Kulturbericht

So soll die Solinger Kultur digitaler werden

Aufzeichnungen von Konzerten wie dem von No Mess durch das Kulturmanagement und Livestreams halfen durch die Lockdowns. Archivfoto: mis
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Aufzeichnungen von Konzerten wie dem von No Mess durch das Kulturmanagement und Livestreams halfen durch die Lockdowns.

Die Verwaltung legt zum zweiten Mal Zahlen und Fakten zur Lage vor.

Von Philipp Müller

Solingen. Zum zweiten Mal legt die Kulturverwaltung der Stadt mit Dezernentin Dagmar Becker (Grüne) einen Kulturbericht vor. Er ist in den Zahlen, Fakten und Bewertungen natürlich durch die Corona-Pandemie geprägt. Der Bericht wird jetzt dem Kulturausschuss vorgelegt. Grundsätzlich hat der Bericht zwei Ziele: Er ist eine Bestandsaufnahme, die als Richtschnur für künftiges Handeln dienen soll. Zugleich ist er auch das Fundament, mit dem die Stadt bei Land, Bund und EU Fördermittel für Kunst, Kultur und kulturelle Bildung beantragt. Im Folgenden einige Beispiele aus dem Bericht, die auf neue digitale Wege verweisen, die die einzelnen Kulturinstitutionen auch nach der Pandemie weiter nutzen wollen.

Theater und Konzerthaus: Der Text des Kulturmanagements der Stadt aus dem Bericht verdeutlicht gut, wie sich viele Akteure der Solinger Kulturszene durch die Pandemie auf neue Wege machten und auch unter der Situation litten – ohne den Blick für Alternativen zu verlieren: „Im vergangenen Jahr stellte das Coronavirus das kulturelle Leben in der Stadt auf den Kopf. Im März 2020 mussten zahlreiche Veranstaltungen von einem auf den anderen Tag abgesagt werden.

Blitzschnell wandelten sich Bühnen zu Fernsehstudios und bereits im April und begleitend zum zweiten Lockdown ab November gingen die eigens vom Kulturmanagement produzierten Streamings online.“ Und so lautet das Fazit aus dem Haus von Leiterin Sonja Baumhauer auch konsequent: „Digitalisierung wird als Chance für alle Bereiche des kulturellen Lebens und der Kulturproduktion gesehen.“ Zugleich will sich das Kulturmanagement stärker im Stadtleben engagieren und präsentieren, wenn es sagt: „Zur Stärkung der Stadtkultur gilt es für das Solinger Kulturmanagement unbedingt gemeinsam mit Solinger Künstlerinnen und Künstlern, Vereinen und Initiativen Veranstaltungen ,made in Solingen’ zu stärken.“

Bergische Symphoniker: Die Einschränkungen der Saison 2020 /2021 mit der Absage vieler geplanter Konzerte nutze das Orchester, um auch seine digitale Präsenz auszubauen und auf seinem YouTube-Kanal erfolgreich kreative Konzertvideos, wie den Adventskalender zu veröffentlichen. Dazu baute sich das Orchester eine eigene Video-Crew auf.

Bergische Volkshochschule: Ein Highlight aus Sicht der VHS war das Podcast-Projekt ihrer Schreibwerkstatt Solingen. Es war als kreative Alternative zu den zu diesem Zeitpunkt nicht möglichen Lesungen entstanden. Selbstgeschriebenen Texte wurden in einem professionellen Tonstudio bei Reinhard Finke aufgenommen. Die Ergebnisse stellten sie zum Nachhören auf der Website der Bergischen VHS zur Verfügung. Vorträge gab es auch digital. Jedoch haben besonders die praktischen Kurse der kulturellen Bildung unter den Absagen gelitten.

Kunstmuseum und Zentrum für verfolgte Künste: Nicht nur die Bergische Kunstausstellung ist Markenzeichen des Museums im ehemalige Gräfrather Rathaus. So wie die Bergischen Symphoniker mit Schulkonzerten, Besuchen in Schulen und Kitas ein starkes pädagogisches Konzept haben. So ist die Museumspädagogik für junge Menschen unter der Leitung von Museumsdirektorin Gisela Elbracht-Iglhaut zentrales Anliegen des Museums. Trotz Pandemie habe das Haus 500 Kinder zu verschiedenen Angeboten begrüßen können - außerhalb der Pandemie sind dies meist rund 4000 Kinder und Jugendliche. Auch das Museum setzte auf digitale Möglichkeiten, die Ausstellung ins Internet zu übertragen. Das macht auch das im gleichen Haus ansässige Zentrum für verfolgte Künste. Dieses Museum startet sogar mit „7Places.org“ eine rein digitale Kunst- und Geschichtsausstellung zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Musikschule: An der Flurstraße fiel der Unterricht in Präsenz immer wieder aus. Birgit Walter als Leiterin der Musikschule und die 71 Lehrkräfte bauten auf digitalen Unterricht in Übergangszeiten. Das hat Möglichkeiten eröffnet, den Weg auch weiter zu beschreiten. Einsatzmöglichkeiten seien etwa Auslandsaufenthalte von Lernenden.

Kulturbericht

33 Seiten umfasst der Bericht 2020/2021 „Mensch, Kultur-Stadt Solingen“. Er listet Rückblicke auf, nennt Zahlen zu den Kulturträgern. Am Ende wird aufgeführt, wofür die Stadt Drittmittel erhielt. Der Bericht:

https://t1p.de/5ewh

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