Ausstellung

Solinger Geschichte wird auf einem Zeitstrahl sichtbar

Die Kuratorin des Zentrums, Birte Fritsch, hat eine spannende Reise durch die Solinger Geschichte entwickelt. Foto: Christian Beier
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Die Kuratorin des Zentrums, Birte Fritsch, hat eine spannende Reise durch die Solinger Geschichte entwickelt.

Das Zentrum für verfolgte Künste schaut auf erfolgreiche erste Wochen des Projekts „7Places.org“ zurück.

Von Philipp Müller

Mit hohen Zugriffszahlen ist die Ausstellung „7Places.org“ am 9. November gestartet. Herzstück der vom Zentrum für verfolgte Künste konzipierten, rein digitalen Schau ist ein Zeitstrahl, der anhand von sieben Orten vom Jahr 321 bis heute jüdisches Leben in Deutschland zum Inhalt hat. Einer der Orte ist Solingen.

Die Kuratorin der Ausstellung, Birte Fritsch, leitet die Besucher der Internetseite dabei durch eine spannende Zeitreise. Wer sich an Solingen orientiert, reist tief in die Historie der Stadt ein. So erfährt der Ausstellungsbesucher, dass am 6. Mai 1568 ein Jude vor Gericht stand. Im Prozess wurde ihm untersagt, auf seine von ihm geschliffenen und gehärteten Schwerter das Zeichen des Schmieds Jentgen aufzubringen, in dessen Auftrag er gearbeitet hatte. Das sei nur dem Schmied selbst erlaubt, urteilte das „Schleifergericht.“

Die Ausstellung beleuchtet wichtige Daten und wird ergänzt werden

Mit Material aus dem Stadtarchiv wird auch berichtet, dass die Juden seit 1514 als Erkennungszeichen einen gelben Ring auf der Brust tragen mussten. Weiter geht es 1718, da wurde erstmals der jüdische Friedhof am „Clauberg“ erwähnt. 1787 hatte die in Solingen bekannte Familie am Südwall ein Haus gekauft, das zu-gleich erste bekannte Synagoge in Solingen war. Die Reise geht weiter ins Jahr 1872, in dem die Synagoge an der Malteserstraße fertiggestellt war. Der Kuppelbau wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in der Pogromnacht durch Nazis niedergebrannt.

Auf dem Zeitstrahl werden die einzelnen Daten nicht nur gestreift. Wer möchte, gelangt über Links zu anderen Seiten mit vertiefenden Informationen. Auch Videos sind in die Hauptseite eingebunden. So erzählt der frühere Oberbürgermeister Franz Haug (CDU) von der Städtepartnerschaft mit dem israelischen Ness-Ziona. Um die Inhalte auch im Schulunterricht zu vertiefen, vermittelt das Zentrum entsprechendes Lernmaterial. Den direkten Download gibt es dazu aber aus Gründen des Urheberrechts nicht.

Das Zentrum versteht das Projekt als laufenden Prozess, die Ausstellung wird immer wieder ergänzt. So macht der Besuch des digitalen Museums auch immer wieder auf ein Neues Sinn – zumal es auch noch sechs andere Orte zu entdecken gibt. Darunter auch Köln. Über jüdisches Leben dort wurde erstmals im Jahr 321 berichtet. Menschen jüdischen Glaubens lebten in der römischen Metropole am Rhein und erhielten im Jahr 321 Zugang zum Kölner Stadtrat.

www.7places.org

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