Konferenz
Solinger nehmen an Klimakonferenz teil
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In München tauschen sich Experten aus Deutschland und Afrika aus. Delegation trifft Thiés-Vertreter.
Von Liane Rapp
Was interessiert uns Afrika? Was bisher weit weg schien – die Länder Nordafrikas etwa – ist plötzlich ganz nah auch in die Lebenswirklichkeit und ins Bewusstsein vieler Solinger gerückt. Die Flüchtlinge in unseren Straßen und Turnhallen sind die Boten einer globalen Veränderung, die nicht nur Krieg und Gewalt als Ursachen hat, sondern auch den Klimawandel.
Auf einer Internationalen Konferenz in München, auf der noch bis Donnerstag auch Vertreter aus Solingen und Solingens Partnerstadt Thiés im Senegal mit Experten aus anderen Kommunen zusammenkommen, machte etwa Prof. Dr-Ing. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut deutlich, dass nicht nur die Weltmitteltemperatur stetig steigt, sondern etwa der Juli 2015 der heißeste Monat aller Zeit war. Sein Appell: „Wir müssen den Druck erhöhen, damit endlich gehandelt wird – die Folgen des Klimawandels werden noch komplett unterschätzt.“ Er bescheinigte den Anwesenden: „Sie haben eine wichtige Vorreiterrolle, und ich hoffe, noch viel mehr Kommunen starten mit Klimapartnerschaften.“
„Aufwachen und loslegen“ scheint die Botschaft dieser Konferenz, auf der sich auf Einladung von „Engagement Global“ Experten aus Kommunen und NGOs aus Deutschland und Afrika austauschen – zu all dem, was sie lokal bei sich in den Städten beitragen, um etwa Treibhausgase und Müll zu reduzieren.
Im Fall von Solingen und Thiés knüpft der Workshop an an gegenseitige Besuche hier und dort in den letzten eineinhalb Jahren, als dessen Resultat ein Handlungsprogramm geschrieben wurde, das alle Maßnahmen dort im Senegal und bei uns in Solingen zusammenfasst. „Nur so“, sagte Dr. Klaus Reuter von der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW aus Bonn, „können wir globale Veränderungen erreichen“.
Auch OB Norbert Feith kam eigens für diesen Workshop nach München, zusammen mit den Experten, die sich in Solingen um diese Klimapartnerschaft kümmern: Anne Wehkamp, Leiterin des Stadtdienstes Integration, Ariane Bischoff von der Agenda 21-Geschäftsstelle sowie Otmar Schick vom Förderverein Freundschaft mit Thiés.
OB Feith: „Wir haben alle eine große Verantwortung für die eine Welt“
Haben wir nicht genug Probleme in Solingen, warum müssen wir uns um andere Städte kümmern? „Die Antwort von München ist doch einfach“, sagte Wehkamp, „wenn wir nichts tun, werden die Völkerwanderungen wegen des Klimawandels noch dramatischer und die Herausforderungen auch in Solingen noch größer.“ Ariane Bischoff ergänzte: „Mit unseren Partnern in Thiés haben wir in wochenlanger Kleinarbeit dieses Handlungskonzept geschrieben. Denn es ist Voraussetzung dafür, dass u.a. nun wirkliche Veränderungen in Thiés passieren - dass Bäume angepflanzt werden, Bewässerungsgräben für die Gemüsefelder entstehen, sich Bienenzucht und Brennstoff-arme Kochstellen etablieren.“
Die Wichtigkeit der Konferenz betonte auch Norbert Feith: „Wir haben alle eine große Verantwortung für die eine Welt. In Solingen sind in den letzten Jahren wichtige Prozesse angestoßen worden, auch in unseren Partnerstädten in Jinotega in Nicaragua und Thiés im Senegal.“



