Gericht

Sohn verbrüht: Solingerin muss in geschlossene Klinik

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Sohn mit siedendem Wasser verbrüht.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem lebensgefährlichen Angriff mit siedendem Wasser auf ihren eigenen, 18-jährigen Sohn muss eine 49 Jahre alte Solingerin als gemeingefährlich eingestuft in eine psychiatrische Klinik. Sie sei andauernd schwer psychisch erkrankt, stellte das Landgericht Wuppertal fest. Die Frau sei nie zuvor straffällig geworden. Der folgenschwere Übergriff ereignete sich kurz nach einem freiwilligen Klinikaufenthalt. Der vorsitzende Richter stellte in der vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung klar: „Im gesunden Zustand hätte sie diese Tat niemals begangen.“

Solingen: Der Sohn schwieg im Prozess gegen seine Mutter

Die Frau kann sich laut Ärzten an das Geschehen vom Sommer 2020 erinnern. Auslöser soll ein extremer Angstzustand gewesen sein. Der Polizei hatte die 49-Jährige angegeben: Sie habe ursprünglich ihren Mann angreifen wollen. Sie habe einen Kessel Wasser zum Sieden gebracht und sei damit in das Zimmer des 18-Jährigen gegangen, der dort schlief. Sie habe zwar erkannt, dass sie nicht den Ehemann vor sich hatte, habe ihr Tun aber nicht ändern können und den Sohn überschüttet. Der 18-Jährige erlitt schwerste Verbrühungen am Kopf und an einer Schulter. Die Frau hatte weiterhin angegeben, sie habe bemerkt, wie ihr Mann ihrem Sohn half. Der junge Mann musste in einer Spezialklinik für Schwerstverbrannte versorgt werden. Dem Gericht hatte der Mann mitgeteilt, er wolle im Prozess gegen seine Mutter schweigen. Dazu gibt das Gesetz engen Angehörigen das Recht. Nach Aussagen von Zeugen geht das Gericht davon aus, dass der Mann seiner Mutter verziehen hat. Im Notruf, den er kurz nach der Tat noch selbst absetzte, hatte er angegeben, was ihm geschehen war und wer das getan hatte.

Solingen: Entlassung aus der Klinik sei eine Fehleinschätzung gewesen

Die 49-Jährige war durch ihre Erkrankung verhandlungsunfähig und während ihres Prozesses abwesend. Das hatte das Gericht erlaubt. Laut Angehörigen und Ärzten ist sie seit fast 20 Jahren erkrankt. Bei der letzten Klinikentlassung, vier Tage vor der Tat, sei sie jedoch nicht stabil gewesen. Der vorsitzende Richter kommentierte: „Wenn das eine regelrechte Entlassung war, dann war es eine fatale Fehleinschätzung.“ Nach der Tat sollen sich weitere Verschlechterungen ergeben haben. Zur Gemeingefährlichkeit verwies das Gericht darauf, dass sich die Frau wahllos gegen ein Familienmitglied richtete: „Sie wollte den Mann angreifen. Da ist also noch was offen. Wer weiß, was noch kommt.“

Die Frau bleibt in einer gesicherten Klinik, bis ihr Urteil rechtskräftig wird.

In der Solinger Innenstadt verprügelte ein Mann eine Frau. Sie erlitt schwere Verletzungen.

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