In Gouda

Solinger treffen König Willem-Alexander

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Der König (links) wurde vom Gastgeber der Feierlichkeiten, Goudas Bürgermeister Pieter Verhoeve, empfangen.

Partnerstadt Gouda startete Feiern zum 750-jährigen Stadtrechte-Jubiläum – Künstlerinnen setzen Akzente.

Von Philipp Müller

Solingen. In Solingens niederländischer Partnerstadt Gouda traf eine Delegation um Oberbürgermeister Tim Kurzbach kurz vor Ostern den niederländischen König Willem-Alexander. Anlass des Besuchs war der Start der mehrmonatigen Feierlichkeiten zum 750-jährigen Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte an die für ihren Käse berühmte Stadt.

Susanne Müller-Kölmel (von links) und Sabine Smith zeigten OB Tim Kurzbach und König Willem-Alexander ihre Version der Kaasboerin.

Kurzbach wohnte dem Bürgerfest samt Empfang durch die Stadtspitze um Bürgermeister Pieter Verhoeve gemeinsam mit seiner Frau Ursula Linda bei. Aus Solingen waren zudem die beiden Künstlerinnen Sabine Smith und Susanne Müller-Kölmel angereist. Sie waren Teil der Kunstaktion rund um eins der Wahrzeichen der Stadt Gouda, der „Kaasboerin“.

Seit 1957 gibt es zwischen Solingen und Gouda eine Städtepartnerschaft. „Regelmäßig finden zahlreiche Begegnungen auf der Ebene des Vereinslebens statt: im Sport, bei den Jugendfeuerwehren, Orchestern, Künstler-Vereinigungen und Musikschulen“, erklärt Stadtsprecher Lutz Peters. Auch Bürgerreisen würden regelmäßig durchgeführt, so zum jährlichen Kerzenfest, wenn in einer feierlichen Zeremonie der große Christbaum aus Goudas norwegischer Partnerstadt Kongsberg auf dem Marktplatz erleuchtet wird.

Museum aus Gouda ist Partner des Solinger Zentrums für verfolgte Künste

Gouda bezieht Stellung zum Krieg und zur Freiheit der Kunst

Kurzbach traf den König am Rande der Feierlichkeiten auch persönlich. „Wir haben ein paar Worte über das gute deutsch-niederländische Verhältnis, die tiefe Verbundenheit der Städte Gouda und Solingen und die Schönheiten der Klingenstadt gewechselt“, sagte Kurzbach im Anschluss. Er verwies auf den engen Kontakt zwischen den Rathäusern. So profitierten die beiden Stadtverwaltungen durch eine intensive Zusammenarbeit bei Themen wie Wirtschaft, Integration, Flucht, Sicherheit oder das „E-Government“, die digitale Verwaltung.

Auf dem Rathaus-Turm wirbt die Stadt Gouda für die monatelangen Feiern zum 750-jährigen Stadtjubiläum, die jetzt begannen.

In der Partnerstadt Gouda sind die Feiern zu 750 Jahre Stadtrechte mit einem vielfältigen Programm bis in den September verbunden. Deren Stadtspitze bezog nun auch Stellung zur aktuellen politischen Lage in der Ukraine. So erklärte die Gemeinde: „Bereits im Spätmittelalter war Gouda als tolerante und offene Stadt bekannt.“ Die Stadt betonte, dass dies besonders für Kunst und Kultur gelte. „Kunst und Kultur werden wegen ihres hohen symbolischen Wertes oft im Krieg zerstört. Schauen Sie sich nur die Bombardierung des Theaters in Mariupol in der Ukraine an.“

Bürgermeister Pieter Verhoeve griff das in seiner offiziellen Stellungnahme zum Stadtjubiläum auf: „Eine tolerante Gesellschaft und Raum für freies Denken sind nicht für alle selbstverständlich. Unser tolerantes Europa steht unter Druck. Die Debatte ist polarisiert, der Ton wird schärfer und die Reaktionen sind schneller.“

Der König hat mir sogar die Hand geschüttelt.

Susanne Müller-Kölmel, Künstlerin
Auf dem zentralen Rathausplatz von Solingens Partnerstadt wurden gleich 50 Versionen der Kaasboerin ausgestellt.

Und doch fand das Bürgerfest fröhlich statt. Eingebunden darin ist die Aktion „Reiche Gouda weiter“. Das symbolisiert sich in 50 Variationen der Gouda-Figur der Käsebäuerin, der „Kaasboerin“. Eine der Figuren wurde von den beiden Mitgliedern des Vereins der Solinger Künstler, Susanne Müller-Kölmel und Sabine Smith, geschaffen. Der König habe sich vier der Figuren angeschaut, darunter auch die aus Solingen, berichtete Susanne Müller-Kölmel. Man habe kurz mit ihm sprechen können und er habe sich sehr interessiert gezeigt. „Der König hat mir sogar die Hand geschüttelt.“

Die Solinger Käsebäuerin trägt die Wupper als blaues Band. Zudem sind der Schriftzug „Solingen“ sowie verschiedene Wahrzeichen der Stadt – etwa die Lieferfrau – zu sehen. Diese kann durchaus als Pendant zur niederländischen Käsebäuerin eingestuft werden. „Die Skulptur erstrahlt in Silber, Blau und Gold. Die verschiedenen Figuren standen jetzt auf dem Markt zusammen und werden später in der ganzen Stadt verteilt“, erläutert dazu Stadtsprecher Lutz Peters.

750 Jahre Stadt Gouda

Geschichte: Am 19. Juli 2022 feiert Solingens Partnerstadt Gouda, dass Florens V. (geboren 1254 und ermordet 1296) vor 750 Jahren der Stadt Gouda die Stadtrechte verlieh. Mit der Verleihung der Stadtrechte wurden den Stadtbewohnern auch verschiedene andere Rechte offiziell zugesprochen, wie die Bürgerschaft, die Rechtsprechung und die Glaubensfreiheit. Dreh- und Angelpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist die Sint-Janskerk mit ihren einzigartigen Goudaer Glasfenstern.

Informationen für Gäste aus Solingen: Wer Gouda bis September besuchen möchte, erfährt alles rund ums Jubiläum und dem Programm hier.

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