Theaterproduktion

Solinger erinnern in Frankreich an „Das flüchtige Paradies“

Die Kuratorin des Zentrums für verfolgte Künste, Birte Fritsch, hat für das Else-Lasker-Schüler-Forum die Ausstellung „Trauma Transit“ zusammengestellt. Das Forum steht unter der Schirmherrschaft von Armin Laschet, dem Bevollmächtigten für kulturelle Angelegenheiten der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Archivfoto: Christian Beier
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Die Kuratorin des Zentrums für verfolgte Künste, Birte Fritsch, hat für das Else-Lasker-Schüler-Forum die Ausstellung „Trauma Transit“ zusammengestellt. Das Forum steht unter der Schirmherrschaft von Armin Laschet, dem Bevollmächtigten für kulturelle Angelegenheiten der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Else-Lasker-Schüler-Forum tagt ab Samstag in Sanary-sur-Mer und präsentiert viel Kultur.

Von Philipp Müller

Eine Schicksalsgemeinschaft gründete sich Ende der 1930er Jahre in der Nähe von Marseille in der Provence im französischen Fischerdorf Sanary-sur-Mer. Autorinnen und Literaten diente der Ort als Station auf der Flucht vor den Nazis. Daran erinnert das 23. Else-Lasker-Schüler-Forum ab kommenden Samstag bis zum 9. Oktober. Und die Mitglieder und Gäste der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft reisen dazu mit 90 Interessenten und rund 30 Mitwirkenden nach Frankreich.

Wie der Vorsitzende der Gesellschaft, Hajo Jahn, berichtet, wird auch viel Kunst und Kultur unter der Beteiligungen von Solingern zu sehen und zu erleben sein. In einer Ausstellung würden Bilder von Else Lasker-Schüler und von Malern gezeigt, die in Frankreich interniert waren – auch Kunstwerke aus den Beständen des Zentrums für verfolgte Künste, sagt Jahn. Die Werke der Autorin Lasker-Schüler, die auch malte, werden in der Maison Flotte, der städtischen Galerie von Sanary, unter dem Titel „Trauma Transit“ gezeigt. „Kuratorin ist Birte Fritsch. Das Zentrum für verfolgte Künste ist Kooperationspartner der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, die einst das Zentrum initiierte und viele Mitglieder auch in Solingen hat“, erläutert der Vorsitzende.

Zum Programm in der Provence gehören in der Woche des Forums auch Vorträge, Diskussionen, Uraufführungen von Theaterstücken, Filme und Konzerte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Emigration, Internierung und Antisemitismus, die nach Ansicht der Wuppertaler Veranstalter, dort hat die Lasker-Schüler-Gesellschaft ihren Sitz, „so aktuell sind wie eh und je“.

Solinger Theaterproduktion erinnert an Charlotte Salomon

Aus Solingen sind der Regisseur Andreas Schäfer und die Schauspielerin Claudia Gahrke dabei. Mit ihrem Ensemble Astronautenkost präsentieren sie ein Stück über Charlotte Salomon. Die jüdische Künstlerin war in der Nähe von Sanary bei ihren Großeltern, bevor sie verraten und in Auschwitz ermordet wurde.

Zur Gruppe der Künstler, die sich dort am Meer trafen und teilweise später in der Nähe in Les Milles in einem Lager nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1940 interniert wurden, gehören ganz große Namen wie Thomas, Heinrich, Erika und Klaus Mann, Lion Feuchtwanger, Walter Hasenclever, Bertolt Brecht, Stefan Zweig, Max Ernst, Anton Räderscheidt, Wols, Karl Robert Bodek und eben Else Lasker-Schüler, die 1939 rechtzeitig nach Palästina flüchten konnte.

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