Lastenrad

Solinger Liëwermang ist bald in der Stadt unterwegs

Am Südpark wurde das Lasten-Fahrrad vorgestellt (v. l.): Helmut Ruppert, Reiner Nießen, Heiko Legewie und Joachim Bruns. Foto: Christian Beier
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Am Südpark wurde das Lasten-Fahrrad vorgestellt (v. l.): Helmut Ruppert, Reiner Nießen, Heiko Legewie und Joachim Bruns.

Der deutsche Verkehrsclub stellt ein E-Bike zum Gütertransport vor. Entliehen werden kann es im Zweirad-Center Legewie.

Von Andreas Erdmann

Ein neuer Trend, Lasten im Gütertransport nicht nur mit dem Kraftfahrzeug, sondern auch im Fahrradverkehr zu befördern, zeichnet sich jetzt auch in der Klingenstadt ab: Am Donnerstag wurde vorm Zweirad-Center Legewie am Südpark das erste frei ausleihbare Solinger Lastenrad mit dem Namen „Liëwermang“ vorgestellt.

„Elektro-Fahrräder wie die Liëwermang sind umwelt- und klimafreundlich. Anstelle von Kraftwagen vermehrt eingesetzt, können sie zukünftig zur Entlastung des Straßenverkehrs beitragen“, betonte Reiner Nießen vom Bergischen Regionalverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). „Unser Verein hat das neuartige Fahrzeug aus eigenen finanziellen Mitteln erworben und stellt es jetzt dem Zweirad-Center zur Ausleihe an Solinger Bürger zur Verfügung.“ Eine Gebühr erhebe man nicht, man bitte aber bei Nicht-Mitgliedern des VCD um eine freiwillige Spende.

Mit seiner Aktion „Lasten auf die Räder“ wirbt der Verkehrsverein für die weitere Verbreitung von Lastenrädern und setzt sich damit für eine zunehmend umweltschonende und emissionsärmere Abwicklung des Straßenverkehrs ein. „Dieses Rad fährt sich prima, angenehm sanft und ganz leise“, berichtete Fahrrad-Fan Helmut Ruppert, der sich zu einer allerersten Probefahrt auf den Sattel setzte. Er sei mit der Liëwermang nach Remscheid und zurück gefahren. „Steigungen schafft das Rad ohne Mühe, und man ist damit in der Stadt viel wendiger und beweglicher als mit dem Auto.“ Eines jedoch sei ihm bei der Probefahrt unangenehm aufgefallen: „Was die Radwege betrifft, ist in Remscheid, aber auch in Solingen noch einiges zu verbessern.“

Der Name des Lasten-Rads hat in der Klingenstadt Tradition

Den Namen Liëwermang habe man bewusst für die Klingenstadt ausgewählt, erklärte Reiner Nießen. Der Name entspricht einem Begriff der Solinger Mundart für einen besonderen Tragekorb, den es früher nur in Solingen und im Bergischen Land gab.

Bei der „Liëwermang“ handelt es sich um einen meist aus Rohr geflochtenen Korb mit zwei Henkeln, in dem die sogenannten „Liëwerfrauen“ (Lieferfrauen) Klingen, Messer und Scheren auf dem Kopf transportierten. Mit einem Kissen, dem sogenannten „Pölf“, saß die „Mang“ auf dem Kopf auf. Das Ausliefern war eine Plackerei. „So hätten die früheren Liëwerfrauen sich über unsere Liëwermang sicher sehr gefreut.“

LASTEN-FAHRRAD

AUSLEIHE Das E-Bike Liëwermang hat seinen festen Standort im Ladenlokal des Zweirad-Centers Legewie am Südpark 2. Dort wird es im Auftrag des VCD zu den Öffnungszeiten des Ladens, montags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr und samstags von 9.30 bis 16 Uhr, verliehen. Die Ausleihe erfolgt stundenweise, um möglichst viele Interessenten zu bedienen. Die Rückgabe muss innerhalb der Öffnungszeiten erfolgen.

RESERVIERUNG Es ist ratsam, sich im Vorhinein unter der Nummer Tel. 81 97 37 über die Verfügbarkeit des Rades zu erkundigen und Reservierungen vorzunehmen.

Bei dem Lastenrad handelt es sich um ein einspuriges Elektro-Fahrrad der Marke Babboe city-E Mountain. Es verfügt über einen Yamaha-Mittelmotor mit Kraftsensor und stufenloser NuVinci Gangschaltung. „Diese ermöglicht ein Fahren ohne Ruckeln“, erklärt VCD-Mitglied Joachim Bruns. Dadurch eignet es sich laut Hersteller besonders für Steigungen, Tunnel und Brücken. Mit seiner Tretunterstützung mittels Pedalen kann es auch wie ein herkömmliches Fahrrad ohne Motor gefahren werden. Das Lastenfahrzeug verfügt über eine geräumige Transportbox – der eigentlichen Liëwermang. In dieser können Traglasten vielfältiger Art befördert werden: So Kartons oder Kisten, Koffer, Kleinmöbel, Kästen mit Flaschen, Einkäufe.

„Auch bis zu zwei Kinder lassen sich in der Box befördern“, erklärt Reiner Nießen. „Zu deren Sicherung wurden im Innenraum Anschnallgurte mit eingebaut.“ Die Nutzlast der Box betrage maximal 80 Kilogramm. Das Gewicht des Fahrers dürfe 100 Kilogramm nicht überschreiten. Laut Hersteller beträgt die Reichweite der Elektro-Unterstützung bei voller Akkuladung bis zu 40 Kilometer. „Ausleihen kann es jeder über 18 Jahren“, erklärt Heiko Legewie vom Zweirad-Center. „Ab Montag startet der Verleih. Vorher stellen wir das Rad beim Aktionstag ‚Leben braucht Vielfalt‘ vor.“ Es gebe schon einige Anmeldungen. Legewie: „Natürlich sind wir auch für Wartung des Rades zuständig.“

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