Rätsel

Leser fragt: „Wer ist Norbert H. Posthum?“

Norbert H. Posthum schreibt seit mehr als 30 Jahren Leserbriefe ans Tageblatt und gehört zu den Stammautoren der Serie „Historisches Foto“ am Samstag. Foto: Christian Beier
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Norbert H. Posthum schreibt seit mehr als 30 Jahren Leserbriefe ans Tageblatt und gehört zu den Stammautoren der Serie „Historisches Foto“ am Samstag.

ST-Leser ist seit sechs Jahren eifriger Teilnehmer an der Tageblatt-Serie „Das historische Foto“.

Von Philipp Müller

Solingen. Das Tageblatt erreichte vor einiger Zeit eine besondere Anfrage: „Wer ist Norbert H. Posthum?“ Dazu muss man wissen, der Angesprochene ist nicht nur Leserbriefschreiber, er ist auch reger Lieferant historischer Fakten für die Samstagsausgabe, wenn das ST zum Lösen des „Historischen Fotos“ aufruft.

Und da kommt ein gar ungeheuerlicher Vorwurf, des ST-Lesers, der uns gerade dazu zwingt, dessen Namen zu verschweigen, um ihm persönliche Schmach zu ersparen: „Gewiss haust er als gesichtsloser Schemen im PC eines ST-Redakteurs und taucht dann stets überraschend im Bild des Monitors auf. Auch hat er unsichtbar sein Wohnzimmer im Stadtarchiv vermutlich virtuell eingerichtet – zur ständigen Recherche.“

Natürlich will der „empörte“ Leser das satirisch verstanden wissen. Doch sicher haben sich auch andere ST-Leser bereits gefragt, wer Norbert H. Posthum wirklich ist. Nichts leichter als das. Die Redaktion traf ihn am alten Birker Schwimmbad. Das war schon mehrfach Motiv für die Serie „Historisches Foto“.

Ur-Solinger ST-Leser lebt in Höhscheid und Widdert

Im nahen Park am Birkenweiher berichtet der 71-Jährige, dass er ein Ur-Solinger, verheiratet ist und eine Tochter hat. Zudem lebt und wohnt er schon seit mehr als 50 Jahren in Höhscheid und Widdert. Seit rund 30 Jahren schreibe er auch regelmäßig Leserbriefe ans Solinger Tageblatt.

Doch der Weg, sich am „Historischen Foto“ zu beteiligen, war zunächst eine Umleitung. Margret Wölfer, eine der Frauen der ersten Stunde, die gerne zu den Themen am Samstag schrieb, habe ihn per Telefon aufgefordert, sich zu beteiligen. „So bin ich da mehr oder weniger reingeschlittert“, erzählt er heute. Seitdem gehört er neben Elke Steinhaus und Regina Mengel zum festen „Autorenstamm“ für das Fotorätsel. Margret Wölfer ist schon vor einigen Jahren gestorben. Ihre Beiträge vermisst Posthum sehr.

„Ich bin ins Historische Foto reingeschlittert.“

Norbert H. Postum, ST-Leser

Seit seinem Ruhestand, er arbeitete früher bei einer Bank im Bereich Immobilienfinanzierung, hat er nun die Zeit gefunden, sich wöchentlich mit den Themen auseinanderzusetzen. Doch er nutzt nicht das Stadtarchiv als Quelle. Vielmehr recherchiert er viel im Internet, was er dort zu den Fotos findet, zu denen die ST-Redaktion die Aufgaben stellt.

„Ich kenne natürlich vieles auch selbst sehr gut. Und manches Foto weckt alte Erinnerungen. Etwa mit wem ich wo war“, bekennt er.

Wenn er dann eine Antwort verfasst, „muss die schon ein bisschen Substanz haben“, sagt er. Am Samstagmorgen kommt die Zeitung. Dann schaut er nach, ob er sich beteiligen will, eine Beziehung zum Foto hat. Ist das so, beginnt über den Tag die Recherchearbeit. „Samstagabends sage ich mir dann: Jetzt kannst du mal anfangen zu schreiben.“ Das schickt er aber nicht sofort per E-Mail ab. Er schläft lieber noch eine Nacht drüber und ergänzt alles im Verlauf des Sonntags.

Posthum sagt, das „Historische Foto“ gehöre heute zu seinem Wochenprogramm. Früher war er Lesepate an der Grundschule Wiener Straße. Zu seinen ehrenamtlichen Aufgaben gehört heute das Schöffengericht beim Landgericht Wuppertal, wo er bei Strafprozessen mit urteilt.

Eine Frage lässt dieser Bericht dann am Ende aber doch offen. Wofür steht denn das „H.“? Ein bisschen Geheimnis darf ruhig bleiben.

Kein Geheimnis macht Posthum aber über die Bedeutung der Stadtgeschichte für ihn. Er findet es schon wichtig, dass man sich damit beschäftigt, wo man lebt, was da früher war. Öfter geht er am alten Dorper Rathaus an der Rathausstraße vorbei. Und schnell erzählt er – so, wie er schreibt: „Das war nur sieben Jahre in Betrieb bis Dorp und Solingen eine Stadt wurden.“ Später sei es eine Kommandantur und Außenstelle für das Militär gewesen, selbst im Ersten Weltkrieg sei das noch so gewesen.

Das „Historische Foto“

Seit dem Jahr 2015 wird die Geschichte der Stadt nicht nur auf den regelmäßigen Seiten „Rückblick“ behandelt. Jeden Samstag fragt das Solinger Tageblatt seine Leserinnen und Leser zu einem Fotomotiv, ob sie es erkennen, welche Erinnerungen sie daran haben und – vor allem – welche Geschichten sie dazu erzählen können. Das können nicht nur prägnante Gebäude sein. Es geht auch um Firmen, besondere Ereignisse und Veranstaltungen oder auch einmal um nicht ganz so bekannte Bauwerke der Stadtgeschichte.

Unser aktuelles „Historisches Foto“: Wer erkennt dieses Bauwerk?

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