Master-Arbeit

Solingerin entwirft Plan für Grossmann

Alina Krings zeigt ihr Modell für das Grossmann-Areal. Sie schlägt einen Mix aus Wohnen, Büros, Handel
und Freizeitstätten vor. Die Tragwerke der Gießerei-Hallen will sie erhalten.
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Alina Krings zeigt ihr Modell für das Grossmann-Areal. Sie schlägt einen Mix aus Wohnen, Büros, Handel und Freizeitstätten vor. Die Tragwerke der Gießerei-Hallen will sie erhalten.

Alina Krings hat ihre Master-Arbeit über das Areal geschrieben.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Das Grossmann-Gelände soll mit dem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) „Wald 2030“ entwickelt werden. Was dort entstehen könnte, ist noch völlig offen. Ideen für das 45 000 Quadratmeter große Areal hat nun eine junge Solingerin entworfen: Alina Krings (26) hat ihren Master in Architektur mit einem Konzept für die Industriebrache abgelegt. Ihre Vision: eine Mischung aus Wohnen, Gastronomie, kleinen Läden, Büros, Kultur und viel Grün: „So würde ich mir das für Wald wünschen.“ Der Entwurf wurde nicht nur mit der Note 1,7 belohnt, sondern erhielt auch den Förderpreis der Universität Siegen und den Studienpreis des Bundes Deutscher Architekten Siegen-Olpe-Wittgenstein.

Für ihre Masterarbeit wollte Krings eine Fläche in ihrem Heimatstadtteil entwickeln. In Wald ist sie aufgewachsen, ihr Abitur hat sie an der Friedrich-Albert-Lange-Schule gemacht. Die Wahl fiel auf das Grossmann-Gelände. Mit ihrem Professor und einer Mitarbeiterin der Eigentümerfirma Raumvision by MSD Immobilien besichtigte sie das Gelände. „Ich habe mir überlegt, was aus meiner Sicht in Wald fehlt“, erklärt Alina Krings: „Es gibt keine Co-Working-Spaces, nichts, um abends auszugehen, und Wohnen ist auch ein Thema.“

„So würde ich mir das für Wald wünschen.“

Alina Krings, Architektin

Eigentlich sollte sie nur eine Halle und ein Gebäude überplanen, erzählt die 26-Jährige. Doch sie entwarf gleich ein Modell für den Großteil des Geländes. Ihre Idee für Grossmann: Die ehemaligen Gießerei-Hallen will sie in ihrer Struktur erhalten. So sollen die stählernen Tragwerke ohne die Glasflächen und Teile der Außenwände stehenbleiben. Darunter werden zweigeschossige Gebäude mit Wohnungen, Büros und anderen Flächen errichtet. Da sich die junge Architektin auf das Zentrum des Areals konzentriert hat, bleiben die Verwaltungsgebäude an der Wittkuller Straße unangetastet. Das Kontorhaus der Firma wurde kürzlich in die Denkmalliste der Stadt Solingen aufgenommen. „Das Gebäude ist richtig toll. Ich kann verstehen, dass es erhalten werden soll.“
Passend dazu: Grossmann: Grünes Licht für Denkmalschutz

Ihr Entwurf ist vor allem eines: sehr grün. Zwischen den kleinteiligen Gebäuden schlägt Krings viele Grünflächen vor, unter anderem für Gemeinschaftsgärten und Imkerei. Für Auflockerung sorgen Wasserbecken, Fassaden sollen begrünt werden. Das Gelände wird ähnlich wie bei einem Uni-Campus von einem Netz von Fußwegen durchzogen. Autos sollen auf Parkplätzen an den Rändern außen vor bleiben.

Dabei legt Krings Wert auf Nachhaltigkeit. Für die neuen Gebäude will sie auch Backstein der alten Grossmann-Bauten wiederverwenden, die Wasserbecken mit Einfassungen aus Cortenstahl sollen über Regenzisternen gespeist, Strom auch über Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Die Architektin plant zudem mit regionalem Holz, recycelten Materialien und Hanf. Nestklinker in den Fassaden soll Nistplätze für Vögel schaffen.

Neben Wohnungen gibt es vor allem viel Raum für Gemeinschaftsflächen: In teils offenen, teil geschlossenen Gebäuden will Krings Büros, kleine Lebensmittelläden, Begegnungsstätten, Sportstudios und Ausstellungsflächen ansiedeln. Ihr Entwurf enthält zudem einen Foodmarket mit einer Bar, die in einen Club umgewandelt werden könnte. Entworfen hat sie ihr Konzept mit einem computergestützten Zeichenprogramm und es als Holzmodell nachgebaut. Nach dem erfolgreichen Master-Abschluss im Oktober bewirbt sich Alina Krings zurzeit übrigens um eine Stelle. „Das ist gerade sehr spannend.“

Grossmann

Die C. Grossmann Stahlguss GmbH meldete 2016 Insolvenz an. 2019 kaufte Immobilienunternehmer Sam Jordan das Gelände. Für die Entwicklung ist laut Stadtverwaltung ein Werkstattverfahren geplant, an dem auch Bürger beteiligt werden sollen. Gefördert wird das aus dem Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept „Wald 2030“.

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