Reaktionen auf Sonderweg-Absage

Solinger Modell: Vater stellt Strafanzeige gegen zwei NRW-Minister

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In den Solinger Klassenzimmern bleibt es eng. Lüften und Masken bleiben die einzigen Mittel im Kampf gegen die Pandemie.

Ein Mann aus Herne wirft den Verantwortlichen Körperverletzung vor – eine Solingerin startete zudem eine Petition.

Von Kristin Dowe

Solingen. Zu einer drastischen Maßnahme hat sich Familienvater Lucas Brecklein aus Herne entschlossen, als er von der Entscheidung des Landes gegen den Solinger Weg erfuhr: Er stellte Strafanzeige gegen NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wegen „vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung sowie vorsätzlichen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung“, die aus seiner Sicht durch das Verhalten der beiden Politiker vorlägen.

Zur Begründung schreibt der Herner in seiner Anzeige: „Durch den Erlass von Karl-Josef Neumann (unterstützt von Yvonne Gebauer), die Kombination aus Präsenzunterricht und digitalem Distanzunterricht nicht umzusetzen, wird ein wirksamer Schutz vor einer Infektion durch das Covid-19-Virus unterbunden.“ Lehrer und Schüler würden „vermeidbaren, höheren Infektionsgefahren ausgesetzt“, ist Brecklein überzeugt.

Er findet gar, die Landesregierung sollte sich an dem Solinger Modell ein Beispiel nehmen, zumal die Landesregierung in den vergangenen Monaten kostbare Zeit verspielt habe, um ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. „Die Klassen sollen alle 20 Minuten gelüftet werden und die Schüler sollen eine warme Decke mitbringen, wenn es kalt wird. Es kann ja wohl nicht sein, dass das alles ist, was der Landesregierung zum Thema Infektionsschutz einfällt“, ärgert sich Brecklein im Gespräch mit dem ST. Ob seine Strafanzeige juristisch Aussicht auf Erfolg hat, könne er zwar kaum beurteilen, doch gehe es ihm vor allem auch um eine Signalwirkung. Grundsätzlich werde jede Strafanzeige „ergebnisoffen geprüft“, heißt es dazu auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal.

Solingerin startet Petition im Internet

Einen anderen Weg des Protests hat die Solingerin Susanne Jacobs gewählt und im Internet eine Petition gestartet, um das Solinger Modell zur Eindämmung der Pandemie zu unterstützen. Am Dienstagabend online geschaltet, hatte die Aktion am frühen Mittwochabend bereits mehr als 800 Unterstützer. „Ich ärgere mich einfach über die mangelnde Verhältnismäßigkeit“, erklärt Jacobs. „Auf der einen Seite wird den Kindern beispielsweise Bewegung an der frischen Luft verboten, auf der anderen Seite wird die gute Idee einer Stadt, um Corona zu bekämpfen, mal eben so gekippt. Solche Inkonsequenz kann dazu führen, dass die Bürger die Schutzmaßnahmen irgendwann nicht mehr ernst nehmen.“

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