Aktion

Solinger Tage gegen Rassismus bieten vielfältiges Programm

Michael Roden, Stadtdienst Integration. Archivfoto: cb
+
Michael Roden, Stadtdienst Integration.

Organisatoren setzen hauptsächlich auf digitale Veranstaltungen

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zahlreiche Aktionen, Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen finden bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 26. März auch in der Klingenstadt statt. Jugendliche, Lehrkräfte und weitere Multiplikatoren sollen hinsichtlich Rassismus und Diskriminierung sensibilisiert werden, um daran mitzuwirken, gleiche Rechte in allen Bereichen zu verwirklichen.

Michael Roden vom Stadtdienst Integration zeigte sich beeindruckt von der großen Resonanz der sechsten Solinger Tage gegen Rassismus, die erneut unter dem Slogan „frei & gleich“ an den Start gehen. Diesmal sei das Programm – trotz der durch die Pandemie erschwerten Rahmenbedingungen zur Vorbereitung besonders – vielfältig, sagte er.

Daniela Tobias, Max-Leven-Zentrum.

Bernd Teepe von der Alexander-Coppel-Gesamtschule und Lena Felder von der Carl-Ruß-Schule etwa stellten das mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)“ vor, eine seit 2013 bestehende Wanderausstellung, die in der Schule auf Besucher wartet. Es gehe darum, sich mit den Begriffen Diskriminierung, Normalität und Demokratie auseinanderzusetzen, sagte Lena Felder, die für Lehrer ein umfangreiches Handout bereithält.

Das Max-Leven-Zentrum hat seine ursprüngliche Führung entlang der Korkenzieher-Trasse so aufbereitet, dass man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Eigenregie mit elf historischen Stationen beschäftigen kann. Auf der Webseite des Zentrums gibt es erläuterndes Material – Bilder, Texte, aber auch eingesprochene Original-Zitate von Zeitzeugen – die via Smartphone jeweils zugänglich sind. Die ehemaligen Städtischen Krankenanstalten als Ort von Zwangssterilisierungen, das Mahnmal für die ins Vernichtungslager deportierten Solinger Sinti und Roma, Firmen, die Zwangsarbeiter beschäftigten oder der Ort der ehemaligen Synagoge sind Beispiele für Stationen dieser Tour.

Das alles sei auch nach den Solinger Tagen gegen Rassismus noch im Internet abrufbar und würde sich sicher gut für Geschichtsunterricht in Schulen eignen, sagte Daniela Tobias vom Max-Leven-Zentrum.

Im Antirassismus-Workshop der Diakonie für Lehrer soll ein kritischer Blick auf das System Schule als Ort von eventueller Ungleichheit durch die Herkunft geworfen werden. Es gehe zum Beispiel um die Frage nach der Bedeutung eigener Privilegien, sagte Alice Pollmann vom Integrationsdienst des Diakonischen Werks. Dafür hätten sich bereits viele Teilnehmer angemeldet, auch Nicht-Solinger. Online-Formate reichten eben über die eigenen Stadtgrenzen hinaus.

Die Fachtagung „frei, gleich & bunt“, für die Michael Roden sich verantwortlich zeichnet, lädt in diesem Jahr als Hybrid- Veranstaltung zu einem Auftakt-Livestream mit OB Tim Kurzbach und vielen Workshops ein. Das gesamte Programm der Solinger Tage gegen Rassismus ist online abrufbar. Dort findet man Zeiten und auch die Adressen für die Anmeldungen.

www.nrweltoffen-solingen.de 

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Corona: Solingen wieder mit landesweit höchsten Wert - Impfungen in Burg und Südpark
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück
Nach dem Hochwasser kehrt der Alltag nicht zurück

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare