Aktionsbündnis

Solingens Kulturschaffende stehen für Freiheit der Kultur ein

„Die Vielen“ unterzeichneten im Theater und Konzerthaus Solingen eine Erklärung gegen rechte Verbote in der Kultur. Foto: Michael Schütz
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„Die Vielen“ unterzeichneten im Theater und Konzerthaus Solingen eine Erklärung gegen rechte Verbote in der Kultur.

„Die Vielen“ unterzeichneten eine Erklärung.

Von Philipp Müller

Solingen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde eine Erklärung des Aktionsbündnisses „Die Vielen“ unterzeichnet. Das Kulturmanagement der Stadt Solingen, das Zentrum für verfolgte Künste, der Cobra Club, der Solinger Kunstverein, der Verein Güterhallen und das City Art Projekt wollten damit ein Zeichen für kulturelle Vielfalt setzen und sich gegen die Übernahme der Kultur durch rechte Tendenzen werden.

Auf Initiative des Vereins Cobra Club war eine Solinger Abteilung von „Die Vielen“ schon 2017 gegründet worden. Über dieses Bündnis habe man auch kulturell Arbeit wie die Aufführungen von „We perform“ angestoßen, berichtet Barbara Klenter für den Club.

Mit der Erklärung wollten „Die Vielen NRW“ den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen artikulieren, teilte das Kulturmanagement vorab mit. Es gehe in der Erklärung um diesen Zusammenhang: „In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Heute jedoch begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die vielen gehören.“

Kultur gilt als Rückgrat der Gesellschaft und Demokratie

Dazu sagte Sonja Baumhauer, die Leiterin des Kulturmanagements, bei der Unterzeichnung: „Kultur ist das Rückgrat der Gesellschaft.“ Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) wies auf den Demokratie stärkenden Einfluss von Kunst und Kultur hin: „Da wird diskutiert und gestritten.“ Das gelinge aber nur, wenn die Kultur nicht der Freiheit beraubt sei. Jürgen Beu von „Die Vielen“ erklärte dazu, dass es in ostdeutschen Parlamenten von rechten Parteien regelmäßig zu Anträgen komme, bestimmte Theaterstücke abzusetzen, gar Intendanten zu entlassen. Was auf Verbote folge, könne man im Zentrum für verfolgte Künste sehen, sagte Direktor Jürgen Kaumkötter. Daher unterstütze man die Erklärung.

Dr. Christian Esch vom NRW-Kultur-Sekretariat aus Wuppertal berichtete, in NRW gebe es in 21 Städten Gruppen von „Die Vielen“ mit aktuell 500 Mitgliedern. Dieses Netzwerk gelte es auszubauen. Dazu kündigte er eine Veranstaltung an, bei der eine „Topographie gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Unfreiheit“ erstellt werde.

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