Solinger muss für zehn Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht in Wuppertal. Archivfoto: Leon Hohmann
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Das Landgericht in Wuppertal. Archivfoto: Leon Hohmann

Richter sprechen Urteil in Prozess um Falschgeld und Drogengeschäfte

Von Dirk Lotze

Für Einkäufe mit gefälschten 500-Euro-Scheinen in Ohligs und für weitere schwere Bandenstraftaten muss ein 46 Jahre alter Angeklagter aus Solingen ins Gefängnis. Das Landgericht in Wuppertal verurteilte den Mann am Donnerstag zu zehn Jahren Haft. Damit erhöhten die Richter eine bereits bestehende Strafe von achteinhalb Jahren. Der Mann stand während der betrügerischen Einkäufe unter Bewährung wegen früherer Fälle des Verbreitens von Falschgeld.

Der vorsitzende Richter stellte fest: „500 Euro pro Schein sind ein vergleichsweise hoher Schaden beim Verbreiten von Falschgeld.“ Laut Urteil bezahlte der arbeitslose Angeklagte im Herbst 2015 am selben Tag in zwei Geschäften mehrere Handys mit nachgemachten Banknoten – für angeblich 2000 Euro, um die Geräte und echtes Wechselgeld zu erbeuten.

Richter bezeichnete Partner des 46-Jährigen als „schillernden Vogel“

Der Mann soll sich damals an verschiedenen Unternehmen beteiligt haben, die teils finanziell in Schieflage waren. Parallel habe er Hartz-IV bezogen. Das Falschgeld fiel wenige Tage nach den Einkäufen auf, als Geschäftsleute es bei einzahlen wollten. Ein Ladenbesitzer zeigte den Mann an.

Der Angeklagte hat die Scheine laut Urteil von einem Geschäftspartner erhalten, den der vorsitzende Richter als „schillernden Vogel“ umschrieb. Der wiederum habe die Fälschungen durch andere kriminelle Geschäfte erhalten. Ähnliches Falschgeld sei in Duisburg und Neuss aufgetaucht. Im Prozess werteten die Richter unter anderem umfangreiche Telefonmitschnitte der Polizei aus.

Bei der Einkaufstour im Ohligser Zentrum habe der Angeklagte gewusst, womit er bezahlte, stellten die Richter klar: Laut einem Ladenbetreiber wollte der 46-Jährige nur schnell fertig werden und habe nicht einmal versucht zu handeln – obwohl er mehrere Geräte abnahm. Dass der Mann nicht selber betrogen wurde, ergebe sich aus seinem weiteren Verhalten seinem Geschäftspartner gegenüber: Er habe einfach weiter mit ihm gearbeitet – statt Schadensersatz zu verlangen.

Die Strafe fällt hoch aus, weil eine schwere, frühere Verurteilung enthalten ist. Demnach beteiligte sich der Angeklagte ein Jahr vor den Handy-Käufen an Drogen-Schmuggelfahrten mit Autos zwischen Solingen, der Ukraine und der Türkei. Der Mann kann Revision einlegen. Er sitzt in Haft.

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