen.

Von Andreas Römer

Solingen. Weg vom Gießkannenprinzip hin zu gezielter Förderung von Kindern und Schulen, das alles soll mit dem Schulsozialindex gelingen. In der Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung stellte am Dienstag Thomas Groos, Leiter der Statistikstelle in der Klingenstadt, den Ausschussmitgliedern vor, wie der Sozialindex erhoben wird, welche Daten vorliegen und wie man diese zukünftig nutzen will.

Er erläuterte, welche Unterschiede der Index auf Länderebene zum Schulindex auf Kommunalebene habe, wie tief man in die Daten hineinsehen könne. Aktuell liegt ein erster Entwurf zum Schulsozialindex in Solingen vor, der aber noch weiter entwickelt werden muss. Das gehe aber erst nach Abschluss des aktuell laufenden Zensus‘,
der im Amt für Statistik die Kapazität noch bis Jahresende binde.

Beim Schulsozialindex werden die Schulen in neun Stufen eingeteilt. Maßgebliche Faktoren dafür sind die Quote der Schüler, deren Familien Sozialhilfe beanspruchen, sowie der Anteil der Schüler, in deren Familien nicht Deutsch gesprochen wird oder die aus dem Ausland zugezogen sind. Auch der Anteil an Kindern mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten wird berücksichtig.

Der Index soll schließlich helfen, Ungleiches ungleich zu behandeln, betonte Groos. Das beutet, da wo es besonders nötig ist, besonders viele Fördermittel hinzuleiten und an Schulen, die besser dastehen, weniger Gelder zu geben. Noch immer sei es so, dass die soziale Herkunft maßgeblich die Bildungsteilhabe beeinflusst. Kinder haben keine gleichen Bildungschancen, diese sind oft abhängig von ihrer familiären Herkunft. Mit einem Sozialindex wolle man zukünftig genauer hinsehen und so die Unterstützungen gezielter verteilen können.

Die Ausschussmitglieder begrüßten die Einführung eines Sozialindexes. Bei aller gebotener Transparenz sei aber sicherzustellen, dass vor allem die gezielte Förderung der eher „schwierigen“ Schulen in den Vordergrund gestellt werde. Es soll vermieden werden, dass Schulen als „Problemschulen“ stigmatisiert werden.

Der Schulsozialindex ist als Einstieg in eine Diskussion gedacht. Es gebe noch viel zu klären, waren sich die Ausschussmitglieder einig.

Das Ziel, Möglichkeiten zur Steuerung von Fördermitteln zu schaffen, sei in jedem Fall zu unterstützen. Der Sozialindex könne Grundlagen zur Diskussion und zur Erarbeitung von Maßnahmen liefern.

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