Prozess

Solingerin geht mit Küchenmessern auf ihren Lebensgefährten los

Landgericht Wuppertal
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Die Frau steht vor dem Landgericht Wuppertal.

Das Landgericht Wuppertal prüft eine Einweisung der Frau in die Psychiatrie.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem lebensgefährlichen Angriff mit drei Küchenmessern auf ihren früheren Lebensgefährten (31) steht eine 24 Jahre alte Solingerin vor dem Landgericht Wuppertal. Die Frau soll alkoholisiert und durch eine psychische Erkrankung in einem familiären Streit die Kontrolle verloren haben. Das Landgericht muss ihre zwangsweise Einweisung in die Psychiatrie zum Schutz der Allgemeinheit prüfen.

Bei dem Geschehen soll sich ihre minderjährige Tochter in der Wohnung aufgehalten haben. Der Verletzte berichtete den Richterinnen und Richtern über die Situation nach den Stichen: „Sie stand lachend vor mir.“

Großenteils übereinstimmenden Aussagen zufolge war der Mann am 14. Dezember 2021 von der Arbeit gekommen, als die Beschuldigte kochte. Anfangs sei die Stimmung harmonisch gewesen: „Sie hat mir noch einen verspäteten Nikolaus geschenkt.“ Der Auslöser für den folgenden Streit ist kaum noch festzustellen. Der Mann sagte: „Ich müsste raten. Es ging um ihre Tochter und das Aufräumen.“

Über laute Worte und Vorhaltungen habe sich die Lage zugespitzt. Der Mann beschrieb: „Auf einmal stand sie mit drei Messern vor mir und hat damit herumgefuchtelt.“ Sie habe ihn geschlagen und geschubst, während sie die Messer in ihren Händen hielt − dann habe sie „gepikst“: „Ich habe gesagt: ,Das ist nicht lustig!'“ Den folgenden Stich in den Oberbauch habe er erst nicht bemerkt. Dann sei „alles voller Blut“ gewesen.

Den Aussagen zufolge ging der Mann ins Bad und rief die Polizei. Die Frau soll in sein Telefonat hinein gerufen haben: Sie werde alle töten. Es sei ein Kind da. Der Mann rief noch einen Freund an und traf Vorkehrungen für seinen kommenden Klinikaufenthalt. Dann packte er einen Rucksack mit Playstation und Waschzeug. Im Gericht berichtete er: „Die Polizei hat später gefragt, wieso sie aufgehört hat. Ich weiß das nicht.“ Er vermute, dass einer seiner Sätze zu ihr durchgedrungen sei.

Beide waren wegen Depressionen und Sucht in Behandlung

Laut Beschreibungen kannte sich das Paar über seinen Freundeskreis. Zusammen gekommen seien sie, nachdem sie sich in einer Klinik wiedergetroffen hatten: Beide waren in Behandlung wegen Depressionen und Sucht. Der Mann vermutet, die Frau habe am Tattag eine halbe Falsche Wodka getrunken. Er wiederum soll mit einem Promille ebenfalls alkoholisiert gewesen sein. Schwierigkeiten in der Beziehung hätten sich zuletzt gehäuft.

Lesen Sie auch: Unbekannter platziert mit Säure gefüllte Flasche auf Autodach einer Solingerin

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