Bewertung der Einsätze

Flutkatastrophe: Solinger Feuerwehr wünscht sich neue Boote

Nicht alle in der Flutnacht eingesetzten Boote konnten für die Menschenrettung wegen der Strömung eingesetzt werden. Foto: Philipp Müller
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Nicht alle in der Flutnacht eingesetzten Boote konnten für die Menschenrettung wegen der Strömung eingesetzt werden.

Nach dem Hochwasser beginnt die Bewertung der Einsätze

Von Philipp Müller

Solingen. Eine der Lehren, die die Solinger Berufsfeuerwehr aus dem Hochwasser Mitte Juli zieht, ist, dass sie eigentlich eigene Boote für solche Ereignisse braucht. Gottfried Kreuzberg ist unter anderem für den gesamten Fuhrpark der Feuerwehr zuständig. Er erklärt: Die vorhandenen Rafting-Boote der Feuerwehr konnten beispielsweise bei der Evakuierung der Seniorenresidenz in Unterburg in der Nacht des Hochwassers nicht eingesetzt werden. Daher müsse man jetzt schauen und überlegen, ob Hartschalenboote in den Bedarfsplan der Ausstattung für die drei Wachen der Berufsfeuerwehr aufgenommen werden sollen und können.

Bei den Fluten vom 14. und 15. Juli habe sich sonst aber gezeigt, dass die Ausrüstung gepasst habe. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden auch hoch für ihre Hilfen am Hochwassertag selbst und in den vielen Stunden danach gelobt. Doch mit einer solchen Menge an Wasser seien die Einsatzkräfte dann auch teilweise an ihre Grenzen gestoßen, erklärt Kreuzberg. Damit spielt er auf die Situation an der Eschbachstraße an.

Solingen: Feuerwehrbedarfsplan müsste andere Boote ausweisen

Schon gegen 19 Uhr wurde damit begonnen, die Bewohner aus der Seniorenresidenz abzuholen. Doch mit steigendem Pegel des Eschbachs musste das eingestellt werden – auch der eingesetzte Unimog konnte den Fluten nicht mehr trotzen. Fremde Boote wurden angefordert. Das war nicht einfach, denn die kleinen, schwimmenden Spezialisten für die Menschenrettung waren fast landesweit gefragt. Schließlich konnten solche der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), eingesetzt werden. Die letzten vier Bewohner und ihre Betreuer wurden so in der Nacht geborgen.

Um an solche Boote zu kommen, die dann auch die Solinger Feuerwehr selbst nutzen kann, muss der Feuerwehrbedarfsplan angepasst werden. Er regelt in Sachen Maschinen, Fahrzeuge, aber auch Einsatzkräfte, wie die Wachen in Solingen aufgestellt sein sollen, damit sie im Ernstfall bestens ausgerüstet und aufgestellt ausrücken können.

Der Soll-Plan weist momentan vier Raftingboote aus, die es auch gibt. Das sind sehr stabile Schlauchboote, die von einem Motor angetrieben werden. Aber bei zu starker Strömung – die herrschte auf Eschbach und Wupper beim Hochwasser – können sie nicht mehr gegenhalten und zur Rettung von Menschenleben eingesetzt werden, ohne die Einsatzkräfte selbst zu gefährden. Am Ende müssen Politik und Verwaltung entscheiden, ob, und wenn ja, wie viele neue Boote angeschafft und finanziert werden können.

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