Umfrage

Solinger stehen Corona-App meist positiv gegenüber

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Seit Dienstag ist die Corona-Warn-App in den App Stores von Apple und Google erhältlich.

Bürger haben überwiegend keine Bedenken wegen des Datenschutzes.

Von Alexandra Dulinski und Kristin Dowe

Solingen. Seit Dienstag ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung verfügbar. Das ST hat nachgefragt, wie verbreitet die App bei den Solingern ist.

„Mein Handy ist zu alt, die App läuft bei mir nicht“, sagt Silvia Brückmann.

Silvia Brückmann, 58, Verkäuferin aus Gräfrath.

Ein neues Handy nur für die App wolle sie sich schließlich nicht kaufen. Aber selbst wenn die App auf ihrem Smartphone laufen würde, würde sie sie nicht installieren wollen: „Ganz einfach, weil ich gar nicht wissen muss, wer um mich herum Corona hat.“

Stephan Mertens, ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums Vogelsang und nun Pensionär, hat sich die App gleich am ersten Tag installiert.

Stephan Mertens, 65, ehemaliger Schulleiter und Pensionär aus Widdert.

„Wenn ich bedenke, wie viele Leute ihre Daten an andere Portale geben, verstehe ich die Bedenken wegen des Datenschutzes wenig. Ich vertraue einfach den Prüfern“, sagt der 65-Jährige. Aus Datenschutzgründen solle sich niemand abhalten lassen, die App zu installieren.

Der gleichen Meinung ist auch Matthias Schmidt, der beruflich in Solingen ist. Zeitbedingt hat er die App noch nicht heruntergeladen.

Matthias Schmidt, 32, Manager aus Köln, beruflich in Solingen.

„Über andere Medien ist jeder so oder so transparent. Was hat der Privatkonsument zu verlieren?“, sagt er. Die Anwendung lohne sich für alle, vor allem, wenn alle mitziehen würden.

Mohamed Alahdab, der aus Wuppertal kommt, aber in Solingen arbeitet, hat die App zwar noch nicht, findet die Idee dahinter aber gut und hofft, dass er sich so besser schützen kann.

Mohamed Alahdab, 25, Zahntechniker aus Wuppertal, beruflich in Solingen.

Auch seine Freunde seien für die Installation, auch wenn es kleine Bedenken gebe.

Filialleiter Paul Michl gehört zu denen, die die App schon auf dem Handy installiert haben. „Ich versuche, alle in meinem Umfeld darauf zu trimmen, sie zu installieren. Manche meiner Mitarbeiter haben Angst wegen des Datenschutzes.

Paul Michl, 60, Filialleiter aus Gräfrath.

Ich glaube, dass da nichts passieren kann“, sagt der 60-jährige Gräfrather. Einige seiner Mitarbeiter wollen noch abwarten, sich genauer durchlesen, wie die Anwendung funktioniert. Er selbst habe keine Bedenken, die App zu nutzen.

Auch Andreas Haas, Technischer Angestellter aus Gräfrath, denkt, dass bei der Corona-Warn-App datenschutztechnisch alles glatt gelaufen ist. Er sei zwar noch nicht dazu gekommen, die App zu installieren, werde dies aber definitiv in den nächsten Tagen nachholen, so der 51-Jährige.

Talhaemir (15), Marina (15) und Fikret-Bilal (17) haben die App noch nicht auf dem Handy. „Ich denke, dass die Coronazeit eh bald endet“, sagt Fikret-Bilal. Marina fühlt sich nicht gut genug informiert, „was dabei wichtig ist und worum es überhaupt geht“.

Derweil empfiehlt die Stadt Solingen ausdrücklich die Anwendung der neuen Corona-App – auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) habe sie bereits auf sein Handy aufgespielt, versichert Rathaus-Sprecherin Birgit Wenning-Paulsen. „Sie stellt neben anderen einen wichtigen Baustein dar, die Gesundheit zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren.“ Die neuen Infektionsfälle in der Senioren-Residenz am Theater und rund um eine Solinger Großfamilie machten deutlich, dass das Virus nicht verschwunden ist.

„Der OB hat die App auch schon auf sein Handy aufgespielt.“
Birgit Wenning-Paulsen, Rathaussprecherin

Der Oberbürgermeister appelliere an alle Bürger, Selbstverantwortung zu zeigen. „Gerade nachdem die Regeln in vielen Bereichen des Lebens wieder gelockert worden sind, kommt es jetzt noch mehr darauf an, Vorsicht und Rücksicht walten zu lassen, achtsam zu bleiben und die bestehenden Regeln wie Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten. Die neue App kann uns dabei unterstützen, Risiken schnell zu erkennen, Personen zu isolieren, den Ausbreitungsweg des Virus zu verfolgen und so die Infektionskette wirksam zu unterbrechen“, heißt es dazu bei der Stadt.

Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) warnt gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen an das Instrument: „Die App ist soeben erst im Angebot. Wir müssen zunächst Erfahrungen sammeln, inwieweit dieses Verfahren Risiken wirksam minimiert und auch unsere Arbeit vor Ort unterstützt und vereinfacht.“

So funktioniert die Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App ist ein Angebot der Bundesregierung, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen. Die Anwendung nutzt die Bluetooth-Technik, um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen zu messen. Die Geräte tauschen untereinander Zufallscodes aus. Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Virus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Die App prüft, ob Kontakt zu der-positiv getestete Person bestand. Falls die Prüfung positiv ist, zeigt die App eine Warnung an. Das sollte jetzt jeder über die Corona-Warn-App wissen.

https://t1p.de/uo45

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