Solingerinnen erleben Fotogeschichten

Kölner Museum zeigt NRW-Migrationshistorie

Von Susanne Koch

„Fotogeschichten vor Ort“ heißt die erste Ausstellung im Museum Ludwig in Köln, die sich mit der Migrationsgeschichte in Nordrhein-Westfalen auseinandersetzt. Wichtig hinter all den Fotos sind aber die Geschichten, die die Frauen und Männer aus Griechenland, Italien und der Türkei zu erzählen haben. Besucher der Ausstellung können diese hinter den Fotos lesen, sie können Film- und Tonaufnahmen ansehen und sich jede Menge Bilder angucken.

„Ich fand die Ausstellung sehr anregend, mir auch noch einmal selber Gedanken um die Geschichte meiner Eltern und Geschwister zu machen“, sagt die gebürtige Marokkanerin Haiat Chanfouh vom Internationalen Frauenzentrum Solingen. Gemeinsam mit elf Vorstands- und Stadtteilfrauen besuchte sie die Ausstellung. Und sie trafen in Köln auf Solingens Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki, die gemeinsam mit ihrer Mutter Sofia Teil der Ausstellung ist.

„Als ich acht Jahre alt war, endete meine Kindheit“, erzählt sie. „Meine starke Mutter hatte sich in Deutschland anwerben lassen und ging mit ihrer Schwägerin und einer Nachbarsfrau nach Aachen.“

Fortan änderte sich das Leben für die drei Töchter in Griechenland, die ihre Großeltern betreuten, sich ums Vieh kümmerten, die Schule besuchten und lernten. „Meine Beziehung zu meiner Mutter war von Liebe getragen, von Achtung und Respekt“, sagt Ioanna Zacharaki. „Wir schrieben uns Briefe, wenn wir sie zu sehr vermissten, haben wir an einem Kleid von ihr gerochen, und eine Nachbarin, die ihr sehr ähnelte, wurde zu unserer Ersatzmutter.“

Liebe und Respekt sind wichtig für die Beziehung

Die gebürtige Solingerin Mira Parthasarathy führte die Gruppe durch die Ausstellung und betonte, wie wichtig es sei, dass ein Kunstmuseum auch dieses Thema aufgreife. „Sie wird sehr gut angenommen“, sagt Mira Parthasarathy. „Und hier entstehen vor dem Hintergrund der gezeigten Fotos viele neue Geschichten und Erzählungen.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober im Museum Ludwig zu sehen. Bei Fragen Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki: Tel. (01 60) 93 35 35 73.

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