Interview

„Das große Backen“ mit Shanya Chanmugaratnam geht weiter

Shanya Chanmugaratnam backt vor einem großen Publikum im Fernsehen.
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Shanya Chanmugaratnam backt vor einem großen Publikum im Fernsehen.

Die Solingerin ist wieder in der Sat.1-Sendung zu sehen.

Solingen. Update vom 5.11.2020: Bonjour et bienvenue heißt es in der zweiten Folge der Sat.1-Show „Das große Backen“. Mit dabei ist wieder die Solingerin Shanya Chanmugaratnam, die eine Tarte creme d’amande zaubern wird. „Ich hoffe, dass ich geschmacklich wieder ins Schwarze treffe. Ich versuche, meine Kultur bei ‚Das große Backen‘ mit einem orientalischen Touch einzubringen“, erklärt die 31-Jährige.

Im Chaos müsse sie versuchen, den Überblick zu behalten. „Ich bin fünffache Tante – da gibt es immer viel Kuchen.“ Für ihre Tarte hat sie zwei Stunden Zeit. -axd-

Artikel vom 30.10.2020

Solingerin tritt bei „Das große Backen“ an

Shanya Chanmugaratnam ist ab Sonntag in Sat.1-Sendung zu sehen.

Von Gunnar Freudenberg

Solingen. Wenn am Sonntag die achte Staffel der Sat.1-Show „Das große Backen“ startet, zählt auch eine Solingerin zu den Kandidaten: Shanya Chanmugaratnam, 31 Jahre alt, im Hauptberuf Marketing-Mitarbeiterin bei der BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG.

Wie ist Ihre Begeisterung fürs Backen entstanden?

Shanya Chanmugaratnam: Wenn meine Mama gebacken hat, habe ich schon früher immer interessiert zugeschaut. Richtig los ging es bei mir aber vor fünf Jahren, als ich meiner Nichte zum Geburtstag eine besondere Torte gebacken habe. Die hat allen richtig gut gefallen und geschmeckt. Und weil mir das Backen total viel Spaß gemacht hat, habe ich mir immer neue Herausforderungen gesucht. Seitdem bin ich im Freundes- und Familienkreis die Tortenbeauftragte für alle Feierlichkeiten.

„Es macht mich sehr traurig, dass dieses Handwerk allmählich ausstirbt.“ 

Shanya Chanmugaratnam

Wie kam es zu der Idee, Ihr Hobby vor einem großen Fernsehpublikum zu teilen?

Chanmugaratnam: Meine Freunde haben mir immer gesagt: Du gehörst in diese Sendung! Ich hätte mich alleine aber nie angemeldet und mir nicht zugetraut, mich gegen Tausende andere Bewerber durchzusetzen. Ein Arbeitskollege wollte mich dann heimlich zum Casting anmelden, kam beim Ausfüllen des Antragsformulars aber nicht weiter. Dann ist bei mir irgendein Schalter umgesprungen und ich habe mir gedacht: Warum eigentlich nicht? Ich hab doch nichts zu verlieren.

Wie läuft so ein Casting ab?

Chanmugaratnam: Ich wurde nach Köln eingeladen. Alle Bewerber mussten eine selbst gebackene Torte mitbringen, die zeigen sollte, was einen ausmacht. Die wurden dann verkostet, ich kam eine Runde weiter und musste vor Ort backen und noch ein paar Interviews führen. Das war ein richtig anstrengender Acht-Stunden-Tag. Tage später kam dann der Anruf, dass ich dabei bin. Ich hab gejubelt und geschrien vor Freude. Mit den Aufgaben, die an uns Kandidaten dann für die Sendung geschickt wurden, stieg aber schnell die Nervosität und ich habe sehr viel an meinen Rezepten gefeilt.

Sie dürfen natürlich nicht erzählen, wie weit Sie gekommen sind. Aber erzählen Sie uns doch mal von den Dreharbeiten.

Chanmugaratnam: Die Folgen wurden vier Wochen lang im Juli auf dem Gelände des Schlosses Stülpe, nicht weit von Berlin, aufgezeichnet. Von Montag bis Samstag wurde gedreht, nur der Sonntag war frei. Wir waren zum Glück eine supernette Truppe mit sehr verschiedenen Charakteren. Konkurrenzdenken gab es wirklich nicht, wir haben uns gegenseitig unterstützt. Vielleicht hat uns auch die anstrengende Situation mit all den Coronaregeln noch zusätzlich zusammengeschweißt.

Konnten Sie Ihre eigene Note bei den verschiedenen Backprüfungen einbringen?

Chanmugaratnam: Die Staffel steht unter dem Motto „Europareise“. Meine Eltern kommen aus Sri Lanka. Ich habe versucht, viele Gewürze aus der Heimat meiner Eltern in den europäischen Backwerken unterzubringen: Zimt oder Kardamom zum Beispiel. Aber französische Macarons konnte ich auch nicht neu erfinden.

Wie groß war die Anspannung, als das Gebackene dann von der Jury bewertet wurde?

Chanmugaratnam: Ich war schon immer ziemlich aufgeregt. Allein der Zeitdruck, unter dem jeder Kandidat steht, ist enorm. Vor allem bei den technischen Prüfungen, bei denen alle dasselbe vorgegebene Rezept backen müssen. Wir haben alle unser Bestes gegeben – und am Ende standen da zehn verschiedene Ergebnisse.

Enie van de Meiklokjes ist das Gesicht der Sendung. Ist sie hinter den Kulissen auch so locker, wie sie als Moderatorin rüberkommt?

Chanmugaratnam: Sie war ziemlich offen zu uns – genau wie die Juroren Bettina Schliephake-Burchardt und Christian Hümbs. Sie waren mit uns allen per Du, aber sie waren auch sehr professionell.

Nascht Enie van de Meiklokjes wirklich so viel bei den Kandidaten, wie es im Fernsehen den Anschein hat?

Chanmugaratnam: Sie versucht schon, überall etwas zu erhaschen. Das motiviert einen aber auch, wenn man in dem ganzen Stress gelobt wird.

Am Sonntag wird die erste Folge ausgestrahlt. Wie und wo schauen Sie diese?

Chanmugaratnam: Ich hätte gerne mit vielen Freunden und meiner Familie zusammengeschaut, aber wegen der Corona-Situation kann ich es nur im engsten Familienkreis verfolgen. Ich bin super gespannt, welche Bruchteile aus diesen langen Drehtagen zu sehen sein werden – und wie ich dargestellt werde. Eine Zicke war ich jedenfalls nicht. (lacht)

Bäckereien gibt es auch in Solingen immer weniger. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Chanmugaratnam: Es macht mich sehr traurig, dass dieses Handwerk allmählich ausstirbt. Das sollte nicht so sein. Immerhin gibt es immer mehr Hobbybäcker, die die Backtradition im Privaten fortführen. Ich selbst bin aber froh, dass Backen für mich nur ein Hobby ist und ich damit nicht meine Brötchen verdienen muss.

Hintergrund

Zur Person: Shanya Chanmugaratnam kam 1989 in Solingen zur Welt. Ihre Eltern waren in den 80er Jahren aus Sri Lanka nach Solingen ausgewandert. Ihr Abitur baute die 31-Jährige an der Alexander-Coppel-Gesamtschule.

Sendung: Die erste von acht Folgen der achten Staffel von „Das große Backen“ startet am Sonntag, 1. November, 17.25 Uhr, in Sat.1. Der beste Hobbybäcker gewinnt ein eigenes Backbuch und ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro.

Immer wieder treten Solinger in Fernsehshows auf. Gerade erst sang Luisa Skrabic bei „The Voice of Germany“.

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