Smart-City-Studien

Solingens digitale Stärken und Schwächen

Solingen konnte mit der Plattform „Solingen liefert“ und den Batteriebetriebenen Oberleitungsbussen punkten. Archivfotos: Christian Beier
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Solingen konnte mit der Plattform „Solingen liefert“ punkten.

Die Stadt belegt bei einer Smart-City-Studie einen Spitzenplatz – bei einer anderen landet sie im Mittelfeld

Von Manuel Böhnke

Solingen. Gleich zwei Studien wurden in den vergangenen Wochen veröffentlicht, die sich mit der Digitalisierung deutscher Städte beschäftigen. Beim Smart-City-Index landet Solingen im Mittelfeld, während die Klingenstadt beim Smart-City-Ranking einen Spitzenplatz belegt. Beide Untersuchungen offenbaren Stärken und Schwächen in Sachen digitaler Transformation.

Die Untersuchungen:

Der Branchenverband Bitkom ist für den Smart-City-Index 2021, ein Digitalranking der 81 deutschen Großstädte, verantwortlich. In die Bewertung flossen 133 Parameter aus den Bereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft mit ein.

Einen anderen Ansatz verfolgt Haselhorst Associates. Das Beratungsunternehmen hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt das Smart-City-Ranking 2021 erstellt. In den Blick genommen wurde der Digitalisierungsgrad 403 deutscher Städte. Der Wert ergibt sich aus 62 Kriterien in zehn Themenfeldern – von digitaler Infrastruktur über digitale Bildung bis hin zu digitalem Tourismus.

Die Ergebnisse:

Im Smart-City-Index belegt Solingen Rang 35 von 81. Das Ergebnis entspricht einer Verbesserung um sechs Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem Gesamtwert von 55,3 von 100 liegt die Klingenstadt vor Remscheid (29,87, Rang 77), allerdings hinter Wuppertal (61,78, Rang 21).

Das Smart-City-Ranking zeichnet ein deutlich positiveres Bild. Wie im vergangenen Jahr landet Solingen bei dieser Studie auf der zehnten Position. In Nordrhein-Westfalen kommen nur Köln und Gelsenkirchen auf einen höheren Digitalisierungsgrad als Solingen mit 34,6 Prozent.

Im Rathaus bewertet man beide Ergebnisse positiv. „Wir investieren konsequent in Solingens digitale Zukunft, trotz dauerhaft angespannter Haushaltslage und drückender Altschulden“, wird Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in einer Mitteilung zitiert.

Die Stärken:

Haselhorst Associates listet Solingen im Bereich Bildung auf dem fünften Platz. Dieses Ergebnis wertet die Verwaltung als „Anerkennung für das Engagement der Stadt und die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft im Bereich Bildung“. Zudem wird unter anderem auf die Anschaffung von 3500 Ipads für bedürfte Schüler im Herbst 2020 verwiesen.

Als bundesweiten Spitzenreiter weist das Smart-City-Ranking Solingen im Bereich Wirtschaft und Handel aus. Hier macht sich unter anderem die Start-up-Infrastruktur in der Stadt bemerkbar.

Die Batteriebetriebenen Oberleitungsbusse stehen für Solingens Stärken in der Kategorie Energie und Umwelt.

Bitkom sieht Solingens Stärken vor allem in der Kategorie Energie und Umwelt – Platz fünf. Punkten konnten die Stadt bei den Indikatoren „Intelligente Straßenbeleuchtung“ und „Emissionsarme Busse“, was nicht zuletzt an den Batteriebetriebenen Oberleitungsbussen liegen dürfte, die in der Stadt unterwegs sind. Das gute Ergebnis im Bereich „Lokaler Handel und Start-up-Hubs“ führt die Stadt unter anderem auf das Portal „Solingen liefert“ zurück.

Die Schwächen:

Um 38 Plätze ist Solingen im Smart-City-Index im Bereich Verwaltung abgesackt – auf Rang 61. Schlechte Noten gab es für die Online-Dienstleistungen und Serviceportale. Auch die Webseite und die Social-Media-Kanäle schnitten durchwachsen ab. Der spätere Start des Serviceportals habe sich negativ auf das Ranking ausgewirkt, argumentiert die Stadt. Noch in diesem Jahr solle es ermöglicht werden, „erste Services komplett von zu Hause aus zu erledigen“.

Der Ausblick:

Tim Kurzbach erklärt, die Rankings seien „Rückenwind für die Solinger Aktivitäten“. Ein Augenmerk soll auf Kooperationen mit anderen Städten liegen. So beteiligen sich Dortmund und Mönchengladbach „an der durch die Klingenstadt initiierten Partnerschaft zur gemeinsamen Weiterentwicklung der kommunalen Apps“. Weitere Kommunen sollen folgen.

Untersuchungen

Bitkom: Die Ergebnisse des Smart-City-Index:

www.bitkom.org/Smart-City-Index

Haselhorst: Das Smart-City-Ranking:

www.haselhorst-associates.com/smart-city-ranking-2021

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