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Sommerblüher: Zeit für die Aussaat

Markus Vogel und Thorsten Ulbrich mit Saatgut für einjährige Pflanzen. Foto: Christian Beier
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Markus Vogel und Thorsten Ulbrich mit Saatgut für einjährige Pflanzen.

Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel setzen im Gewächshaus neue Generationen. Ab Mai verkaufen sie im eigenen Laden Jungpflanzen.

Von Kerstin Reemen und Michael Kremer

Thorsten Ulbrich streicht mit zwei Fingern durch das federleichte Saatgut auf seiner Handfläche. Es erinnert an stachelige Hüllen von Bucheckern. Sie sind nur viel kleiner und tragen winzige hellbraune Stacheln. Der Solinger legt die Samen der Strahlen-Breitsame „White Lady“, botanisch orlaya grandiflora genannt, in einer Saatschale aus, die mit Anzuchterde gefüllt ist. „Anfang März ist die günstigste Zeit für die Aussaat der Sommerblüher“, sagt er. Ulbrich pflückt hier und da noch auseinander und überdeckt schließlich den gesäten Streifen mit feinen Kieselsteinchen.

Thorsten Ulbrich und sein Partner Marcus Vogel haben sich in Solingen am Bertramsmühlerweg auf dem Gelände der Urgroßeltern ein eigenes Gartenparadies geschaffen. Rund um das alte Gewächshaus entstanden in den vergangenen Jahren auf 8000 Quadratmetern mehrere Gartenzimmer vom Klostergarten bis zum English Sunken Garten mit großem Wasserbecken. Ulbrich betreibt auf dem Gelände seinen Blumenladen.

Zinnien, Ringelblumen, Duftwicken, klassischer Mohn, Kapuzinerkresse – wer sie ab Mitte des Jahres im Garten sehen möchte, muss jetzt säen: „Man kann eine Saatschale mit Glashaube aus dem Baumarkt nehmen. Es reicht aber auch schon ein Joghurtbecher, dessen Boden mit Löchern versehen wird und den man mit einem Butterbrotbeutel bedecken kann“, erklärt Ulbrich. Staunässe ist zu vermeiden. Das Saatgut wird auf lockerer Aussaaterde verteilt und mit einer sehr dünnen Lage Erde bedeckt. Anschließend kommt eine Lage Steinchen darüber, die eine Struktur von bis zu drei Millimetern haben. Sie sorgen dafür, dass der zugedeckte Samen genug Luft bekommt. „Und die Trauermücken, eine Fliegenart, werden davon abgehalten, ihre Eier in der feuchten Erde abzulegen“, sagt der Fachmann.

Die richtige Pflanze am richtigen Ort erspart häufiges Wässern

Ulbrich schwenkt noch einmal eine Gießkanne mit feiner Brause über die Aussaat, damit diese nicht durch zu viel Nässe verrutscht und Klumpen bildet. Danach sorgt er für die richtige Beschilderung des Behälters und wendet sich den nächsten Samensorten zu. Er warnt davor, so früh bereits zu düngen: „Die zarten Pflanzen sind zu empfindlich, sie gehen ein, ihre Wurzeln verbrennen.“ Bis sich erste grüne Spitzen im Anzuchtbeet zeigen, müsse man ein bis zwei Wochen warten. „Wir haben jedes Jahr andere Sommerblüher und Stauden im Sortiment, um die 40 verschiedene“, sagt Ulbrich. Etwa die „Jungfer im Grünen“, eine alte Sommerpflanze, die er sehr schätzt. Sie blüht weiß, rosa, klassisch ist ein helles Blau. „Sie ist ein treuer Gast im Garten“, sagt Ulbrich. Der Knöterich „Kiss-me-over-the-garden“ ist, erzählt Ulbrich, wie ein wandelndes Pflanzenlexikon, ein Saatgut, das die Kälte braucht. Ihn hat er im November ausgesät.

Sind die jungen Pflänzchen etwa zwei Zentimeter groß, greift Ulbrich zu einem Pikierstäbchen, holt sie samt Wurzeln aus der Erde und setzt sie in größere Multitopfplatten oder Töpfchen. Dort können sie einzeln weiter wachsen. „Ab Anfang Mai verkaufen wir dann die ersten Sommerblüher und Stauden“, sagt der Garten-Profi. Jungpflanzen, rät der Fachmann, sollten in den Boden gesetzt werden, den sie benötigen. „Die richtige Pflanze am richtigen Standort spart später häufiges Wässern.“

SOMMERBLÜHER

GESTALTUNG Sommerblüher eignen sich besonders als Ergänzung zu einer neuen Staudenpflanzung, erklärt Thorsten Ulbrich: „Oft sind Gärtner versucht, Staudenpflanzen im ersten Jahr zu dicht zu setzen. Einjährige Sommerblüher können die Lücken füllen.“ Mutige Gartengestalter, sagt er, setzen Gelb, „etwas Sonniges“. 

FROST Drohen noch kalte Nächte, müssen junge Pflanzen am besten mit Zeitung oder Fließ abgedeckt und vor Frost geschützt werden. 

ÖFFNUNGSZEITEN Der Ulbrich-Garten ist zu den offenen Gartenpforten ab 12. Mai geöffnet. Weitere Informationen und Termine im Internet. @ulbrich-garten- solingen.jimdo.com

„Wenn junge Pflanzen in den Garten gesetzt werden, müssen die Topfballen mit Erde ganz bedeckt sein.“ Dann gießen und etwas düngen, am besten, so der Fachmann, mit einem organischen Dünger, der langsam seine Nährstoffe freisetzt. Die selbst angezogenen Sommerblüher können dann gut anwachsen und sorgen dafür, dass es im Sommer üppig und abwechslungsreich blüht.

Morgen Folge 3: Heizpilze? Decke? Strahler?

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