Vier Jahre und sechs Monate Haft

Solinger für mehrere Überfälle verurteilt

Der Angeklagte wurde vor dem Wuppertaler Landgericht verurteilt.
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Der Angeklagte wurde vor dem Wuppertaler Landgericht verurteilt.

Gegen den Mann gab es 13 Anklagepunkte.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Fall um Raub auf offener Straße und in Bankfoyers muss ein 20-jähriger Angeklagter aus Solingen für vier Jahre und sechs Monate ins Jugendgefängnis – zur nachträglichen Erziehung. Das Landgericht in Wuppertal verurteilte den vorbestraften, ungelernten Arbeiter aufgrund von 13 einzelnen Anklagepunkten, sämtlich aus dem Sommer 2019. Das Gericht geht anhand von Beweisen davon aus, dass der Angeklagte bei den Taten 19 Jahre alt war. In dieser Hinsicht hatten Unsicherheiten bestanden. Zum Verhalten des Mannes kommentierte der vorsitzende Richter: „Er hat bis jetzt gar nichts auf die Reihe gekriegt. Er macht den ganzen Tag nur Mist, ohne Sinn und Verstand.“

Der schwerste Vorwurf betraf einen Straßenraub vom 28. Juli 2019 in der Solinger Innenstadt. Laut Urteil griff der 20-Jährige morgens um 4.20 Uhr Passanten an – zwei Männer und eine Frau, die er zuvor in einem Lokal gesehen hatte. Er habe die Männer in schneller Folge mit Faustschlägen attackiert, so dass einer ohnmächtig zu Boden ging.

Das Opfer erlitt eine schwere Gesichtsverletzung und muss sich weiter um sein Sehvermögen auf einer Seite sorgen. Dessen Frau hatte sich noch schützend über ihn geworfen, als er auf dem Boden lag. Da stahl der Angreifer eine Geldbörse aus einer Tasche des Verletzten. Auf seiner Flucht geriet der Angeklagte direkt in die Arme zweier Polizisten, die alarmiert worden waren. Die Frau berichtete im Gericht: „Ich gehe seitdem kaum noch aus dem Haus. Tagsüber schließe ich mich zur Sicherheit in der Wohnung ein.“

Der Mann bleibt in U-Haft, bis das Urteil rechtskräftig ist

Weitere Fälle betreffen einen Handyraub am Busbahnhof Graf-Wilhelm-Platz und gefährliche Überfälle in Bankfoyers und in einem Einkaufszentrum. Eine Frau wurde sogar zweimal Opfer und musste sich Drohungen anhören. Der Angeklagte habe erklärt: „Ich weiß, wo Du wohnst. Ich mach’ Dich kaputt.“

Der Angeklagte wurde 2016 erstmals in Deutschland von Behörden erfasst. Er gibt an, er stamme aus Afghanistan, habe das Land auf Drängen eines Onkels verlassen und sei allein nach Europa gekommen. Der 20-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, bis sein Urteil rechtskräftig wird. Er kann Revision einlegen. Über seinen Aufenthalt in Deutschland entscheidet später eine Verwaltungsbehörde.

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