Volkstrauertag

Solinger erinnern an Opfer von Krieg und Hass

Am Mahnmalhaus gedachten Ohligser auf Einladung des SPD-Ortsvereins und der Bezirksvertretung. Foto: Christian Beier
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Am Mahnmalhaus gedachten Ohligser auf Einladung des SPD-Ortsvereins und der Bezirksvertretung.

An vielen Orten gab es am Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen – so auch an der Kamper Straße in Ohligs.

Von Franziska Gaibel

Zum Volkstrauertag gab es in Solingen Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen an verschiedenen Orten. Am Mahnmalhaus an der Ecke Kamper Straße/Sauerbreystraße gedachten zum Beispiel der SPD-Ortsverein West und Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid der Kriegstoten, aber auch der Opfer von Hass und Verfolgung.

„Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren, Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr von Hass, bedeutet Hinkehr zur Liebe, und unsere Welt hat die Liebe not.“ Mit diesen Worten erinnerte Reichstagspräsident Paul Löbe 1922 im Berliner Reichstag an das Leid der Menschen im und nach dem Ersten Weltkrieg. Anlass dazu war die erste Gedenkfeier zum Volkstrauertag.

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Daran knüpfte auch Angela Prinz, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, bei der Gedenkfeier in Ohligs an. „Ungezügelter Hass zieht Mord nach sich, das haben wir dieses Jahr erst wieder beim Anschlag in Halle gesehen“, sagte die Sozialdemokratin. „Wir müssen der Opfer von Hass, Verfolgung und Krieg gedenken und aus all den Geschehnissen Lehren ziehen.“

Ihrer Meinung nach ist es wichtig, vor allem mutig die eigene Meinung zu vertreten und sich öffentlich gegen Hass zu wenden. „Ich habe viel über dieses Thema nachgedacht. Wir dürfen vor allem heutzutage nicht wegsehen.“

Errichtet wurde das Mahnmal an dem Haus an der Camper Straße für die Opfer des NS-Regimes sowie für ihre Angehörigen. Es erinnert auch an die Ereignisse vom 13. April 1945 in einer Schlucht des Wenzelnbergs bei Langenfeld, als Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter ohne Prozess hingerichtet und verscharrt wurden. Nach Kriegsende beschloss man, die Toten unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am Ohligser Rathaus zu bestatten. Dies sei auch ein Grund gewesen, das Mahnmal an ausgerechnet dieser Stelle zu errichten.

Kranz muss seit Jahren auf dem Boden abgelegt werden

„Leider wurde das Haus vor ein paar Jahren verkauft“, erklärte Prinz. Im Zuge dessen wurde auch der Haken entfernt, an den jedes Jahr der Gedenkkranz aufgehängt wurde. Prinz findet es schade, dass der Kranz nun jedes Jahr auf dem Boden abgelegt werden muss. „Letztes Jahr standen hier sogar Mülltonnen davor.“ Aber sie setze sich dafür ein, dass das Mahnmalhaus so würdevoll wird wie zuvor. „Ich kämpfe dafür, dass die Dinge wieder besser werden.“

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